Full text: Hessenland (9.1895)

JK> 19. IX Jahrgang. Kassel, 1. Oktober 1895. 
Das „Hrhrntand" erscheint am 1. und 16. jedes Monats 1 */2 bis 2 Bogen stark und kostet vierteljährlich 
1 Mark 50 Pf., die einzelne Nummer 30 Pf. Auswärts kann das „Hessenland" durch die Post (Postzeitungsliste 1895 
Nr. 3148) oder durch den Buchhandel oder auch direkt vom Verlag unter Streifband bezogen werden; 
in Kassel nimmt der Verlag (Buchdruckerei von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4), Bestellungen entgegen. 
Anzeigen werden mit 20 Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnet. 
Inhalt: „Herbst", Gedicht von H. Br.; „Die Regententhätigkeit Landgraf Wilhelm's VI." von vr. W. 
Grotefend; „Sehenswürdigkeiten der Kasseler Messen im vorigen Jahrhundert." Mitgetheilt von I)r. Hugo Brunner 
(Fortsetzung); „Eine Wallfahrt" von H. Keller-Jordan; „Anagramm" von M. Schumacher; Aus alter und neuer 
Zeit; Aus Heimath und Fremde; Hessische Bücherschau; Personalien; Briefkasten. 
Herbst. 
Es ist vom Berg ein langer Blick 
Auf Deiner heimath Fluren. 
Wehmüthig kehrt Dein Geist zurück 
Zu Deiner Aindheit Spuren. 
Und die Du längst gestorben meinst, 
Die freundlichen Gestalten, 
Du siehst sie wieder, siehst wie einst 
Zhr liebevolles walten. 
So legt sich Manches an das Herz, 
Schafft seliges Empfinden. 
Wir hielten's gerne, doch mit Schmerz 
Sehn wir's vergehn, entschwinden. 
J y, s legt sich Manches an das Herz 
^ Zn traulichen Gestalten, 
Das möchte man vom Trennungsschmerz 
Für itnmer frei erhalten. 
Das ist der gold'ne Sonnenschein 
Auf herbstlich rothen Blättern. 
O möchte nie der Winter dräu'n 
Mit Sturmgebraus und Wettern! 
Es ist ein Lied der Jugendzeit, 
Das einst Dein Schatz gesungen. 
Es mahnt an Lieb' und altes Leid, — 
Bald ist sein Alang verklungen. 
Ar.
	        

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