Full text: Hessenland (9.1895)

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Im vrhwiihnj.') 
(Schwälmer Mundart.) 
Vo Trees 2 ) noch Kassel müßte fee, 
Dr Hannes ö der Hin^). — 
Die Eisenboh, die Watt anifi? 4 ) Nee, 
Führ ver dr Nos enn 5 ) hin. 
Do ftcmge 6 ) fee ö gückte noch, 
O Hannes säht: „Es es ce Schmoch! 
! Im Vehwühnj setzte see sich da 
Hin i die Eck ofss Stroh, 
£ Hannes müßt dr Dähr 2 ^) näus sah 27 ). 
Dr Schaffner kemmt: ,Bo Oß?' 2 ^) — „Es do!" 
33relit 29 ) ans dr Eck Hiit ferchterlich, 
„Dr Oß, dr Oß, meng Harr, seng ich." 
Kurt Aiitjn. 
2 °) Thür. 2 h sehen. 23 ) Wo Ochse? "h brüllt. 
Etzt get 7 ) nur noch in Giererzok 8 ). 
Ze Füß könn 2 ) mer net gieh 
Kreiz, Donner- ö Kanoneschlok! 
Ich glööw "), die Sach wedd schient. 
Helft ins dr Harr Berwahler^) net, 
Da komme mer het") net is Bett. — — 
Mer birre, Harr Verwahler, schie, 
Hälft ins doch äus dr Not, 
Läßt 15 * * * 19 ) met demm Giererzok ins zwie!" — 
,Net ser ee Zockerbrot', 
Säht derrer 1C ), ,Leiht, es dürf net seng. 
Met Osse wärsch 77 ) ee ahner Deng. 
Fern Vehwähnj zohlt die Dar mer nür, 
Da schreiw ich of de Scheng: 
In Oß, begleit vo inem Bür; 
Söst läßt die Fohrt 7 ") nür seng!' 
„Schreiwt nür! Mer zieh dos Schwäwelholz, 
Ber Bür vo ins" 20 ), säht Hannes stolz. 
„Korz örer lahng! Frengd Hin, hei zieh! 
Ber lahng kreiht, es dr Bür." 
Ö Hin zok korz. — „Na, dos es schie! 
Frengd Hannes, äwer lach mer nür, 
Da steß 27 ) ich dr eens hengers 22 ) Ohr 
Bie merrem Honn 2 ^)!" dr Hin do schwor. 
„Dr Bür bezohlt!" säht Hin do noch, 
„I menger Stelleng 24 > kann ichs net" 
Ö soff ver Ärger bie ee Loch 
Met Hännes ent die Wett, 
Bis färrig wor in Vehverschlvk 2 ^) 
Fer Bür ö Oß züm Giererzok. 
') Im Viehwagen. 2 ) Treysa. 3 ) Heinrich. *) Tie 
Eisenbahn, die wartet Wohl? 3 ) ihnen. °) standen, 7 ) geht. 
1 Güterzug. 9 ) können. 10 ) gehen. n ) glaube. 12 ) wird 
schön. 13 ) Verwalter. 14 ) heute. 15 ) Wir bitten, Herr- 
Verwalter , schön, helft uns doch ans der Not, laßt. 
,6 ) sagte dieser. ,7 ) mit Ochsen wäre es. 38 ) für den. 
19 ) dann schreibe ich auf den Schein: ein Ochse, begleitet 
von einem Bauern; sonst laßt die Fahrt. 20 ) Wir ziehen 
das Schwefelhvlz, wer Bauer von uns. 21 ) stoße. 22 ) hinter 
das. 23 ) wie mit einem Hörne. 24 ) in meiner Stellung. 
25 ) bis fertig war ein Viehverschlag. 
Aus alter und neuer Jett. 
Eilte „hochfürstliche Verlobung und 
Vermählung" in der ersten Hälfte dieses 
Jahrhunderts. Die Großmutter des bislang 
in Kassel als Kommandeur der 22. Division wohn 
haften, nunmehr als kommandirender General des 
VI. Armeekorps nach Breslau versetzten Erbprinzen 
Bernhard zu Sachsen-Meiningen war be 
kanntlich die Prinzessin Maria von Hessen, 
Tochter des Kurfürsten Wilhelm II., deren Ver 
mählung mit dem Herzoge Bernhard Erich 
Freund 3u Sachsen-Meiningen am 23. März 
1825 im kurfürstlichen Schlosse Bellevue stattfand. 
Doch ist es hier weniger unsere Aufgabe, uns mit 
dieser Thatsache als solcher weiter zu beschäftigen, viel 
mehr der Zweck der folgenden Zeilen, auf Grund 
des ttns von geschätzter Hand zur Verfügung ge 
stellten „Programms über die Feierlichkeiten bei 
der Verlobung und Vermählung Ihrer Hoheit der 
Prinzessin Maria von Hessen mit Sr. Hochfürstlichen 
Durchlaucht dem Herzog zu Sachsen-Meiningen" 
(19 Seiten Folio) ein Bild der Gebräuche und 
des Ceremoniels zu geben, die bei einer fürstlichen 
Vermählung der damaligen Zeit üblich waren. 
Nach dem Programm zerfielen die Verlobung unb 
Vermählung, die demnach beide in unmittelbaren 
Zusammenhang gebracht wurden, in folgende Einzel- 
akte : I. Empfang des durchlauchtigsten Bräutigams, 
II. Verlobung, III. Vermählung, IV. Tafel, 
V. Fackeltanz. 
Zum Zweck der Einholung des durchlauchtigsten 
Bräutigams reiste Höchstdemselben ein Kammerherr 
(von Witzleben) in vierspännigem Wagen bis zur 
: nächsten Station entgegen, um daselbst, Namens 
Sr. königlichen Hoheit des Kurfürsten, den durch 
lauchtigsten Bräutigam zu bekomplimentiren und 
von der für Höchstdenselben in Oberkausungen 
unter Führung des Oberschenks (von Biesenrodt) 
bereit stehenden Hofbedienung und Hofequipage 
sowie von der im Fürstenhause zu Kassel ein 
gerichteten Wohnung in Kenntniß zu setzen. Von 
Oberkanfnngen ging dann der Zug, der im Wesent 
lichen aus den zum Dienst eines Hosjägerei-Personals
	        

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