Full text: Hessenland (10.1896)

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IV. Tie Güter. 
Unter den hessischen Klöstern galt Breitenan 
als eines der ansehnlichsten. Den ersten Grund 
stock zu seiner späteren Große bildet das Ver- 
mächtniß des Gründers*), der alle in dieser Gegend 
gelegenen Güter ihin übergab. (Der Wortlaut 
der Urkunde von 1123: Et universo patrimonio 
suo quod habuit inter . . Werram Rhenum et 
Mogonum . . braucht nicht wörtlich genommen : 
zu werden.) 
Die weiteren Erwerbungen geschahen theils 
durch Schenkungen von Seiten der Landgrafen, 
des bischöslichen Stuhles und von Privaten, theils 
durch Ankäufe. Bon diesen allen verzeichnen wir 
aus den Jahren: 
1128 Heidstatt bei Grifte durch Folchärd, 
1150 einen Wald in dem Gau Billolsesbach, ; 
Höfe in Lohne und Elmarshausen**) durch : 
die Erzbischöfe Heinrich und Adelbert, 
1155 Güter in Guxhagen, Ellenberg, Wollerodc 
durch Gisela, 
1156 Buchenwerder durch die Grafen von Reichen 
bach, 
1231 Güter in Stelberg**, Wernersrode** durch 
Landgraf Kourad, 
1253 das Dorf Erbrachterode** nebst einem 
Drittel von Dörnhagen durch die Wittwe 
Helmburg Hund zu Holzhausen, 
1253 die Lehnsherrlichkeit über Malsseld und 
Elfershausen durch Bertold von Felsberg, 
1255 die Kirchen zu Grifte und Haldorf durch 
Papst Alexander, 
1263 Güter in Ldiffe (Ulfen) durch Guntram, 
1289 durch Kauf von Arnold von Wolrode alle 
feine Güter zu Wolrode, 
1294—1316 durch Kauf Güter in Guntershausen, 
Dörnhagen, Wolrode, Albshausen, Wehren, 
Besse, Gombet und Wernswig, 
1304 die Höfe Verrenberg**, Otzhausen**, Schrot- 
hausen** durch Landgraf Heinrich I., 
1308 Güter zu Werkel durch Albrecht Walko, 
1337 Haus und Hof in Brunslar und Hufe 
in der Feldmark Rabenshausen ** von 
Tiedrich dem Aeltern von Elben, 
*> Ueber du« Werner'sche Grafenhaiis vergleiche nutzer 
Wenck. Laiidesgejchichte, Cohn, Stammtafeln ?c. auch 
einen Aufsah „Tas Wernerifche Grafenhaus im Neekargau, 
Hessengau, Lahngau »ud zu Worms" von G u st a v 
Freiherrn Schenk zu Schweinsberg im Kvrrespou- 
dcnzblatt des Geschichtsvereins. 1875. Nr. 7. 
**) Tie mit ** bezeichneten Ortschaften sind ausgegangen. 
die Pfarrkirche zu Grifte und die Kapelle zu 
Hertingshausen durch Erzbischof Gerlach, 
1354 Güter zu Mutslar** bei Saud von Her 
mann von Elben. 
1397 und 1411 das Torf Dorla a. d. Emse 
mit Vorwerk (halb durch Kauf, halb dlirch 
Schenkung) von Eckhard von Wehren und 
Kurd von Falkenberg. 
1436 durch Kauf Gut zu Wehren von Wolmar- 
husen, 
1439 durch Kauf von Landgraf Ludwig seinen 
Antheil an Bucheuwerder, 
1465 durch Kauf die Vogtei von Reu-Brunslar 
von v. Löwenstein. 
1465 die Pfarrkirche zu Neu-Brunslar durch Erz 
bischof Adolf, 
(?) Patrvnatrecht über die Pfarrkirche zu Denu- 
hausen, 
1498 durch Belehnung Dorla und Brunslar vpn 
Landgraf Wilhelm dem Mittleren. 
1507 Hof zu Holzhausen, 
i 1525 den Sunthof. 
Außerdem kommeu noch Besitzungen vor in: 
Altenstedt, Baumbach, Banne, Bergheim, Dietz- 
: Hausen**, Gensungen, Gleichen, Harle, Heilgers- 
hausen, Kirchberg, Körle, Maden, Ragte**, Ritte, 
i Schühebcrg, Stockhausen. Tossen und Wichdorf; 
welche hiervon noch zur ersten Stiftung gehören, 
ist unmöglich festzustellen. 
Es heißt, daß das Kloster außer drei ganzen 
Dörfern Güter in fiebenzig Orten hatte, deren 
Einkünfte noch 1585 ans 3410 Gulden jährlich 
veranschlagt wurden. 
V. Von der Säkularisation bis zur Gegenwart. 
Brcitenau hat vom 28. Oktober 1527 an auf 
gehört Kloster zll sein, es wurde zur herrschaft 
lichen Meierei umgewandelt und ging später in 
Staatsbesitz über. 
Ter letzte Abt Johannes Meyer, Prior Zabel 
iliid 16 Konventualen erklärten sich zur Annahme 
der ihnen gebotenen Abfindung, bestehend aus (im 
Mittel) 8 Maltern Frucht jährlich, bereit und traten 
zur neuen Lehre über. Das Formular der Ab 
dankung scheint bei allen gleichlautend gewesen zll 
sein; abweichend motivirt nur einer, Heuseler, 
seinen Austritt damit: „weil der vermeinte geist 
liche Stand vor nichts und zu scheitern gegangen, 
und die Küche daselbst abgestellt worden". Nach 
Philipp'S Tode fiel bei der Theilung des Landes 
Aas ehemalige Benediktinerkloster Breitenan. 
Von Adolph Fey. 
lSchluß.) 
1347
	        

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