Full text: Hessenland (10.1896)

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der Theologen hielten der Superintendent 
Dr. G. Herdenius und die Pfarrer Steizer zu 
Gladenbach, bezw. Adam Roßbächer zu Wetter, 
gebürtig aus der Pfalz, und Philipp Gilhaus 
zn Kirchhain ab. Die Definitorialordnung vom 
29. Juli 1617 wurde am 30. März 1624 auf 
die neu gewonnenen marburgischen Landestheile 
ausgedehnt und gleichzeitig zwei Regierungen, zu 
Marburg und Darmstadt, deren Bezirke der 
Main schied, eingesetzt und am 2. April 1624 
von den Räthen zu Marburg in Gemeinschaft 
mit den Superintendenten Winkelmann und 
Herdenius und den Theologen Dr. Feuerborn 
und Dr. Steuber die höheren kirchlichen Stellen, 
namentlich die beiden Desinitorien zu Gießen 
und Marburg, neu besetzt. 
Die Köhler'sche Schrift wird namentlich den 
jüngeren Theologen und Geschichtssreunden, welche 
sich mit hessischer Resormativns- lind Kirchen 
geschichte beschäftigen oder sich in der Kandidaten 
zeit für das zweite Examen vorbereiten wollen, 
durch seine klaren Unterscheidungen und gedrängten 
Darstellungen, sowie durch die hier zusammen 
gestellte Literatur über hessische Kirchengeschichte 
und hessisches Kirchenrecht sehr erwünschte Dienste 
leisten und daher empfohlen werden können. 
Qui bene distinguit, bene docet. Dieses Er- 
forderniß eines guten Juristen und guten Lehrers 
hat der Verfasser in dieser Schrift bewährt. Da 
derselbe dem Vernehmen nach Willens ist, sich an 
der Landesuniversität Marburg für Kirchenrecht 
und Rechtsgeschichte zu habilitiren, so können 
wir der alma mater zu dieser jugendliche» Kraft 
nur gratuliren und hoffen, daß derselbe, würdig 
seiner Vorfahren, ein fruchtbares Wirken in den 
obigen Disziplinen finden werde. 
M. A. H. 
Sehaain eaß öehaam.') 
(Wetterauer Mundart.) 
I. 
Froimoarjets 2 ), wäi dr Schnief noach lägk, 
Ds Feald noach weiß woar, gloadH dr Wägk, 
Gabb's off emm r ’) ahle Äppilbahm 
Ran Leawe 8 ). „Ach, die Spritzn 7 ) kihrn haam!" 8 ) 
Kahn Wonner °), dann so c Snfti)ie 10 ), 
Doas harre fe 11 ) nüit ohm Bodesih 72 ); 
Dons gihr eamm Stamm enonner 78 ) weit, 
Dr Bahrn ") hält woarm caun Weanterschzeit. 
— Etzt hun se ihrscht") met väiler Last 
Die Spatze ohn die Loft gefasst 
Däi Weantersch, wann die Sterme l7 ) komme, 
De Spritzn ihr Häusi eanngenonrme, 
Seich eann de Sprihn ihr Bett gelegkt 
Eann nooch dm Rächte naut gefregkt. — 
Etzt nooch gedohner Arwett 78 ) setzt 
Sprihuvätterche — die Uhrn 19 ) gespetzt! 
Hen 2 °) schlüht die Flihl 2 *), verrzehlt eann schivützt, 
Ds Hvnnertst 22 ) waaß näit, woas e gäzzt. 
Die lässt 28 ) Stroph, däi e singt, dr Buhl 24 ), 
Däi iaurudi 25 ) stennig 28 ), „ihm wehr ") wühl, 
„Etzt dauscht e oawwer dvach met Kahm 2H ), 
„Hen wehr dchaam eann bleabb 29 ) dehaam. 
„Eamm Hesseland wehr jungt hen woarrn 8 "), 
„Do drauß do härre naut verrloarrn 8 J. 
„Dann ruuth eann weiß, do hiel e bei 82 ), 
„Doas wehr sein Foarb, der bleaw e treu. 88 ) 
II. 
Selangk uoach Weanter, woar geschleaffe 84 ) 
Eann jerer Doagk woar ohngepeaffe ; 
Bei jerem Sonnestroahl geschwätzt 
Eann alles eann Musik gesetzt. 
Eann inner dr Hahnd 88 ) e Neastche kohm 
Voll Ajerchen 87 ) eann klahne Krohm 88 ); 
Do woar gesoargkt, ds Neast geschetzt, 
Ds Weibchc off de Ajer setzt 
Dieweahn 89 ) dr Herr nooch Noahring fsäit 40 ), 
Dann moißig") ahnmol bleir e näit 42 ). 
Eiln schihne Doagk 48 ) woar Fraad eamm Haus, 
Woas genge schihne Junge aus! 
') Daheim ist daheim; h Frühmorgens; 3 ) Schnee; 4 ) glatt; 5 ) einem; h neues Leben; ') die Stare; h kehren 
heim; ") kein Wunder; "> Logis; hatten sie ;'h Bodensee; 1S ) hinunter; '*) der Baum; 15 ) jetzt haben sie erst; 
gesetzt; 'h Stürme; le ) gethaner Arbeit; Ohren gespitzt; z0 ) er; 21 ) schlägt die Flügel; S2 ) der hundertste; 
"l letzte; **) der Vogel; '“) die lautet euch; 2 h beständig; "> wäre wohl; keinem; bleibe daheim; 3 °) jung 
er worden ; 31 ) verloren; 32 ) dabei halte er; “*) der bleibe er treu; S4 ) geschliffen; 35 ) angepfiffen; 36 ) unter der 
Hand; *‘) Eierchen; 3S ) kleinem Kram; 3 h währenddessen; 4 "> fliegt; 4 fl müßig; **) bleibt er nicht; 43 ) eines 
schönen Tages.
	        

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