Full text: Hessenland (7.1893)

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in Marburg Hai von den Farbwerken in Höchst 
a. M. einen Antrag zum Eintritt in die Stellung 
eines Vorstandes des wissenschaftlichen Laboratoriums 
erhalten und wird dem Rufe wahrscheinlich Folge 
leisten. — An der Universität Gießen hat sich 
der Gymnasiallehrer Dr. Matthäi als Privatdozent 
für Kunstgeschichte habilitiert. 
Am 10 Januar starb zu Z ü r i ch im Alter von 84 
Jahren unser hessischer Landsmann. der Professor der 
Theologie Dr. theol et phil. Gustav Volkmar. 
Geboren am. 11. Januar 1809 zu Hersfeld, studierte 
er nach Absolvirung des Gymnasiums zu Rinteln, 
von 1828 bis 1832 in Marburg Theologie und 
Philologie, war Gymnasiallehrer in Rinteln, Kassel, 
Hersfeld, Marburg und Fulda, betheiligle sich in der 
vor- und nachmärzlichen Zeit in radikalem Sinne 
an den politischen und religiösen Bewegungen, ver 
öffentlichte, als im Herbste 1850 die Verfassungs 
wirren in Kurhessen ausbrachen, die Schrift ,Der 
Kriegszustand in Kurhessen oder der Sieg eines 
freien Volkes über eine Willkür-Regierung von Gottes 
Gnaden/ wurde in Folge dessen unter Anklage gestellt 
in Haft genommen aber bald wieder freigelassen. 
Doch wurde ihm die Fähigkeit abgesprochen, in 
Kurhessen ein Lehramt- zu bekleiden und am 7. 
Februar 1853 wurde er seines Amtes entsetzt. Dr. 
Volkmar ließ sich hierauf in Zürich nieder und 
habilitierte sich daselbst in der theologischen Fakultät 
ak^ Prrvatdozent^ 185# wurde er zum außerordent 
lichen und 1863 zum ordentlichen Professor für neu- 
testamentliche Bibelexegese ernannt. In seinen 
wiffenschaftlichen theologischen Anschauungen war 
Professor Volkmar ein Anhänger der kritisch-negativen 
sog. Tübinger Schule. Seine literarische Thätigkeit 
war eine sehr umfangreiche. Sie erstreckte sich meist 
auf Veröffentlichungen kirchenpolitischen und bibel 
exegetischen Inhalts. 
Am 28. Januar verstarb zu Kassel nach kurz vorher 
vollendetem 70. Lebensjahre ein in den 60 er Jahren 
sehr bekannter und geachteter Schulmann Dr. W i l h e lm 
Jäger. Er war in Kassel, am 21. Januar 1821 
als der Sohn des damaligen Vizebürgermeisters 
Pfarrers Hermann Wilhelm Jäger geboren. Nachdem 
er Gymnasium und höhere Gewerbeschule besucht 
hatte, lag er zwei Jahre lang zu Altmorschen dem 
praktischen Studium der Landwirthschaft ob, bereitete sich 
dann privatim auf die akademischen Studien vor und 
bezog hierauf die Universitäten Berlin und Marburg. 
Herbst 1846 legte er die Schulamtsprüfung ab, 
promovirte auch, und zwar auf Grund einer Abhandlung 
aus dem Gebiete der höheren Mathematik. 1848 
trat er als Praktikant an der hiesigen Realschule 
ein, wo er bis zum Jahre 1851 thätig war. 1860 
übernahm er die Falckenheiner'sche Privatknabenschule, 
deren Leiter er bis zum Jahre 1869 war. Er zog 
sich in's Privatleben zurück und lag eifrigst natur 
wissenschaftlichen Studien ob, bis ihn ein immer 
störendes auftretendes Augenleiden zwang, allen Arbeiten 
zu entsagen. —k—. 
Aufruf! 
Mit den Vorarbeiten zur Herausgabe einer umfassenden 
dialektischen Räthselsammlung beschäftigt, richte ich an alle 
Forscher und Freunde des deutschen Volksthums und 
Dialekts die herzliche und dringende Bitte, zur Erreichung 
der einem solchen Werke nothwendigen Vollständigkeit das 
ihnen zugängliche Material an dialektischen Volksräthseln 
zu sammeln und mir geneigtest recht bald einzusenden. Wo 
es gewünscht wird, erhalten die Einsender das handschriftliche 
bezw. gedruckte Material zurück. 
Zm voraus danke ich meinen lieben norddeutschen 
Landsleuten herzlich für die gütige Unterstützung und bitte 
dringend, mein Unternehmen, wenn auch durch den kleinsten 
Beitrag zur Räthselkunde, zu fördern. 
Nörten in Hannover. 
Aludotf ßckart, 
Privat-Gelehrter. 
Anzeigen. 
Verlag von Kirbr. Kcheel, Buchdruckers!, 
Kassel. Schloßplatz 4. 
Aas 
schwarze Wehwitb. 
Von ügp-cirs Mrandt. 
Mit einer Abbildung. 
(1889.) 
Hierdurch erlauben wir uns, an unsere ver- 
ehrlichen Abonnenten die ergebene Bitte zu richten, 
uns gütigst durch Uebermittelung von Adressen, 
an welche Wrobermmrner« unserer Zeitschrift 
zu senden wären, unterstützen zu wollen. Wir 
sind gern bereit, hieraus erwachsende Auslagen 
zu erstatten, sowie auch zum Zweck der Ver 
breitung als Probenummern eine Anzahl von 
Exemplaren zur Verfügung zu stellen. 
Wedaktion und Verlag 
des „Kessenland". 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F.Zwengerin Fulda, Druck und Verlag von Fr red r. Scheel in Kassel-
	        

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