Full text: Hessenland (9.1895)

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jähre des Dichters Euricius Cordus" sind enthalten 
im Jahrgang 1891, S. 306—309 und im sechsten 
Jahrgang (1892), S. 2—5. 
Eduard Dunker' s haben wir bereits in der 
Nr. 22 des vorjährigen „Hessenlandes" S. 299 kurz 
gedacht. Dank den freundlichen Mittheilungen 
eines Neffen des Verstorbenen, des Herrn Amts 
richters Dunk er in Bergen auf Rügen, sind wir 
heute in der Lage' auf den Lebensgang Dunker's 
etwas näher eingehen zu können. Karl Eduard 
Gustav Dunk er wurde in Kassel am 2. Dezember 
1807 als der Sohn des Oberstlieutenants Franz 
Dunker und dessen Ehegattin Marie Regine geb. 
Wismann geboren. Während der Vater an dem 
spanischen Feldzuge Theil nahm, zog die Mutter 
mit den Kindern nach ihrem Heimathsvrte Rinteln. 
Hier, wo auch der Vater später als Oberrent 
meister angestellt worden war, verlebte Dunker 
seine Jugendzeit. Mit großer Liebe hing er an 
seiner Schanmburgischen Heimath und in späten 
Jahren zog er immer die geologischen, überhaupt 
naturwissenschaftlichen Verhältnisse des Weserthales 
in den Kreis seiner Betrachtungen. 
Schon als Schüler des Rinteler Gymnasiums zeigte 
er eine tiefe Neigung zu den Naturwissen 
schaften, die er besonders im Verkehr mit seinem 
Vetter, dem nachherigen, am 13. März 1885 
verstorbenen Marburger Professor Geheimrath Dr. 
Wilhelm Dunker, eifrigst pflegte. Am liebsten 
hätte Dunker sich ganz dem Studium der Natur 
wissenschaften gewidmet, allein es fehlte damals 
den Eltern an den erforderlichen Mitteln, da diese 
durch die juristischen Studien seiner drei älteren 
Brüder nahezu erschöpft waren. Er wurde daher 
von seinem Vater für den Militärdienst bestimmt 
und verließ im Juni 1826 als Primaner das 
Gymnasium in Rinteln. Ein Augenleiden ver 
hinderte jedoch die Verwirklichung dieses Planes. 
Nunmehr entschloß sich Dunker, um wenigstens den 
geliebten Naturwissenschaften treu zu bleiben, Berg 
mann zu werden. 
Seine Lehr- und Studienzeit legte ihm, da die 
elterlichen Zuschüsse knapp waren, mannigfache 
Entbehrungen auf, allein ein fester Wille und die 
Liebe zur Wissenschaft gaben ihm die Kraft, den 
Schwierigkeiten in seiner äußeren Lage gegenüber 
Stand zu halten. 
Nachdem er ein Semester lang aus der Univer 
sität Marburg Vorlesungen gehört und inzwischen 
das 20. Lebensjahr erreicht hatte, wurde er zum 
Bergwerksstaatsdienst angenoiumen und zunächst 
dem Bergamt Richelsdorf überwiesen. Dann 
vollendete er seine theoretische Ausbildung auf der 
Universität 31t Göttingen, seine praktische in den 
Freiberger Gruben und Hütten, sowie durch eine 
Jnstruktionsreise durch das Königreich Sachsen, 
die preußische Provinz Sachsen und den Harz. 
Nach im Jahre 1832 bestandenen Staatsprüfungen 
wurde er folgeweise Accessist aus dem Habichts 
wald, Salzamtsasiessor zu Sooden a. W., Berg 
amtsassessor in Bieber, Salineninspektor in Nau 
heim, 1847 Bergrath, 1849 Oberbergrath in 
Kassel.. Die Umgestaltung der politischen Ver 
hältnisse im Jahre 1866, die auch eine solche in 
den verschiedenen Zweigen der oberen Verwaltungs 
behörden mit sich brachte, führten Dunker 1868 
als Oberbergrath nach Halle a. S. 
Am 1. Januar 1873 erhielt er unter Ver 
leihung des Charakters als Geheimer Bergrath 
die beantragte Pensionirnng, die von ihm ganz 
besonders gewünscht worden war, um der sich stets 
mehrenden Bureau- und Verwaltnngsarbeiten ledig 
ganz seinen naturwissenschaftlichen Forschungen 
leben zu können. 
Bei seinem Scheiden von Kassel im Jahre 1868 
hatte er seinen dortigen Freunden versprochen, 
zurückzukehren, sobald er von den Fesseln des 
Staatsdienstes befreit sein werde; dieser Plan 
wurde von Jahr zu Jahr verschoben, da ihn 
wissenschaftliche Arbeiten, die er erst in Halle 
vollenden wollte, zurückhielten. 
Dunker ist unverheirathet geblieben. Eine seltene 
geistige und körperliche Frische blieb ihm bis in 
sein hohes Alter erhalten. Am 6. September 1894 
rief ihn nach nur eintägigem Unwohlsein der 
Tod ab. 
Neben seinen Forschungen und Arbeiten auf dem 
Gebiete der Flußgeologie, deren wir in der oben 
erwähnten kurzen Notiz bereits gedacht haben, hal sich 
Dunker große Verdienste in der Frage, betreffend 
die Wärme unseres Erdinnern erworben und zahl 
reiche Abhandlungen darüber veröffentlicht. Eine 
seine früheren in den Jahren 1869, 1870 und 
1871 im Austrage der Staatsbehörde in dem Bohr 
loche zu Sperenberg ausgeführten Beobachtungen, 
sowie weitere Erfahrungen und Forschungen um 
fassende Arbeit über die Erdwärme hat er druck- 
fertig hinterlassen. Die Herausgabe dieses Werkes 
wird ein Neffe des Dahingeschiedenen, Herr Pro 
fessor Dr. Brauns in Karlsruhe, dem Vernehmen 
nach besorgen. 
Kassel. Dr. A.
	        

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