Full text: Hessenland (10.1896)

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ertheilet und forteres *) nicht allein im jähr 1458 
von desselben beyden Söhnen, weyland H. Ludwigen 
und H. Heinrichen Gebrüder, Landgraffen zu Hessen, 
Grasen zu Ziegenhain und Nidda, gnädigst er 
neuert, sodann auch 8ircce88ive von allen seithero 
denenselben in der Regierung nachgesolgten Fürsten 
zu Hessen Unseren sämbtlichen hochlöbliche Vor 
jahren Christmilder Gedächtniß, vermöge derer 
darüber in Handen gehabter, aber nachher theils 
bey ihnen in ehemaliger schwerer Kriegs -Vehde 
eingeäschertem Rathhause * 2 ) im Brand umbkommene 
Brieffen, bestätiget, auch noch zuletzt von Unsers 
in Gott ruhenden Herrn Groß-Vatters weyland 
Herrn Wilhelms des VI. Gnaden in anno 1655 
gnädigst confirmirt worden, in Gnaden wieder zu 
erneuern geruhen wollen. Gestalten Sie Unß zu 
dem ander noch etlich übrig behaltenen original 
confirmationem auch sonderlich unter demselben 
der von hochgedachten beyden Gebrüdern Herrn 
Ludwig und Herrn Heinrichen Ihnen in bemeldetem 
jähr 1458 ertheilten erneuerungsbrief solcher ihrer 
Privilegien in originali vorgelegt, der in letzterer 
im jähr 1655 erhaltenen oben berührter oon- 
firmation von Ansang bis zu Ende mit in86rirt 
ist und von Worten zu Worten lautet wie folgt: 
Wir Ludwig und Heinrich Gebrüdern, von 
Gottes Gnaden Landgrafen zu Hessen, Grafen 
zu Ziegenhain und zu Nidda, bekennen vor 
Unß und der Hochgeborenen Fürsten Herrn 
Hermann und Herrn Friedrichen Unserer lieben 
Brüder und Unser Erben öffentlich in diesem 
Bries vor allen Leuten, daß Bürgemeister, 
Schöffen und gantze Gemeinde zu Schwartzen 
born Unserer lieben getreuen, dem Hoch- 
gebohrenen Fürsten Herrn Ludwig, Landgrafen 
zu Hessen, Unserm lieben Herrn und Vater sei. 
seinen Erben und Nachkommen Fürsten des 
Lands zu Hessen, eins rechts Erbhuldigung 
als ihrem natürlichen Erbherrn gethan haben, 
und nun derselbe Unser lieber Herr und 
Vater sel. von Todt wegen abgangen ist, die 
Seele der allmächtige Gott mild und barm- 
hertzig sein wolle, daraus der vorgenannte 
Bürgermeister, Rath und gantze Gemeinde zu 
Schwartzenborn Unß und den nachgenannten 
y — fürder oder weiter. 
2 ) Die Stadt Schwarzenborn hat verschiedene große 
Brände durchgemacht, insbesondere in den Kämpfen zwischen 
den Landgrafen Ludwig II. und Heinrich III. (welche die 
Privilegien erneuert hatten) im Jahre 1469, wo die Stadt 
mit der Burg eingeäschert wurde, und sodann im dreißig 
jährigen Kriege 1636—37, wo 84 Wohnhäuser nebst dem 
neu erbauten Rathhause in Flammen aufgingen. 
3 ) Die Brüder sind: Hermann, gestorben als Kurfürst 
von Köln 1508, und Friedrich, gestorben als Jüngling 
1463 oder 1464. 
Unseren lieben Brüdern und Unseren Erben 
und Nachkommen, Fürsten des Landes zu Hessen, 
eine rechts Erbhuldigung gethan haben alß 
ihren natürlichen Erbherrn, daß Wir mm 
solchen ihren guten Willen angesehen haben, 
also daß Wir, Unser lieben Brüder vorgenannt 
und Unserer Erben und Nachkommen dieselben 
Bürgermeister, Rath und gantze Gemeinde zu 
Schwartzenborn und ihren Nachkommen bleiben 
lassen sollen und wollet: bey allen ihren Frei 
heiten, Gewohnheiten und Rechten, die sie denn 
vormals von der Herrschaft von Ziegenhain 
von Alters und danach von Unserm lieben 
Herrn und Vatter sel. gehabt und herbracht 
haben und ihnen da nicht verbrochen *) und 
alßdann die genannten Herrn von Ziegen 
hain sel. zu Zeiten über das ander oder dritte 
jähr ein bethe 2 ) auf ihr Schloß und Stätte 
gesetzt und sie dauernd beschwert haben, und 
Unser lieber Herr Vatter sel. vor sich und 
seiner Erben sie solcher bethe gesreyet haben, 
sie drinnen nicht zu beschweren noch zu drängen, 
solche bethe haben Wir vor Unß, Unser lieben 
Brüder und Unser Erben die vorgenannt von 
Schwartzenborn und ihre Nachkommen auch 
gesreyet und frey sie der mit diesem Unserem 
Briefs, in maßen Unser lieber Herr und Vatter 
sel. gethan haben, ohne gefährde Unß also der 
genannte Unser lieber Herr und Vatter sel. 
den obgenannten Unsern Bürgern zu Schwartzen 
born die sonderlich Gnad gethan und bewiesen 
haben: 
mit den Häm mein, die sie dann bei der 
Herrschaft von Ziegenhain sel. von den Schafen 
haben gegeben, also daß dieselben Unser Bürger, 
die zu Schwartzenborn wohnen, und ihre Nach 
kommen solche Hämmel nur sorters nicht geben, 
noch Wir, Unser Brüder oder Erben sie damit 
beschweren sollen und wollen, 
und ob einige Heusung oder Hube Unser 
Bürger zu Schwartzenborn lv ü st liegen würde, 
daß dieselben Unser Bürger zu Schwartzenborn 
Gerechtigkeit nehmen sollen und mögen, was 
der Stadt davon zustehet zu ihrem Geschoß 
und ander der Stadt noth und gebotten, dabey 
wollen Wir, Unser lieber Bruder und Unser 
Erben die von Schwartzenborn auch lassen 
und sie daran nicht hindern. 
Auch alß Unser lieber Herr und Vatter sel. 
umb bau und beßrung derselbe Unser Stadt 
erlaubt haben, daß sie in Unsere Büschen 
und Hecken, umb sie gelegen, und nicht in 
h — nicht verkümmert. 
2 ), = Abgabe. ,
	        

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