Full text: Hessenland (9.1895)

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Die Plätze der Kothen sind nimmer 
von erster Entstehung bis heut 
verzinset, sie bleiben ja immer 10 ) 
Von Zehnden und Diensten befreyt. 
So wuchs denn das Stüdchen und lebte 
Froh glücklich Jahrhunderte hin 
Jagt, Fischfang, und Viehzucht verwebte n ) 
und mehrte des Ackers Gewinn. 
Doch später als Winnfried gelehret 
erhuben wo Coeilen verbrannt 
sich Hütten, sie wurden vermehret 
und edlich die Neustadt genannt. 12 ) 
Doch Mangel des Masters erreget 
Die Neigung, nach Eimer zu ziehn. 
das Beyspiel von einzeln beweget 
auch andre, dlirch Fischfang zu blühn. 
Doch als dieses Stäbchen verschwindet 
verehrte man Christum schon dort! 
aus Homannscher Charte selbst findet 13 ) 
man Zeichnung der Kirche vom Ort. 
Ein Graben und Mauer umwanden 
dies Städtchen, Ihr könnt es noch seh» 
Vor 70 der Jahren selbst standen ") 
noch Trümmer ans Fahlenbergs Höhn. 
Im achten Jahrhundert verehrten 15 ) 
die Bürger Elmeri das Wort 
Vom Krentzestodt Christi, und stöhrten 
den Wodan geheiligten Ort. — 16 ) 
Sie bauten St. Jost die Kapelle 
die einst an dem Heinbache stand 17 ) 
noch heut zu Tag nennt man die Stelle 
8t. Jost, und ist jeden bekannt. 
Und südostwärts im Walde stehn Mauren 
Von einer Kappelle noch heut 
h Zwey Tannen im Vordergrund traureu ls ) 
sie war der 8t. Anna geweyht. 
Aus Westeibergs Höhen noch zeiget 
man jenen geheiligten Ort 
Der SCHntter des Herrn geweihet 
verfallen, den Uhrgrund noch dort. 1<J ) 
Ein Glaube hat Neustadt und Eimer 
in enger Verbindung gesetzt 
Denn Güter der Kirche von jener 
giebt Eimer zu Lehne, noch jetzt. 20 ) 
Was weiter das Schicksaal gewesen 
Von Eimer ist niemand bekannt 
als das es mit sächsischem Hessen 2 '» 
der Wechsel der Zeiten verband. 
Ta war es der Sitz eines Grafen 22 ) 
j: So hob sich Elmeri empor: 
Doch schreckliche Schicksaale trafen 
das Städtchen das alles verlohr. 23 a ) 
Ein Eberhard, Herzog zu Franken 
befehdet Bruningus den Gras 
doch als besten Reisige wankten — 
Vernehmt! was Elmeri betraf! 
Die Hessen, die Eberhard führte 
bestürmten Elmeri nun bald 
kein Weinen, kein Klageton rührte, 
that Einhalt dem Mord und den Brand. 
Es sielen die Greiste und Weiber 
kein Bitten versöhnte die Wuth 
Der Kinder und Säuglinge Leiber 23 ch 
verbrannte die stammende Gluth! 
Die welche dem Morde entronnen 
erbauten von neuem die Stadt 
bald wieder war Eimer gewonnen 
und blühte durch Viehzucht und Saat. 
Das Kloster zu Eimer beschäftigt 
im Baue, dem Gras Eckihard 
von Otto dem 3h” bekräftigt 24 ) 
selbst Neichs-Abtey später es ward. 
Fünfhundert und fünfzig Jahr standen 
die Hallen! da wich Geistes Nacht, 
Befehl imb Aufklärung entwanden 2 st 
Dem Abt und dem Kloster die Macht. 
Da wo sonst die heiligen Spenden 
den Glauben mit Nahrung erfüllt, 
da, liegt jetzt die Dutte mit Reuden 
die leiblichen Hunger nur stillt! 
Da wo sonst für ewige Hütten 
der Priester die Schulden erliest, 
Da weinen jetzt viele und bitten 2 ") 
um Gnade für Pfand und Verliest. 
lind da, wo sonst Benedictiner 
Erbarmen für Sünder gefühlt 
da, haben schon manche Amtsdiener 
ihr Müthchen im Prügeln gekühlt. 
Des Gaues Angera Begrenzung 
fasst Hehnwardeshusen, doch hört! 2 ') 
bald ward Engelberte durch Schenkung 
halb Hehnwardeshusen verehrt. 
Doch Paterborns Bischof verschaste 
sich Helmwordeshusen als Pfand; 
Die Herrschaft von Collen erschlaffe 2S ) 
aus Paterboms-Kirche gewandt.
	        

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