Full text: Hessenland (9.1895)

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war 1292 anwesend, als Graf Otto von 
Waldeck das Kloster Hardehausen beschenkt*). 
Die Anfange der Familie „Bleifarben", — denn 
so ist der Name doch wohl in's Neuhochdeutsche zu 
übertragen —, weifen also aus das Waldeckische 
hin, wo wir sie auch später noch finden. Am 
20. September 1368 ist Johann Blivar 
Zeuge bei einem Verzicht Knrt's von Recke 
rin ghansen ans alle Ansprüche aus das Pader 
born ffche Gut zu B e r n d o r s in W a l d e ck zu 
Gunsten Bvdo's von Engern.**) 
Am 16. August 1400 versetzen Raven von 
Pappenheim, Ritter, und Johann, sein Sohn, 
eine Rente von l0 Gulden aus ihren Gütern zu 
Lütersheim im Waldeckischen an J ohann und 
Henrich Gebrüder, genannt Blighvare, strenge 
Knappen, und drei Jahre später, 1403, den 
24. Juni, versetzt Henrich Blysar den vorstehenden 
Brief- seinem Schwager Ernst Slyrbach und Elfen, 
dessen Frau.***) 
1412 war Henrich Blivar, Knappe, Schieds- 
mann bei einem Vergleiche des Grasen Adolf von 
Waldeck mit dem Kloster Arolsen 4). 
1422, den 6. Mai, belehnen Gras Adolf von 
Waldeck und sein Sohn Otto „Heinrichen Blüvar" 
mit einem Bnrglehen zu Mengeringhausen, mit 
Helsen (bei Arolsen) und dessen Zugehörung, 
nämlich den Hantberken, dem Ebersberg, dem 
Calenberg und dem, Wengeringhäuser Berge, welche 
Stücke Gerold von Helsen vorhin von der 
Herrschaft Waldeck zu Lehen gehabt. 44) 
1429 besiegelt Heintz Bliver neben Werner 
von Schlitz, genannt von Görtz, und Hans von 
Urff die Bestätigung der früher geschehenen Be 
lehnung Rorich's von Eysenbach mit Schloß 
Eysenbach durch Gras Johann von Ziegen 
hain. 444) Leider ist das Siegel nicht beschrieben. 
Den 29. November 1449 giebt Henrich Blyvar seine 
Einwilligung, daß Johann von Brunharssen 
als dermaliger Inhaber des Brieses vom 16. August 
1400, oder seine Erben, den erwähnten Brief 
verschreiben oder von sich thun können an der 
Blyvar Statt. Dieser Heinrich B. hatte kein 
*)Seibertz, Wests. U.-B. 230. Wilma uns, 
Wests. U.-B. IV. 1318 und 2223. 
**) Nordeubecker % ran §4 Buch 183. Vergl. über 
dieses Buch Westfäl. Zeitschr. Bd. 48. 2, S. 9. 
***) Varnhagen, Grundlage zur Waldeckischen Ge 
schichte. II, S. 4. 
4) Beiträge zur Gesch. d. Fürstenth. Waldeck u. 
Pyrmont. 1867. 
44) Varnhagen. ebenda. Kalenberg und Wengeker 
Berg (= Wengeringhäuser B.) lassen sich bei Helsen 
nachweisen. 
444) Senkend erg, Lelecta juris etc. Bd. V. 
Siegel.*) Er oder sein Bruder Johann war wohl 
der Vater unseres hessischen Marschalls Johann 
B l i e b e r. 
Fahne, in seinem Werk über die westfälischen 
Geschlechter, erwähnt noch, daß die zweite^Ge- 
mahlin des um 1449 lebenden Arnold von 
Imbsen zu Wever „Gertrud von Bliver" hieß. 
Noch heute erinnert der Name des südwestlich 
Frederinghausen im Waldeckischen liegenden 
„Blie bernholz es", das in einem 1536 zwischen 
dem Grafen von Waldeck und den Herren von 
Canstein „Bliverholtz" genannt wird, an jene 
längst ausgestorbene Familie, deren letzter Sproß 
so mannhaft für seinen Landgrafen und die Ehre 
des hessischen Stammes eintrat. 
Aus Heimath und Fremde. 
Der Verein für hessische Geschichte und 
Landeskunde wird in den Tagen vom 22. bis 
24. Juli iu Ziegenhain seine 61. Jahres 
vers a inmlung abhalten, deren Tagesordnung 
folgendermaßen festgesetzt ist: 
Am 22. Iuli Nachmittags 6 Uhr: Sitzung des Gesammt- 
vorstandes. Abends geselliges Beisammensein auf dem 
Bunten Bock. 
Am 2 3. Juli Vormittags 7 h', Uhr: Besichtignng der 
Stadt. Um 9h, Uhr: Hauptversammlung im 
Rathh aussaale. 1) Begrüßungen und geschäftliche 
Verhandlungen; 2) Vortrag des Herrn Pfarrers 
Wissemann-Kassel über: „Heinz von Lüder". 
Um 12 Uhr: Frühstück. Um 3 h- Uhr : Festessen 
im Rathhaussaale. Um 5 h, Uhr: Waldfest im 
Schützenwald. 
Am 24. Juli Vormittags 6h, Uhr: Ausflug zu Wagen 
nach Burg Herzberg. Vortrag über die Geschichte 
der Burg. 
Anmeldungen sind an Herrn Kreissekretär Brunner 
in Ziegenhain zu richten. 
Indem wir der Versammlung eine zahlreiche 
Betheiligung wünschen, sprechen wir die Hoffnung 
aus, daß deren Theilnehmer aus den Verhandlungen 
und dem geselligen Beisamniensein in der alten 
Veste Ziegenhain neue Anregung schöpfen und daß 
das Verständniß für die Bestrebungen des Vereins 
für hessische Geschichte und Landeskunde in immer 
weitere Kreise dringen möge. 
In den Tagen vom 8. bis 11. August wird 
die deutsch-anthropologische Gesellschaft in 
unserer hessischen Residenzstadt ihre diesjährige 
allgemeine Versammlung abhalten. Nach der bereits 
in unsere Hände gelangten Tagesordnung ist über 
die Zeit derartig verfügt worden, daß die frühen 
Morgenstunden des 8., 9. und 10. August der Be- 
*) Varnhagen, ebenda.
	        

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