Full text: Hessenland (9.1895)

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Adoptivvaterland. Als schneidiger Krieger brachte 
es Kapitain Walther, der sich in einer Reihe von 
Schlachten und Gefechten besonders auszeichnete, 
auch zweimal schwer verwundet wurde, bald zum 
Oberst und Kommandeur des 35. Wisconsiner 
Freiwilligen-Regiments. Nach Beendigung des 
Krieges bekleidete Walther mehrfach öffentliche 
Aemter, so das eines Steuerinspektors für den 
ersten Distrikt in Wisconsin, gehörte auch gelegentlich 
als Mitglied der Partei der Reformrepublikaner 
der Volksvertretung dieses Staates an. Später 
schloß er sich, wie viele seiner deutschen Landsleute 
in Nordamerika, der demokratischen Partei an, der 
er treu geblieben ist. Walther war in erster Ehe 
mit einer Halbblutindianerin vermählt. 
Wir wollen nicht verfehlen, unseren Lesern von 
einem literarischen Unternehmen Kunde zu geben, 
das sich für ein Nachbnrgebiet ähnliche Ziele gesteckt 
hat wie unsere Zeitschrift für das Hessenland. 
Es ist dies die unter dem Titel: „Nieder 
sachsen" vom 1. Oktober d. I. ab unter Leitung 
der Brüder August und Friedrich Freuden 
thal in dem angesehenen Verlage von Karl 
Schünemann in Bremen erscheinende Halb 
monatsschrift für Nordwestdeutschland, welche sich mit 
der Geschichte des niedersächsischen Landes und dem 
niedersächsischen Volksleben in gemeinverständlicher 
Darstellnngsweise zu befassen haben wird. Wünschen 
wir der neuen für ihren Bereich gleichstrebenden 
Genossin besten Erfolg! 
In den Tagen vom 15. bis 18. September 
wird der Gesammtverein der deutschen 
Geschichts- und Alterthumsvereine im 
alterthümlichen Städtchen K o n st a n z am schönen 
Bodensee seine Generalversammlung abhalten. 
Unter den für dieselbe festgesetzten Vortrügen seien 
folgende erwähnt: der des fürstlich Fürsten 
bergischen Hofkaplans Theod. Martin: „Ueber 
die Geschichte von Konstanz"; des Professors 
Dr. Gerold Meyer von Knonau in Zürich 
über: „Bischof Gebhard HI. von Konstanz"; des 
Professors Dr. Brecher aus Berlin über „die 
Hohenzollern und das Konstanzer Konzil" , und 
endlich der des Dr. Ludwig W i l s e r aus Karls 
ruhe : „Ueber Alter und Ursprung der Runen 
schrift". Unter den Fragen, welche in den 
einzelnen Sektionssitzungen erörtert werden sollen, 
befinden sich auch solche, welche für das Hessenland 
und die hessische Geschichtsforschung von Belang 
sind; so soll z. B. darüber verhandelt werden: 
„wie und wann die geschichtlichen Bei 
namen der deutschen L a n d e s s ü r st e n e n t - 
standen sind", „welcher Weg sich den historischen 
Gesellschaften für den Austausch und Absatz ihrer 
Veröffentlichungen empfiehlt", und „wie der 
Schutz und die Pflege geschichtlicher 
Denkmäler am besten und wirksamsten 
zu handhaben sei". 
H'erfonakien. 
Verliehen: dem Steuerinspektor Gitzen in Fulda 
die Kataster-Jnspektorstelle bei der Regierung zu Arns 
berg; dem Pfarrgehülfeu Rat? in Oberrieden die Pfarr 
stelle in Mariendorf. 
Ernannt: Erbkämmerer in Kurhessen Hans Graf 
von Berlepsch zu Schloß Berlepsch zum Ehrenritter 
des Johanniterordens; Rechtsanwalt Israel zu Kassel 
zum Notar. 
Versetzt: Oberregierungsrath Dr. Stirn zu Schles 
wig an die Regierung in Kassel; Wasserbauinspektor 
Jphording zu Bonn nach Marburg. 
Ueberwiesen: der Regierungsassessor Zoberbier 
dem Landrathsamte zu Fulda; der Regiernngsassessor 
von Below zu Marienwerder der Regierung zu Kassel 
zur weiteren dienstlichen Verwendung. 
Geboren: ein Sohn: Dr. med. Köhler und Frau, 
geb. Beckmann (Kassel, 28. August). 
Verlobt: Pfarrer Wilhelm Lauge (Sooden a. W.) 
mit Fräulein Atarie Grotesend (Escherode, August). 
Gestorben: Kaufmann Rudolf Aha, 46 Jahre 
alt (Hünfeld, 14. August); Frau verw. Amtsaktuar Melide 
Schulz, geb. Wiegand, 78 Jahre alt (Kassel, 19. August). 
Briefkasten. 
L. M. in Eschwege. Besten Dank und Gruß. 
Inhalt: „Hier ist kein Bleiben!", Gedicht von Lud 
wig Mohr; „Bon dem Gesundbrunnen bei Nordshausen, 
einer verschollenen Wunderquelle" von A. Fey; „Die 
Schlacht bei Wilhelmsthal am 24. Juni 1762", Vortrag 
von Dr. Carl Schwarzkopf (Schluß); „Erinnerungen 
aus dem Hanauer Dorfleben vor fünfzig Jahren" von 
Pfarrer Hufnagel-Kesselstadt (Fortsetzung); „Glaube, 
Liebe, Hoffnung", Gedicht von f W. G.; Aus alter und 
neuer Zeit; Aus Heimath und Fremde; Personalien; 
Briefkasten. 
Probenummern 
unserer Zeitschrift stehen den nerehrtichru Abonnenten 
des „Hestentand" zwecks Meiterverbreitung an hessi 
sche Landsleute in Heimath und Fremde jederzeit 
kostenfrei gern zur Uerfügung, werden auch von 
dem Unterzeichneten an gütigst bezeichnete Adresten, 
die stets dankbar entgegengenommen werden, pünkt 
lich versandt. 
Der Uerlag des „tzeffenland" 
ScUoßßint/'-z. Iriedr. Scheel, 
Wuchönuckerei. 
Für die Redaktion verantwortlich: Dr. W. Grotefend in Kassel. Druck und Verlag von Friedr. Scheel in Kassel.
	        

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