Full text: Hessenland (9.1895)

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6 Albus Hans Leidenrohten, sv nothwendigen 
Kalck auß der Pfarrkirchen (der jetzigen Todten- 
kirche) in die newe Kirch getragen." 
Soweit über die Personen des Namens Leude- 
rode, welche nach den Neustädter Akten in Neu 
stadt vorkommen. 
In Momberg begegnet uns in den Jahren 
1708—1711 ein Johannes Leudenrvth; ob 
derselbe ans Allendorf oder Neustadt dahin ver 
zogen ist, kann nicht gesagt werden. Die Neu 
städter Stadtrechnnngen für die Jahre 1708 bis 
1711 enthalten bei dem Titel der Armenkasse 
folgende Angabe: „Johannes Kuhn ltub Johannes 
Leudenrvth zu Momberg haben zu bezahlen 
52 Kreuzer." 
In Allendorf kommt die Familie Leude- 
rvde im 16., 17. und 18. Jahrhundert auch 
vor. In dem schon mehrgenannten „Erbregister" 
der Kellerei Neustadt aus dem Jahre 1582 wird 
ein Allendorfer Bürger Namens Konrad Len 
den rath aufgeführt, ferner kommt daselbst ein 
Nikolaus Leudenrvth vor von 1661 — 1692 
und ein Johannes Leudenrvth, auch Linde- 
rvth geschrieben, von 1680 — 1686. Nach dem 
alten Kirchenbuche der Pfarrei Allendorf, in 
welches mir von dem jetzigen Pfarrer Herrn 
Krämer für meinen Zweck freundlichst Einblick 
gestattet wurde, starb der zuletzt genannte Johannes 
Lenderode am 27. Oktober 1725. Der Eintrag 
im Kirchenbuche lautet folgendermaßen: 
„1725. 27. Oetober obiit Johannes Leitle 
re th, der Dücke genannt, non provisus quia 
se neglexit — et 29. ejusdem sepultus fuit 
annorum 67: non provisus quia paroehum 
non requisiverant." Der vorher genannte 
Nikolaus Leuderode starb am 24. Februar 
1732; der Eintrag im Kirchenbuche lautet 
folgendermaßen: 1732. 24. Eebruarij Om 
nibus ecclesiae sacramentis rite provisus 
pie in Deo obiit N i c o 1 a u s Leyden roth 
et 26. ejusdem sepultus fuit annorum 67. 
R. I. P." 
Leider beginnen die Allendorser Kirchenbücher 
erst mit dem Jahre 1692, sv daß die Familien des 
Nikolaus und Johannes Leuderode nicht 
genau festgestellt werden können. 
Im Tausbuche sind folgende Kinder des Ni 
kolaus Leuderode angegeben: 
1. Nikolaus, getauft 1. März 1696, ge 
storben 26. März 1696; 
2. Sibylla, getauft 14. Februar 1697, ver- 
heirathet am 1. Dezember 1723 mit Cvn- 
radus Opper; 
3. Johannes Konrad, getauft 17. Januar 
1701, gestorben 7 Jahre alt am 20. Februar 
1708. ' 
Bon Johannes Leuderode finden sich zwei 
Kinder im Taufbnche, ein Knabe Namens Johannes, 
der nur fünf Tage, ein Mädchen Namens 
Margaretha, das nur zwei Monate alt wurde. 
Ferner kommen im Todtenbuche noch fol 
gende Personen des Namens Leuderode vor: am 
22. Juli 1693 wurde ein Kind Anna Leuderode 
beerdigt; die Eltern desselben sind weder angegeben, 
noch zu bestimmen. Unter'm 19. November 1704 
findet sich folgender Eintrag: 19. November in 
Domino abdormivit ElisabethaLeiderothin 
aetatis suae 41 annorum. Ob diese Person eine 
Frau oder eine ledige Person war, ist unbestimmt. 
Laut Kopulationsbuch verheirathete sich am 
11. November 1704 eine Margaretha Leide- 
rothen mit Johann Eckhard Möller in Allen- 
dors; Weiteres über sie ist nicht anzugeben. 
Ebenso kann nicht gesagt werden, zu welcher 
Familie der im Taufbnche genannte Johann 
Heinrich Leideroth gehört, welcher als Tauf- 
pathe eines am 26. April 1696 getauften Sohnes 
des Johann Konrad Huhn eingetragen worden ist. 
In Kirchhain kam der Name Leuderode 
gegen das Ende des 16. und im Anfange des 
17. Jahrhunderts verhältnißmäßig viel vor. In 
einem HKzregister für die Stadt Kirchhain aus 
dem Jahre 1597 werden folgende Personen des 
Namens Leuderode ausgeführt: 
1. Die „einläuftige Anna Leudenrvdt" 
bekommt jährlich 1 Klafter Holz(„einläuftig" 
wird sie genannt, weil sie kein Fuhrwerk 
besaß); 
2. Arnold Leudenrvdt bekommt als Acker 
mann 2 Klafter Holz; 
3. Konrad Leudenrvdt, Rathsschösfe, be- 
kommt als Rathsverwandter 4 Klafter Holz; 
4. Henrich Leudenrvdt, Schultheiß, be 
kommt 6 Klafter Holz. 
Arnold Lendenrodt hat noch im Jahre 1618 
in Kirchhain gelebt. Am 7. Februar 1613 schreibt 
nämlich der spätere Schultheiß Joh. Kornmann 
zu Kirchhain an den hessischen Rath Johann 
Magnus zu Kassel, „seinen lieben Schwager", 
daß er von dem Arnold Leudenraht einen 
Erbleihhof, den dieser seiner Zeit von dem Land 
grafen Ludwig bekommen, gekauft habe, und bittet 
seinen Schwager, beim Landgrafen für ihn die 
Belehnung mit diesem Hof erwirken zu wollen. 
Kvnrad Lenderode war ein angesehener 
Bürger Kirchhains und lebte in guten Verhält
	        

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