Full text: Hessenland (9.1895)

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18. Gott zur Ehr, 
Den Kindern zur Lehr'. Meckbach. 
19. Die Lehre achtet höher als köstliches Gold. 
Friedewald. 
20. Machet die Thore weit und die Thüren in 
der Welt hoch, daß der König der Ehren 
einziehe! Kathus. 
21. Christus ist mein Leben, 
Sterben mein Gewinn. Friedlos. 
22. Gott bewahre dieses Haus vor Feuer und 
aller Noth 
Und die darinnen sind vor bösem, schnellen 
Tod. Schlippenthal bei Hersseld. 
23. Deutsches Haus, deutsches Land, 
Schirme Gott mit starker Hand. Hersfeld. 
24. Gott behüte dieses Haus 
Und die da gehen ein und aus. Sieglos. 
25. Keinen hat Gott je verlassen. 
Der ihm vertrauet alle Zeit. 
Und ob ihn schon viele hassen. 
So geschieht drum ihm doch kein Leid. 
Gott kann die Seinen schützen. 
Die sich im Glauben stützen. 
Ueukirchen bei Hünfeld. 
26. Alles Thun aus Gott gestellt, 
Ihm gehorcht und nicht der Welt, 
Denn die Welt ist voller List. 
Treu und Glaube verschwunden ist. 
Kathus. 
15. Sprüche gemischten Inhalts. 
1. Ich achte meine Hasser 
Gleichwie das Regenwasser, 
Das von den Dächern fließt. 
Wenn sie mich schon beneiden. 
So müssen sie doch leiden. 
Daß Gott mein Helfer ist. 
Meiterode und Gerterode. 
2. Sie kommen und besuchen mich 
Und meinen's doch von Herzen nicht. 
Sie suchen nur Gelegenheit, 
Mich auszutragen weit und breit. 
Ulfenmühte 
3. Es sind 24 Herrn aus Erden, 
Durch die muß die ganze Welt regiert werden. 
Sie essen kein Brot und trinken keinen Wein, 
Rathe, was für Herren das mögen sein. 
( UZqvstPnK fz) Gerterodr. 
4. Wir lieben keinen Zank und Streit, 
Sondern nur Gemüthlichkeit, 
Wer nichts davon will wissen. 
Der wird sofort hinausgeschmissen. 
Hersfeld. 
5. Ich ging einmal durch ein fremdes Land, 
Da stand geschrieben an der Wand: 
Laß liegen, was nicht Dein ist. 
Sonst mußt Du sterben, ehe es Zeit ist. 
Gittersdorf. 
6. Wer zufrieden ist, dem schenke ich dieses 
Haus. Blankenheim. 
7. Ein frischer Trunk zur rechten Stund' 
Macht Meister und Gesellen gesund. 
Schenklengsfeld. 
8. Alle die vorüber gehen, fahren und reiten. 
Denen gebe Gott Glück zu alle Zeiten. 
Herfa. 
9. Kräht die Henne, schweigt der Hahn, 
Ist das Haus gar übel dran. Christerode. 
10. Dies Haus ist mein und doch nicht mein. 
Wer nach mir kommt, wird's auch nicht sein. 
Kcrterode. 
11. Erst besinnen, dann beginnen. Hersfetd. 
12. Die Leute sagen immer: 
Die Zeiten werden schlimmer. 
Die Zeiten bleiben immer. 
Die Leute werden schlimmer. Kathus. 
13. Der Ackerbau ist meine Lust, 
Wenn ich hab' gut Geschirr, 
Gut Vieh rind keinen Verdruß. 
Gott seg'ne meinen Pflug, 
So bin ich reich und hab' genug. 
Meiterode. 
14. Mit großen Mühen und Plagen 
Erbaut' ich dieses Haus, 
Und Niemand kann mir sagen. 
Wie bald ich muß hinaus. 
Schtippenthat bei Hersfeld. 
15. Laß den Hasser hassen. 
Laß die Neider neiden. 
Was Gott giebt. 
Muß die Welt hier lassen. Herfa. 
16. Da es mir wohl ging aus Erden, 
Wollten alle meine Freunde werden. 
Als ich aber kam in Noth, 
Waren alle meine Freunde todt. 
Lautrnhanfen und Frielingen.
	        

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