Full text: Hessenland (10.1896)

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Nun nach Hünfeld, wo im Kreise 
Schöne Leinwand wird gemacht; 
Durch ihn fließt das Flüßchen Haune, 
Und das sei hier noch gesagt. 
Daß Burghaun, auch E i t e r f e l d 
Aemter sind, die wohlbestellt. 
Nach Schmalkalden laßt uns reisen, 
Wo die Hämmer lustig gehn; 
Hier verfertigt man aus Eisen 
Hausgeräth und Werkzeug schön. 
Protestant'scher Fürsten Mund 
Schloß hier den Schmalkald'schen Bund. 
Hanau an der Kinzig droben, 
Hat Bewohner fleißig, froh, 
Und deshalb sind sie zu loben, 
Mög' es bleiben immer so! 
Hier hat's fürchterlich gekracht 
In der heißen blut'gen Schlacht.*) 
Vieles könnt' ich noch erzählen 
Von dein Lande, das uns nährt;' 
Doch vom Vater und der Mutter 
Werde dieses Euch gewährt; 
Wissen auch manch' schönes Lud, 
Märchen, daß das Herz erglüht. 
*) 30. Oktober 1813. 
Aus KeiruutH und Avemöo. 
Hessischer Forstverein. In den Tagen 
vom 21. bis 23. Juni wurde in Kassel die 
22. Versammlung des hessischen Forstvereins ab 
gehalten, zu der die Grünröcke aus allen Gegenden 
des Hessenlandes sich in erheblicher Anzahl ein 
gesunden hatten. Die Verhandlungen fanden unter 
dem Vorsitz des Obersorstmeisters Schwarz im 
festlich geschmückten Saale des Evangelischen Ver 
einshauses statt. Als Ehrengäste nahmen Ober- 
präsident Magdeburg, Excellenz, Oberregierungs 
rath von Pawel und Bürgermeister Jochmus 
an der Versammlung Theil. Die gemeinsame 
Festtafel wurde im Gasthos Schombardt aus 
Wilhelmshöhe abgehalten. Am 23. Juni wurde 
eine Ausfahrt in den zur Obersörsterei Rotte 
breite gehörigen Theil des Kaufunger Waldes 
unternommen. In Oberkausungen fand der an 
Anregungen reiche, durch ungezwungenen, geselligen 
Verkehr belebte Ausflug seinen Abschluß. Als Ort 
der nächstjährigen Versammlung wurde Eschwege 
gewählt. 
Vereinigung der hessischen Vereine 
Nordamerikas. Tie Vorbereitungen zu der 
am 6., 7. und 8. Juli in Detroit (Michigan) 
abzuhaltenden Versammlung der hessischen Ver 
eine Nordamerikas behufs Gründung des 
„Hessen - National - Verbandes" sind nunmehr ge 
troffen. Von fast allen Städten, in denen hessische 
Vereine vorhanden sind, mit Ausnahme von 
New Pork, sind zahlreiche Anmeldungen eingelaufen, 
so daß aus große Betheiligung gehofft werden darf. 
Der Festplan ist in den Grundzügen bereits auf 
gestellt : Das Fest beginnt darnach am ersten 
Abend nach deutschem Brauch mit einem großen 
Kommers. Am zweiten Abend findet nach Beendigung 
der Verhandlungen ein Sommernachtssest mit 
Konzert statt, bei welch letzterem die sämmtlichen 
deutschen Gesangvereine von Detroit mitwirken 
werden. Für den Vormittag des dritten Tages 
ist eine Umfahrt mit Musik durch die Straße« 
Detroits nebst Besichtigung der Sehenswürdigkeiteil 
der Stadt in Aussicht genommen, für den Nach 
mittag nach aufgehobener Tafel ein Dampfer- 
Ausflug nach St. Clair Flats, dem amerikanischen 
Venedig. Für Abwechselung ist also bestens ge 
sorgt. Wünschen wir unsern Landsleuten drüben 
für ihre Bestrebungen einen schönen Erfolg! 
Am 26. Juni beging der Ehrenbürger der Stadt 
Kassel und langjährige Vorsteher des Bürgex- 
ausschuffes der Residenzstadt, Geheimer Justizrath 
Rechtsanwalt und Notar Adolf Hupfeld sein 
fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Dem im 74. Lebens 
jahr stehenden, noch in ungeschwächter Geistes 
frische in seinem Berufe thätigen, hochverdienten 
Jubilar wurden aus diesem Anlaß mannigfache 
Ehrungen zu Theil. 
Der Nestor der hessischen und vermuthlich auch 
der deutschen Rechtsanwälte, Justizrath Klipper! 
zu Kassel, feierte am 22. Juni im Kreise seiner 
Angehörigen seinen 95. Geburtstag. Der rüstige 
Greis ist noch in der Lage, seine Anwaltsgeschäste in 
vollem Umfange zu führen. Gewiß eine seltene Gnade. 
Universitätsnachrichten. Der Marburger 
Strafrechtslehrer Professor Karl v. Lilienthal 
siedelt demnächst all die Heidelberger Universität 
über. - Der ordentliche Professor der Theologie 
v. Wilhelm Hermann zu Marburg hat einen 
Ruf nach Halle als Nachfolger des Professors 
I). Köstlin abgelehnt. — Der Dozent der 
Mathematik Dr. Theodor Descoudres in 
Göttingen, ein geborener Kasselaner, erhielt den 
Charakter als Professor. Abgesehen von Arbeiten
	        

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