Full text: Hessenland (10.1896)

Abschiedsgruß. ^ 
f jvun füllet die Gläser noch einmal zum Rand, 
Ls gilt zu trinken die Minne! 
Mir reichen zum Abschied uns zögernd die Hand, 
Denn uns ist traurig zu Sinne. 
Die Tage verrauschten, sie waren so schön; 
Und uns war so wohl in den Bergen der Rhön. 
Drei Tage, sie gingen dahin wie im Flug, 
Als seien es wenige Stunden. 
Und doch hat uns der kurze Besuch 
Zu dauernder Freundschaft verbunden. 
Gott gebe, daß wir Tuch wiedersehen, 
Ihr trefflichen freunde im Thale der Rhön. 
Mir kamen so gern und wurden von Tuch, 
Ihr Lieben, so herzlich empfangen. 
Drum wird uns beim Scheiden das Herz auch weich 
Und wir denken der Stunde mit Bangen, 
Mo es heißt, nun müßt Ihr von dannen geh'n, 
Nicht Bleibens ist fürder im Lande der Rhön. 
Vom hohen Berge den letzten Blick 
Laßt schweifen hinaus in die Ferne. 
Oft denkt Ihr nach Jahren an heute zurück, 
Mas wär' in der Rhön ich so gerne! 
Ts scheidet sich schwer von des Bergeshöchn, 
Doch schwerer noch von den Kerzen der Rhön. 
Noch sind wir beisammen, noch stoßen wir an 
Und rufen fröhlich und heiter: 
Das Land von Gersfeld hinauf bis zur Tann, 
Bon der Fulda zur Ulster und weiter, 
Das Land so frisch, so morgenschön, 
Ts blüh' und gedeihe, „Hoch lebe die Rhön!" 
Kugo ZZrunner. 
') S. bie Anmerkung auf S. 223.
	        

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