Full text: Hessenland (9.1895)

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Haupmann Wilius und Hauptmann Schlorbaum das ! 
Wahren meine Tret Haubt Leiden (!) Griese Euch Gott 
M. M. Bei Hanau den 5. Nov. 1861. 
Feldschütz K. B. 
Aber noch eins Ihrer Hoheit, Wie das gekommen sei, 
mich an sie zu Wenden, Es Morde Nämlich unser Pfarr 
vorgesteld, da Wahren Trei Mitglieder In der Kirche 
Zwei hatten Das Silberkreuz der ander Hatte Sonst 
eine Atedal da deuten Schon werrent dem Gottesdienst 
Vieleicht Schn vierzig mann Ans meinen Nock ich Wüste 
Aber in dem Augenblick nicht Was das Bedeuten Soll 
da nun der Gottesdienst Beerdig Wvhr da Fragte Ich 
Was das Bedeuten Soll Auf meinem Rock zu deuten da 
Hatte ich Bonsemtlich die Antwort erhalden Wenn unser 
Kurfürst An dich dächte, dann Bekeme ich Auch einselges 
Weib*) fie Wüsten Welchen Korader ich Besesen Habe da 
ich noch im Jäger Battaillon Stand Arrist habe ich 
Keinen Bekommen ich Bin in Keinein Orterbuch zu finden 
und Grade des Halb Wierde es mier ein Solches Ber- 
gniegen Machen Wenn ich den Sondag in die Kierche 
Kommen Solde und ich Hette auch ein Solges an meinem 
Rock Stecken da Wierden sie Auch Auf mich deuten und 
Wierden Sagen unser Landes Vatter Hat doch auch an 
unser B. gedacht er muß doch gut gestanden Habe im 
Inger Bataillon 
Ich Hobe dieses mier Selber Geschrieben ich Kende 
zwahr Besser Schreiben Wenn ich es Besser gelernt Hette 
es Kostet mich doch kein Geld aber Schön sei die Schrift 
nicht an seiner Königliche Hoheit Aber ich Kann es nicht 
Besser und Soll mich doch Kein Geld Kosten." 
Hoffentlich hat Bittsteller den erbetenen Sonntags- 
rock-Schmuck erhalten. Dr. A. 
*) Wörtlich so im Original. Briefschreiber wollte vermuthlich 
sagen: „dann bekäme ich auch ein selbiges, weil" u. s. w. 
Aus Aeimath und Fremde. 
In der wissenschaftlichen Beilage zu der 
Münchener Allgemeinen Zeitnng vom 
5. Oktober findet sich ein geistvoller, äußerst lesens- 
werther Altssatz unserer hochgeschätzten Mitarbeiterin 
und hessischen Landesmännin Frau H. Keller- 
Jordan zu München über Jo so Echegaray, 
den ersten spanischen Bühnendichter der Gegenwart, 
dessen ganz auf dem Boden der modernen Schule 
stehende bedeutendste Schöpfung, das Gewissensdrama 
„0 locura ö santidad" (Wahnsinn oder hoher 
Sinn) auch am Königlichen Hvstheater in Kassel 
in recht guter Besetzltng gegeben ist, also vielen 
unserer Leser bekannt sein wird. Da die Bersafferin 
des Aufsatzes eben dieses Stück scharf analysirt und 
aus seinen literarischen Werth eingehend prüft, 
wird ihre Arbeit in den Kreisen der Freunde des 
„Hessenlandes" mit ausnehmendem Interesse gelesen 
werden. 
In einigen Tagen gedenkt die rührige Verlags 
buchhandlung von Max Brunnemann in Kassel 
mit einer neuen Dichtung einer anderen verdienten 
Mitarbeiterin des Hessenlandes, Frau E. Scheel, 
aus dem Büchermarkt zu erscheinen. Diese, eilt 
Epos, führt den Titel: „An der Ed der vor 
tausend Jahren". Das an der Spitze dieser 
Nummer abgedruckte ansprechende Gedicht ist dem 
selben entnommen. 
Das weit über das Gebiet des ehemaligen 
Kurhesscns hinaus mit großem Interesse ans 
genommene Werk von Otto Bähr „Das 
frühere Kurhessen, ein Geschichtsbild" 
wird von der gleichen Verlagshandlung soeben in 
zweiter Auflage ausgegeben. Die ziemlich starke 
erste Auslage ist bereits völlig vergriffen, und zwar 
sind fast sämmtliche Exemplare lediglich in Hessen 
abgesetzt. 
UniversitütsNachrichten. Der „N. Fr. Pr." 
zufolge soll der Zoolog Hvfrath Professor Di-. Karl 
Claus, geb. 2. Januar 1835 zu Kassel, einer 
der wenigen deutschen Gelehrten, denen es vergönnt 
war, zu Darwin intimere persönliche und wissen 
schaftliche Beziehungen zu erhalten, mit Schluß 
des laufenden Schuljahres die Wiener Hochschule 
verlassen. — Die Nachricht des Berliner Tage 
blatts, daß der Marburger Professor und Direktor 
der dortigen chirurgischen Klinik, Geheimer Medizinal 
rath Dr. Ernst Küster, als Nachfolger des ver 
storbenen Professors Dr. von Bardeleben in 
Berlin in Aussicht genommen worden sei, aber 
diesen Ruf abgelehnt habe, ist unzutreffend. An 
den genannten Gelehrten ist ein Rns nach Berlin 
bis jetzt nicht ergangen. — Der außerordentliche 
Professor Dr. I. Disse zu Halle a. S. (geb. 1852) 
ist in gleicher Eigenschaft in die medizinische 
Fakultät zu Marburg versetzt und zum ersten 
Prosektor des dortigen anatomischen Instituts 
ernannt worden, desgleichen der Privatdozent 
Dr. Zumstein daselbst zum zweiten Prosektor. 
Personalien. 
Verliehen: dem Oberpräsidenten, Wirklichen Geheimen 
Rath Magdeburg, Excellenz, zu Kassel die Erlaubniß 
zur Anlegung,des Großkreuzes des großherzoglich sächsischen 
Hausordens der Wachsamkeit oder vom weißen Falken; 
dem zum Kvnsistorialpräsidenteu des Fürstenthums Waldeck- 
Pyrmont ernannten bisherigen Landgerichtsrath von 
H a d e l n zu Kassel der rothe Aderorden vierter Klasse; dem 
Oberlehrer Professor Dr. Zuschlag zu Kassel bei seinem 
Ausscheiden aus dem Staatsdienste der rothe Adlerorden 
vierter Klasse; dem Stenerrath a. D. Fischer zu Berlin, 
bislang zu Kassel, der rothe Adlerorden dritter Klasse mit der 
Schleife; dem Metropolitan a. D. Werner zu Grebenstein, 
bisher zu Obervellmar, der rothe Aderorden vierter Klasse; 
dem Atetropolitan a. D. @nbemann zu Melsungen der 
rothe Adlerorden vierter Klasse; dem Pfarrer Ger lach zu 
Niederaula die Pfarrstelle in Großenenglis; den Ober-
	        

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