Full text: Hessenland (9.1895)

Das „Hehrnlunb" erscheint am 1. und 16. jedes Monats 1 1 /a bis 2 Bogen stark und kostet vierteljährlich 
1 Mark 50 Pf., die einzelne Nummer 30 Pf. Auswärts kann das „Hessenland" durch die Post (Postzeitungsliste 1895 
Nr. 3148) oder durch den Buchhandel oder auch direkt von der Expedition unter Streifband bezogen 
werden; in Kassel nimmt die Expedition (Buchdruckerei von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4, Fern 
sprecher Nr. 872) Bestellungen entgegen. Anzeigen werden mit 20 Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnet. 
Frühlingsstimmungen. 
Kaimorge». 
Licht um der Berge Tannenriesen 
Tchlingt sich der Nebel Tilberband; 
Fern wandern Wasser durch die Wiesen, 
Die wollen weit noch durch das Land. 
In Thau und Wohldust liegt die bseide; 
Tin Jauchzen hallt von jedem Ast. 
Juchhei! Bon meinem Winterleide 
Entschwindet leicht nun Last um Last. 
Ts wiegt ein jubelndes frohlocken 
Wich ein in heitern Waldestraum . . . 
Wir ist, als klängen tausend Glocken 
Aus sonnenlichtem Himmelsraum. 
Ich bet' dich an, du Waienmorgen, 
Du heilig reine Gotteslust, 
Du Ueberwinder aller Torgen : 
„Juchhei!" — Und nun durch Alang und Dust! 
Rauschenberg. 
Wit Purpurwimpeln segelt stolz nach Westen, 
Zu ruhen von des Lenzes Hochzeitsfesten, 
Des Lichtes Aönigin durch blaue Aetherwogen, 
Und goldne Barken kommen nachgezogen. 
Dann will des Tages Glanz von hinnen weichen 
Nach seiner Heimath in der ferne Reichen; 
Tr gleitet flimmernd auswärts an den Tannen, 
Um welche Nebel schon die Tchleier spannen. 
Im Abendrauschen grüßt der Wald die Thale, 
Wo schon der Thau aus sanfter Tilberschale 
Herniederperlt als reine Himmelsgabe, 
An deren Arast die Trde neu sich labe. 
Wit Purpurwimpeln segelt stolz nach Westen, 
Zu ruhen von des Lenzes Hochzeitsfeflen, 
Die Tonnenkönigin, und durch den Abend leise 
Alingt wie ein Tcho ihres Traumlieds Weise. 
Valentin Hraudt.
	        

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