Full text: Hessenland (9.1895)

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des heil. tötn. Reichs durch Germanien Ertz- 
Cantzlars vnd Churf. zue Meintz, Bischouen zue 
Wurtzburgk, Hertzogens zue Franken Vber 
innahm vnd außgabe Gelt, Frucht vnd Vedder- 
vhie des Ampts Neustadt vnd Gericht Cat^en- 
berAlr Jahr Rechnung durch ihrer Churf. Gn. 
ietziger Zeit Kellertt doselbsten David Leuden- 
rothen gehalten. Ahtt gefangen Vf oeenli 
^.o. 1648 Vnd geendet vf oeenli ^o. 1649." 
Hierauf giebt er noch die damals geltenden 
Maß- und Geldforten an, wie folgt: „Geld vnd 
Maßangaben dieser Rechnung: 27 alb. = 1 fl. 
dieser Rechming, 26 alb. = 1 Hess. Gulden, 
24 alb. — 1 Kaufmannsgulden, 10 alb. = 
1 Pfundt oder libra, 8 ^ (Pfennig) — 1 albus (?), 
20 (Pfennig) — 1 alter Thurnuß (?), 12 Heller 
— 1 albus, 20 Bingerheller — 1 albus. 
4 Viertel — 1 Neustädter Malter, 8 Mesteu 
^ 1 Neustädter Viertel, 2 Sester = 1 Meste, 
8 Vierling — 1 Meste, 2 Viertel 6 Mesteu 
— 1 Amöneb. Malter, 16 Mesteu Amöneb. 
1 Amöneb. Malter, 4 Mesteu ---- 1 Amöneb. 
Mott, 1 Amöneb. Mott ---- 5 1 /» Neust. Mesteu, 
1 Amöneb. Malter 3^ Meintzer Malter, 
1 Viertel Burckmaß — 6 Messen u. 3 Vierling 
Neustädter Maß, 872 Alsfelder Mesteu — 1 Neu 
städter Viertel." 
Wie schon vorher erwähnt, hatte der Keller- 
David Leuderode unter Anderem die sog. „Ningel- 
heimer Mühle atu Odderflüßcheu" von Volpert 
Hossmann gekauft. Wie das auch schon an 
geführte sog. Erb r eg i st er aus deut Jahre 1582 
ersehen läßt, hatte damals Volpert Hofsmann, 
gewesener Keller in Neustadt, eine Mühle am 
„Odersluß", sowie außerdem noch eine Schlag- 
und Mahlmühle: diese Hofsmann'sche Mühle war 
die sog. „Ringelheimer Mühle", welche der Keller 
Leuderode gekauft hatte. Bei den damaligen 
Kriegszeiten war die Mühle theilweise zurück- 
gekommen und verfallen: Lenderode hatte in Folge 
dessen einen Theil derselben abbrechen lassen. Als 
Volpert Hossmann, wohl ein Nachkomme des oben 
genannten Volpert Hvssmaun, starb, war der 
Kaufpreis der Mühle noch nicht ganz bezahlt; 
deshalb wandte sich Hossmann's nachgelassene 
Tochter Elisabeth, eine verheirathete Schmidtin, 
im Jahre 1676, als die sog. Visitations-Kom 
mission in Neustadt anwesend war, an diese mit 
der Bitte, die Erben des verstorbenen Kellers 
David Leuderode, nämlich „den alten Forstmeister 
Conrad Diel (zu Amöneburg), Heinrich Schultheis 
den Jüngeren und David Renber" (die beiden 
letzteren in Neustadt) zu baldiger Entrichtting des 
noch rückständigen Kausgeldes anzuhalten. Tie 
Kommissare forderten in Folge dessen die genannten 
Leuderode'schen Erben aus, sich mit der Klägerin 
binnen vier Wochen abzufinden. In der Stadtrech 
nung für 1680 kommt wegen der Ringelheimer 
Mühle Folgendes vor: „Die alte Frau Forst- 
meisterin Diel zu Amöneburg — Sibilla Maria 
und ihre Schwester Margarethe Elisabetha Braun 
selserin zu Hofheim zahlen zu ihrer beider Antheil 
versessener Cvntribution vom Ringelheim in 
die Stadtkasse 5 Thlr. 15 Albus." Diese beiden 
Frauen sind Töchter des Kellers David Leuderode. 
Der oben genannte Volpert Hoffmaun, von welchem 
der Keller Leuderode die „Ringelheimer Mühle" 
gekauft hat, ist sicherlich ein Nachkomme jenes 
Volpert Hossmann, der bis 1582 Keller in Neu 
stadt war und der s. Z. auch Eigenthümer der 
Ringelheimer Mühle gewesen ist. 
Der Keller David Leuderode war, wie 
schon oben gesagt, kein Neustädter, sondern der 
Sohu des Kirchhaiuer Amtsschultheißen Heinrich 
Leuderode. David Lenderode hinterließ fünf 
Kinder: einen Sohn I v h a n n H e i n r i ch, 
welcher in jungen Jahren im Kriege fiel, und vier 
Töchter, S i b y l l a Maria, verheirathet mit dem 
Forstmeister Johann Konrad Diel zu Amöneburg, 
Anna Elisabetha, verheirathet mit dem Neu 
städter Bürger Kaspar Wilhelm Reuber, Martha 
Elisabetha (die Stadtrechnung nennt sie Mar 
garetha Elisabetha) verheirathete Braunfelserin in 
Hofheim, und Anna Katharina, welche ohne 
Erben blieb. Ta der einzige Sohn des Kellers 
David Leuderode Johann Heinrich ohne 
Leibeserben verstarb, erlosch mit ihm der männ 
liche Staunn der Familie des Kellers David 
Leuderode. 
In Neustadt kommt noch eilt Hatts Lende- 
rode vor von 1657 1682; in den llrkundett 
wird der Name auch einigemal mit Linderoth 
angegeben. Im Jahre 1662 pachtet er als 
I0h a u tt Linderoth von den Herren von Dörn 
berg einen Garten in der Mühlgaß für jährlich 
12 Albus Zins. In den Rechttungen der Stadt 
Neustadt für 1682 wird Hatts Leidenroth zweimal 
erwähnt; einmal hat derselbe für einen Garten 
am kleinen Feldchen 3 Kreuzer in die Stadtkasse 
und das andere Mal zu Martini itt die Armen 
kasse 1972 Albus Zins zu bezahlen. 
Wie die Stadtrechnuttgen für 1682 ersehen 
lassen, wurde in diesem Jahre viel an dem 
Pfarrhause tmd an den beiden Kirchen — „der 
Neuen Kirche und der Todten-Pfarrkirche" — 
gearbeitet; es heißt darin: „2 Gulden 13 Albus 
dem Ziegler allhier für 13 Mesten Kalck gegeben, 
so zu ben Mauern der Todtenpfarrkirchen und 
sonsten itt dem Pfarrhaus verbraucht worden;
	        

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