Full text: Hessenland (10.1896)

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Hessen zum Notar und 1885 zum Justizrath 
ernannt wunde, bis an sein Lebensende als Rechts 
anwalt thätig gewesen. Sein strenger Rechtssinn-, 
die lautere Biederkeit seines Charakters, sein ein 
faches, schlichtes Wesen verschaffte ihm das beson 
dere Vertrauen der ganzen Bevölkerung, sodaß 
sein Hinscheiden aufrichtige Theilnahme erweckt. — 
Am 22. Mai verschied zu Karlsruhe der kauf 
männische Direktor der dortigen Maschinenbau- 
gesellschaft, Adolf Steude. Der Verstorbene, 
welcher im Jahre 1861 Kasseler Bürger wurde 
und durch Verheiratung mit der Tochter einer 
althessischen Familie immer mehr in der Vater 
stadt seiner Frau Wurzel faßte, war den musi 
kalischen Kreisen Kassels eine wohlbekannte und 
geschätzte Kraft. Adolf Steude war am 5. Sep 
tember 1832 zu Torgau als Sohn des Post 
direktors Steude geboren. Im Jahre 1861 trat 
er bei Henschel & Sohn als kaufmännischer 
Bureauchef ein, verblieb in dieser Stellung bis 
zum Ansang der siebziger Jahre, um alsdann der 
Aufforderung der badischen Maschinenbaugesellschast 
in Karlsruhe zu folgen und die Stelle eines kauf 
männischen Direktors bei derselben anzunehmen. 
In der süddeutschen Residenz wurde er, wie vor 
dem in Kassel in musikalischen Vereinen ein sehr 
geschätztes Mitglied. Seine Biederkeit und väter 
liche Fürsorge gegenüber den ihm unterstellten 
Beamten der Fabrik und den Arbeitern hatten 
Adolf Steude zu einem ebenso beliebten als hoch 
geachteten Mann gemacht. 
^exfonatxen. 
Verliehenr dem Professor der Mineralogie vr. Max 
Bauer zu Marburg der Charakter als Geheimer Re 
gierungsrath; den Forstmeistern Lentz in Hersfeld und 
Hassel in Mottgers anläßlich ihres 50 jährigen Dienst 
jubiläums der rothe Adlerorden 3. Klasse mit der 
Schleife und der Zahl 50; dem Regierungs- und Bau 
rath Rüppel in Kassel der rothe Adlerorden 4. Klasse; 
dem Domänenrentmeister Domänenrath Schmidt in 
Marburg bei seinem Rücktritt in den Ruhestand der 
rothe Adlerorden 4. Klasse; dem Pfarrer Hast in Mitterode 
die Pfarrstelle in Niedergrenzebach; dem Pfarrer Selig 
in Rockensüß die Pfarrstelle in Mitterode. 
Ernannt: der Regierungsbaumeister W i t t i g in 
Kassel zum Leiter der baulichen Anlagen zu Wilhelms 
höhe; Referendar Förster zum Gerichtsassessor. 
Ueberwiesenr Regierungsassessor von Damnitz 
zu Rüdesheim der Regierung zu Kassel. 
Geboren: ein Sohn: praktischer Arzt vr. meä. 
Walther Ambrosius und Frau (Hanau, 17. Mai); 
eine Tochter: vr. Friedrich Grau und Frau Jo 
hanna, geborene Gerhardt (Kassel, 20. Mai). 
Vermählt: Kaufmann Eduard Gundermann 
mit Fräulein Dora Fenner (Kassel, 14. Mai); Kauf 
mann Julius Stange mit Fräulein Lina Pitel 
(Kassel, 23. Mai); Architekt August Leu mit Fräulein 
Else Scheurmann (Kassel, 27. Mai); Kaufmann 
Georg Hooß mit Fräulein Marie Traumüller 
(Schotten, 28. Mai); Glasermeister Ludwig Schmidt 
mit Fräulein Sophie Schäfer (Kassel, 30. Mai). 
Gestorben: Baron Georg von Bülow (Wahlers 
hausen, 15. Mai); verwittwete Frau Oberförster Hen 
riette Streichenberger, geb. von Stiernberg, 
87 Jahre alt (Kassel, 14. Mai); Professor vr. Wilhelm 
Henke (Tübingen, 17. Mai); verwittwete Frau Amts 
gerichtsrath Lina Bode, geb. Eichenberg, 66 Jahre 
alt (Kassel, 19. Mai); verwittwete Frau Forstmeister 
Fanny Homburg, geb. Gößmann (Potsdam, 
19. Mai); verwittwete Frau Regierungsrepositar Fran 
ziska Weinmeister, geb. Beyer, 77 Jahre alt 
(Leipzig, 21. Mai); Lederhändler Gustav Hornthal, 
58 Jahre alt (Kassel, 25. Mai); verwittwete Frau 
Marie Meyer (Sandershausen, 26. Mai); Lehrer 
Ludwig Otto Nau, 59 Jahre alt (Kassel, 29. Mai). 
Drnckfehlerberichtignng. 
In Nr. 10 muß es auf S. 127 in Zeile 27 bezw. 28 
von oben, Spalte rechts, heißen: „von dem Kalen berge" 
statt „von dem Rodenberge". 
Briefkasten. 
Alle Sendungen für die Redaktion wolle man an 
die Buchdruckerei von Friedr. Scheel, Kassel 
Schloßplatz 4, richten. 
F. M. in Bernburg. Daß d'er letzte Kurfürst von 
Hessen nach Paris gereist ist, um Louis Napoleon seine 
Tochter anzubieten, wie Theodor von Bernhardi in seinen 
„Briefen und Tagebuchblättern" I, S. 139, zu erzählen 
weiß, erscheint durchaus unglaubwürdig. Uebrigens findet 
sich in dem Buche neben vielen werthvollen Nachrichten 
nach Aussage in der hohen Politik bewanderter Personen 
manch müßiger Klatsch. Die Redaktion wird den Punkt 
im Auge behalten. 
F. H. in Frankfurt. Ihr so ansprechendes Gedicht 
mußte leider wegen eines gerade vorliegenden Beitrags 
ganz ähnlicher Tendenz ein wenig zurückgestellt werden. 
W. A. in Simmern. Besten Gruß und vielen Dank. 
Brief folgt. 
B. C. in Fulda. Leider vermögen wir Ihr freund 
liches Schreiben heute noch nicht endgültig zu beantworten; 
bislang haben wir Ihre Ansicht über die „Marburger 
Dippchen" aber lediglich bestätigt gefunden. Brief folgt. 
Für die Redaktion verantwortlich: vr. W. Grolesend in Kassel. Druck und Verlag von Friede. Scheel in Kassel.
	        

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