Full text: Hessenland (9.1895)

An unsere werthen Leser und Mitarbeiter! 
Machdem die Leitung unserer Zeitschrift „Hessenland" eine Reihe von Jahren her ihren Sitz 
anßerhalb Kassels gehabt hatte, ist es uns nunmehr gelungen, sie wieder hierher 
zurückzu verlegen. 
Herr Du. Daniel Saul in Stuttgart, der bisherige Redakteur unserer Zeitschrift, ist in der 
richtigen Erkenntniß, daß der Leiter eines Blattes von so ausgeprägt hessischem Charakter wie das 
unsrige aus die Dauer nicht außerhalb des Landes mtb ohne innige Fühlung mit dem Volke 
bleiben könne, sreiwillig von der Redaktion zurückgetreten, so zu den mancherlei Opfern, die er dem 
von ihm mit begründeten Blatte gebracht, auch noch dieses bringend. Aber die Nothwendigkeit seines 
Schrittes im Interesse der ferneren gedeihlichen Entwickelung der Zeitschrift einsehend, hat er das 
Opfer gern gebracht, und indem wir ihm für alles, was er uns und den: „Hessenland" gewesen, 
innigsten Tank sagen, hoffen wir, daß er auch wie früher ein hilfsbereiter Rathgeber und Freund 
uns jederzeit bleiben werde. 
An seiner Stelle hat Herr Du. Wilhelm Groteferi-, Assistent an der ständischen Landes 
bibliothek zu Kassel, die Leitung unserer Zeitschrift übernommen. Als Historiker von Fach, der sich 
auch bereits durch Arbeiten aus den: Gebiete der hessischen Geschichte trefflichst bewährt hat, dazu als 
wissenschaftlicher Beamter der ersten Bibliothek unseres Landes bietet Herr Dr. Grotefend volle Bürg 
schaft dafür, daß das von ihm geleitete Blatt nicht allein in den bisherigen Bahnen weiter wandele, 
sondern daß es immer mehr zu der von seinem Begründer Ferdinand Zwenger erstrebten wissen 
schaftlichen Höhe sich emporarbeiten, daß das „Hessenland" in jedem Hause unseres 
Heimathlandes der alte gern gesehene Gast sein und bleiben wird. 
Redaktion und Verlag, nunmehr wieder an einem Orte auf's engste zusammenwirkend, werden 
es sich gleichmäßig angelegen sein lassen, das „Hessenland", unter Wahrung seines Charakters im 
Allgemeinen, inhaltlich immer voller und reicher zu gestalten, unnützen Ballast bei Seite lassend, 
ihm diejenige Würde zu erhalten, welche ihm als einem geistigen Sammelpunkte der wissenschaftlichen 
Bestrebungen unseres engeren Heiinathlandes von jeher eigen war. 
So sagen wir auf Wiedersehen im zweiten Quartal 1895! 
Der Derlag des „Kessenland".
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.