Full text: Hessenland (9.1895)

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11. ix. Jahrgang. Kassel, 1. Juni 1895. 
Das „Hestrnlmlst" erscheint am 1. lind 16. jedes Monats 1'/- bis 2 Bogen stark und kostet vierteljährlich 
1 Mark 50 Pf., die einzelne Nummer 30 Pf. Auswärts kann das „Hessenland" durch die Post (Postzeitungsliste 1895 
Nr. 3148) oder durch den Buchhandel oder auch direkt von der Expedition unter Streifband bezogen 
werden; in Kassel nimmt die Expedition (Buchdruckerei von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4, Fern 
sprecher Nr. 372) Bestellungen entgegen. Anzeigen werden mit 20 Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnet. 
Inhalt: „An mein Vaterhaus", Gedicht von H. Br.; „Die älteste Geschichte der Malsburg und ihrer Besitzer" 
von W. Grotefend (Schluß); „Traum und Wunsch", Gedicht von Sascha Elsa; „Ach in Marburg ist's gar zu schön!" 
Eine studentische Reminiscenz von Dr. A. in K.; „Professor Dr. Karl Krause. — Geheimer Bergrath Eduard Dunker", 
zwei verspätete Nekrologe; Aus alter und neuer Zeit; Aus Heimath und Fremde; Hessische Bncherschau; 
Personalien; Briefkasten; Quittung. 
An mein Vaterhaus. 
ä uf born Berge steh' ich so gerne, 
5chau' in die sonnige, prächtige Lerne. 
Lrei ist der Blick, und das Herz ist so frei, 
3ft es doch illai! 
Und was das Auge beseeligt umspannt, 
Zst ja die heimath, mein hessisches Land! 
U)ie in der Jugend goldenen Zeiten 
schweif' ich im Geist zu den dänuuernden U)eiten. — 
Aber kehrt mir gesättigt der Blick 
Endlich zurück, 
Beut sich im Thale das Häuschen ihm dar, 
!Vo ich ein Aind einst, ein glückliches war. 
Still aus dem schattigen Grün der Bäume 
Lugt es, als wär' es die heimath der Träume. 
Durch die IDipfel ein tauschen geht. — 
Aber verweht 
Ist der Zugend Traum und verrauscht, 
U)ie der U)ind, dem das Aind einst gelauscht. 
Ulutter, laß nrich die Hand Dir drücken, 
Laß uns zusammen hinunter blicken 
Auf das alte, das trauliche Haus. — 
Früh zogen wir aus. 
Aber die Zugend, die dort ich verträumt, 
Hast Du mit Liebe mir goldig umsäumt.
	        

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