Full text: Hessenland (10.1896)

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Residenzort an die Stelle Windeckens tretend, 
nicht am Main, sondern, in ihrer damaligen Be 
schränkung auf die Altstadt, eine Viertelstunde 
landeinwärts an der Kinzig gelegen, war ein 
lediglich ackerbautreibendes Städtchen, geringer als 
das damalige Fulda, Hersfeld und wohl noch 
kleinere Orte; ein 1468 der Stadt vom Kaiser 
verliehenes Meßprivilegium konnte erst einhundert 
zwanzig Jahre später, 1589, zur Ausführung 
kommen. Doch war das kleine Land .keineswegs 
schlecht regiert worden. Ein ganz hervorragender 
Regent, Reinhard II., hatte 1429 seine Erhebung 
in den Reichsgrafenstand erwirkt. Er, wie seine 
Nackisvlger vergrößerten das Land, dessen frühere 
Erweiterungen vornehmlich in günstigen Heirathen 
ihren Grund gehabt hatten, weniger durch Fehden, 
Wildniß der Landgräfin Amekia Gkisavetfi aus dem Jafire 164:1. 
Nach einem Schabkunstblatt von Ludwig von Siegen.*) 
deren Zeit bald vorüber war, als durch Vortheil 
hafte Vergleiche, Einlösung früher verpfändeter 
Gebictstheile und Ankauf von Ortschaften und 
Herrschaftsrechten, wozu eine geordnete Verwaltung 
und Lebensführung ihnen die Mittel in die Hand 
gab. Nur allmählich war im Lauf des sechzehnten 
Jahrhunderts das evangelische Bekenntniß im 
Lande zur Herrschaft gelangt. Anfänglich der 
lutherischen Richtung folgend, doch, ähnlich wie 
in Hessen, ohne streng konsequente Ausprägung, 
schlossen sich, als,der Kampf zwischen Lutheranern 
und Calvinisteu erst gegen Ende des Jahrhunderts 
in voller Schärfe entbrannte, Grafenhaus und 
Land.Hanau-Münzenbcrg, ganz in gleicher Weise 
von der lutherisch bleibenden jüngeren Linie 
*) Vergl. über diesen den Aufsatz von Franz Gund- 
lach in dem V. Jahrgang des „Hessenland" (1891), S. 66.
	        

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