Full text: Hessenland (9.1895)

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nach betn Inkrafttreten her bereits berührten 
Übereinkunft von 1338 und deren Bestimmungen 
gemäß vorkommendenfalls auch für die Zukunft 51t 
leisten hatte. Aus bett damaligen Verhältnissen 
heraus erklärt sich die Verstärkung der Burg 
mannschaft der Malsbnrg durch Angehörige der 
Familie vott Pappenheim (Rabe uttd Herbold), 
die für die Jahre 1331 bis 1342 dort nach 
weisbar sind. 
In den Rahmen der Fehden der benachbarten 
Territorialgewalten fallen vermuthlich auch solche 
zwischen den Herren von der Malsburg und 
andereit in der Nähe ansässigen Adelsgeschlechtern, 
so den Spiegel zum Desenberge, gegen die Hermann 
von der Malsburg 1333 dem Grafen Johamt von 
Ziegenhain für eine entsprechende Gegettleistnitg 
mit seiner Hälfte der Malsburg Hilfe zusagte. 
Aus der Reihe dieser Stephan, Hermann, 
Werner, Johann, Otto und Heinrich von der 
Malsburg der älteren Zeit einzelne heraus 
zugreifen und ttach ihren besoitderett Geistes 
gaben uttd ihrer sittlichen Wesenheit näher zu 
schildern, ist nicht möglich. Soviel aber steht 
fest, daß sämmtliche männliche Familienglieder 
stets für ihre Ansprüche aus Hab und Gut rührig 
und entschlossen eingetreten sind. Mit den übrigen 
mittelalterlichen Adelsgeschlechtern waren auch die 
Herren von der Malsburg und ihre Vorfahren 
von Schartenberg unetttwegt der Ansicht, daß 
Macht und Ansehen des eigenen Hauses über 
alles zu schützen sei. Die Urkunden des west 
fälischen Urknndenbuches liefern schon für das 
13. Jahrhundert den Beweis, daß überkommene 
Rechtsansprüche wacker verfochten wurden, ohne 
daß deshalb nun für den Fall des Nichtobsiegens 
immer gleich zu bett Waffen gegriffen wurde, 
daß vielmehr in manchen Fällen schiedsrichterliche 
Entscheidung vorgezogen wurde, namentlich, wenn 
aus der Gegenseite eilt Kloster stand. Unbedingt 
haben die ältesten in der Geschichte bekannten 
Männer der Familie von der Malsburg in 
Wahrung ihrer Hausinteressen festgehalten, was 
zu halten war und sich damit nach damaliger 
Anschauung wohl verdient gemacht. 
Traum 
Einst träumt' ich von einer Sonne, 
Die hat so golden gelacht, 
Doch, als sie am schönsten gefunkelt, 
Bin ich int Dttnkeltt erwacht. — 
Noch weniger als über die Männer des Hauses 
Schartenberg-Malsburg sind wir über die Frauen 
unterrichtet, deren Bedeutung für die Geschichte 
noch immer nicht genügend gewürdigt zu werden 
pflegt, wie der treffliche Genealoge Professor 
Ottokar Lorenz in der Festschrift zum Jubiläum 
des Vereins „Herold" erst ganz kürzlich wieder 
betont hat. Leider kennt man nur von einigen 
der Schartenbergisch-Malsburgischen Damen älterer 
Zeit Namen und Geschlecht. Anzunehmen ist 
jedoch, daß sie fast durchweg den benachbarten 
Adelsgeschlechtern Hessens, Westfalens ttitb Waldecks 
angehört haben werden, so den Gropen von Guden- 
burg, bett Wölfen von Gudenbnrg uttd den vott 
Gudenbnrg, den vott Helsenberg, den Raben von 
Pappenheim und vott Kalenberg, von Brakel und 
von Büren, von Spiegel, von Zwergen, den 
Dickebir und von Dalwigk, von Elben, von Buchenau 
und Meisenbug. Hervorzuheben ist, daß bei bett 
männlichen Angehörigen der Familie schott ver- 
hältnißmäßig früh die Anschauung durchgedrungen 
war, daß es ihre Sache sei, für die ihres Be 
schützers beraubten Wittwen Sorge zu tragett. 
Schott vom 15. Dezember 1382 stammt eine 
ttoch heute ttt Elmarshausen vorhandene Urkunde, 
in welcher die Brüder Gerlach und Stephan vott 
der Malsburg ttttb des letzteren Söhne Stephan, 
Johann und Otto Oleke, die Wittwe ihres jwr- 
storbenen Bruders und Oheims Eckbrecht vott der 
Malsburg, eine geborene Dickebir, durch An- 
weisung von Einkünftett aus ihrett Besitzungett 
zu Niederelsungen, Niederlistingen, Oberlistingen, 
Obermeiser und Zwergen sicherstellten. 
So zögernd sich die von der Malsburg dem 
Landgrafen von Hessen angeschlossen haben, so 
zuverlässige Stützen der Landgrasschaft zu Hessett 
sind sie nach ihrem Uebertritt aus hessische Seite 
geworden, sodaß bereits der alte Letzn er mit Fug 
und Recht von ihnen sagen durfte: „Aus dem 
alten «bügelt Stamm der Junckern von der 
Malsburg sind viel namhaftiger, statlicher und 
fürnehmer Leut kommen, so sich zu jeder Zeit in 
Kriegen und Zügen wohl gehaltert." 
b Wunsch. 
Einst traf mich des Unglücks Woge, 
Uttd als sie am wildsten geschäumt, 
Da ries ich: „O, könnt' ich erwachen, 
O, hätt' ich das Alles geträumt!" 
Sascha Elsa.
	        

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