Full text: Hessenland (9.1895)

58 
Ml 
ft 
!!!lli!l!lll!!l!!l!|l!!l!!!l|ll!!|!!lll|ll|l|lllll!!ll!lll>llllll>lll!>llll!!lll!!lllllll!l!!J!!llllllllllllllllliiilll!lllllllllll!ll!lllll>!lllilllli!llilll!llllllllllll!lllllllllll!l!l!l!l!UII|llllllllllllllll!lllllllll!llll!llll!!llll!ll!lillll|!l|lllllllllllllllllillllllllllllllltlillltlllllllllllllllllll!llllilllllll!ll!lllllllllil|||||iillllllllllllilllinI ! 
H. Krand. 
(Frau Lilly Wigand, geb. Hillebrand.) 
Ein Nachruf. 
‘Tsslst eiln irgend jemand, so hat Frau Lilly 
t[fj Wigand, geb. Hillebrand, in btefen Blättern 
's einen Nachruf verdient, denn gleich ihr hat 
feit langer Zeit, vielleicht überhaupt noch niemand 
das Interesse an unserer hessisch-vaterländischen 
Geschichte in die weitesten Kreise zu tragen und 
hier wach zu erhalten verstanden. Wenn bisher 
diese Geschichte gewissermaßen nur in auserwählten 
Kreisen gepflegt wurde, so hat sie, die Dichterin, 
in den reichen Schatz der Vergangenheit ihres Volkes 
hineingegriffen und ihn episch zu gestalten ge 
wußt. Da erst sahen die meisten, wie reich das 
Hessenvolk in seiner Geschichte ist, und heute 
dürften wohl H. Brand's Erzählungen zu den 
gelegensten Büchern im Hessenlande gehören. 
Aber auch über die Grenzen der engeren Heimat 
hinaus haben sie sich mehr und mehr Bahn 
gebrochen. 
Leider waren bisher zu einem würdigen Nach 
ruf für unsere Dichterin die Nachrichten über 
ihr Leben nicht reichlich genug vorhanden. Um 
so erfreulicher ist es, daß es uns jetzt durch die 
Liebenswürdigkeit und Güte einiger der Verewigten 
bei ihren Lebzeiten sehr nahe gestandener Freunde 
ermöglicht worden ist, das Versäumte nachzuholen. 
So geben wir zunächst dasjenige hier wieder, 
was Frau Elisabeth von Wintzingerode 
geb. von Türcke uns mitzutheilen die Güte 
hatte.*) Die genannte Dame schreibt aus Meiningen, 
den 31. Januar d. I. folgendes: 
„Mit bestem Dank für die Zeilen vom 23. d. 
Monats bin ich sehr gern bereit mitzutheilen, 
was mir aus dem Leben meiner geliebten Freundin 
bekannt, bitte aber zu entschuldigen wenn es im 
Rahmen der freundschaftlichen Beziehungen ge 
schieht, indem einerseits meine Erfahrungen damit 
verknüpft sind, und andererseits es mir so am 
*) Herr Consul Jchon auf Wilhelmshöhe bei Kassel, 
auch ein langjähriger treuer Freund der Verewigten, hatte 
die große Liebenswürdigkeit, die Vermittelung zu über 
nehmen, wofür ihm unser ganz besonderer Dank gebührt! 
Besten gelingen wird, einen kleinen Beitrag zu 
dein Lebensbild der Vollendeten geben zu können. 
Lilly Hillebrand, wie die Heimgegangene mit 
ihrem Mädchennamen hieß, war die Tochter eines 
kurhessischen Offiziers; ihr Vater war Oberst 
lieutenant. Er starb zu Beginn der 50er Jahre, 
und danach kam Lilly in die Familie des zu 
Kassel lebenden Obersten Freiherrn von Stein- 
Lieben st ein, dessen Gemahlin ihr eine liebevoll 
mütterliche Freundin für das Leben blieb; ich 
selbst habe die würdige Dame noch gekannt und 
weiß, wie oft sie, die selbst kinderlos, den Beweis 
gab, Lilly wie eine liebe Tochter zu halten und 
zu lieben. 
Die beiden Damen lebten auch nach dem im- 
Jahre 1859 erfolgten Tod des Obersten von Stein 
bis zur • Mitte der 70er Jahre in Kassel, 
und hrachten nur zuweilen die Sommermonate 
auf dem Freiherrlich von Stein'schen Familiengut 
Schloß Barchfeld a. d. Werra in Thüringen zu, 
zogen aber dann ganz dahin, und seitdem ist 
mir, da ich in der Nähe, in Allendorf unweit 
Salzungen, lebte, wo mein verstorbener Mann 
Gutsbesitzer war, Lilly bekannt. 
Gemeinsame Fahrten nach Meiningen, wo sie 
die Verwandten ihrer mütterlichen Freundin, ich 
meine Eltern besuchte, vermittelten zuerst unsere 
Bekanntschaft, die später zur herzlichsten Freund 
schaft wurde. 
Am 23. April 1880 starb Frau von Stein, 
und von da gab sich Lilly der schriftstellerischen 
Thätigkeit, welche sie schon früher versucht, ganz 
hin, und in jener Zeit verkehrten wir besonders 
viel. — Sie hatte eine nette Wohnung in einem 
dem Schlosse nahegelegenen Hause gemiethet, und 
so oft wie möglich suchte ich sie auf — eine für 
mich in lieber Erinnerung verbliebene schöne, 
unvergeßliche Zeit. 
Mit großem Interesse sah ich in den Jahren 
1881—82 die historische Erzählung „Heinrich 
von Brabant, das Kind von Hessen" ent-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.