Full text: Hessenland (10.1896)

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Ein Medaillon Philipp's des Groß 
müthigen. Im königlichen Münzkabinet zu 
München befindet sich ein einseitiges ovales Medaillon, 
85 min hoch, 70 min breit. Es zeigt das ge 
harnischte Brustbild des hessischen Landgrafen Philipp. 
Der Landgraf hat einen mit einer großen Feder 
geschmückten Hut auf dem Kopf und trägt an einer 
doppelt um den Hals geschlungenen Kette ein 
Kleinod aus der Brust; die rechte Hand ist er 
hoben und weist mit dem Zeigefinger nach oben. 
Das stark erhaben gearbeitete Gesicht mit Schnurr 
und Backenbart ist von vorn dargestellt. Das 
Brustbild ist 67 mm hoch. Die Umschrift in 
5 mm hohen Buchstaben lautet, unten beginnend: 
VON - GOTTES • GNADEN • PHILIPS - LANDT- 
GRAFF - ZVO - HESSEN • G. K. ^ D. Z. N. *) 
Die Umschrift ist von einer schmalen Guirlande um 
schlossen. 
Von diesem prächtigen Medaillon verfertigt die 
Am 24. April Abends hielt der Hanauer 
GeschichtsD^ereiiT seine Jahresversammlung ab. 
Nach Verlesung des Jah^berichtes wies der Vor 
sitzende, Professorin. §uchier, aus die große 
Jubelfeier der Neustadt hin, welche im nächsten 
Jahre anläßlich des 300 jährigen Bestehens dieses 
Stadttheiles gefeiert werden soll. Von anderer Seite 
wurde die Aufmerksamkeit aus das in Kürze erscheinende 
Werk von Professor Suchier „Hanauer Münzen 
und Münzmeister" gelenkt. Der Vorstand 
besteht aus den Herren Di-, phil. Suchier 
(Vorsitzender), LandgerichtsprüsidentKoppen (Stell 
vertreter des Vorsitzenden), Di-, meä. Eisenach 
(Schriftführer), H e u s o h n (Rechnungssührer), 
Thormäh len (Konservator), Professor Wacker- 
m a n n (Konservator), Pfarrer N e ß l e r (Archivar), 
Landgerichtsrath Dr. Brandt (Bibliothekar). 
Sodann hielt Dr. Kihn aus Groß-Auheim einen 
auf den eingehendsten Forschungen beruhenden 
Vortrag über „Die Geschichte des Dorfes 
Groß-Auheim. — Die Monatssitzung des 
Vereins für hessische Geschichte und 
Landeskunde zu Kassel, die letzte im Winter 
halbjahr 1895/96, fand am Montag, den 27. April, 
statt. Nach einigen geschäftlichen Mittheilungen 
widmete der Vorsitzende, Bibliothekar Dr. Brunner, 
einem dem Verein durch den Tod entrissenen Mit- 
gliede, Superintendent Heußner in Ziegenhain, 
der sich noch im vorigen Jahre um das Zustande 
kommen der daselbst abgehaltenen Jahresversammlung 
galvanoplastische Anstalt von Gg. Lindner in 
München auf Bestellung vollkommen getreue Kopien 
in gleicher Größe wie das Original und wie 
dieses altversilbert, das Stück zu 2 Mark (nebst 
20 Pfg. für Porto). Die Kopie ist hohl und aus 
der Rückseite nicht geschlossen, das Original ver 
muthlich gleichfalls. Das Medaillon bildet ein 
herrliches Schmuckstück und wird jeden Hessen 
sammler, insbesondere hessische Numismatiker, aber 
wohl überhaupt jeden Verehrer unserer Heimath 
erfreuen. Der Betrag von 2,20 Mark kann der 
Firma Gg. Lindner in deutschen Reichspostmarken 
eingesandt werden. 
Leipzig. Aaut Weinmeister. 
P. S. Nachträglich erfahre ich, daß man die 
Herstellung der vorstehend beschriebenen Kopie einer 
Anregung des Herrn Dr. I. Böhl au, Direktorial 
assistenten am Museum Fridericianum zu Kassel, 
verdankt, sowie daß sich ein Exemplar in genanntem 
Museum befindet. H». W. 
wesentlich verdient gemacht hatte, warme Worte 
der Anerkennung. Im Hinblick auf den jüngst 
verhältnißmäßig starken Abgang — einem Verlust 
von 9 Mitgliedern steht nur ein Zugang von 7 
gegenüber — ersuchte der Vorsitzende die Mit 
glieder, fleißig für den Verein und seine idealen 
Ziele zu werben. Den Vortrag des Abends hielt 
Kanzleirath a. D. Keßler über: „Landgraf 
Wilhelm IV. von Hessen und Prinz Wil 
helm von Oranien". Die aus eingehenden 
archivalischen Studien beruhenden, auch in gefälliger 
Form gebotenen Ausführungen des Redners, auf die 
wir in diesem Blatte noch zurückkommen werden, 
fanden lebhaften Beifall. Im Laufe des Sommers 
werden von dem Verein, wie stets, wieder mehrere 
Ausflüge nach geschichtlich bemerkenswerthen Punkten 
unserer schönen Heimath unternommen werden; so 
zunächst im Monat Mai nach Grebenstein, wo 
Dr. m6d. Schwarzkopf, der beliebte Redner, über 
Stadt und Burg vortragen wird. 
UniversitätsNachrichten. Sonnabend, den 
25. April hielt zu Marburg Privatdozent Dr. phil. 
Hermann Diemar aus Kassel seine Antritts 
vorlesung über „Maximilian I. und die Nieder 
lande", nachdem er auf Grund seiner gediegenen 
Habilitationsschrift über „Die Entstehung des 
deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den 
Kühnen von Burgund" die venia docendi für 
mittlere und neuere Geschichte erhalten hatte. 
') Graf zu Katzenellenbogen, Dietz, Ziegenhain, Nidda. 
Aus Keirncrth und Ivemöe.
	        

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