Full text: Hessenland (7.1893)

Von Dr. Feng e- 
(Schluß.) 
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us der Baurechnung, die von Hierony- 
Af mus Buch und Cleoß Quantz aufgestellt ist, 
'-ff'-theile ich ebenfalls einige interessante 
Punkte mit. 
Im Jahre 1533 hatte Landgraf Philipp die 
Stadt Felsberg mit der Ziegelhütte unter 
der Carthaus (dem alten Kloster Eppenberg, 
jetzt zur Domäne Mittelhof gehörend) und dem 
Süsterhause, (vergl. Vilmars Idiotikon unter 
Güster) gemeiner Stadt zum Besten, begnadigt. 
Der Ziegelei stand ein Ziegler vor, der dem 
Bürgermeister und Rathe für die ordnungsmäßige 
Herstellung der Ziegeln und Backsteine verant 
wortlich war. Aus der Baurechnung des Jahres 
1614 ist nun zu ersehen, daß diese Ziegelei ein 
gegangen ist und die Stadt ihre Ziegeln von 
der Ziegelhütte an der Fahr« beziehen mußte. 
Fleischer und Bä cker hatten eine Abgabe 
vom Fleischschirn bezw. das Feustergeld 
zu entrichten. Das Bäcker-Gewerbe betrieben 
damals nicht weniger als zwölf Meister, während 
ein Metzger für die Lieferung des Fleisches 
genügte. 
An „Markt- und Ständegeld" kamen 
2 Thl. 19 Alb. ein. Durch eine Verordnung 
Landgraf Philipps vom 30. August 1545 waren 
der Stadt Felsberg zwei Jahrmärkte bewilligt 
und privilegiert worden, und zwar den einen 
auf den Sonntag Sexagesimae, und den andern 
auf den Sonntag Jacobi. Das Privilegium 
ist „derogestalt, daß die von Felsberg sich aller 
Freyheit und Privilegien wie andere unsere Städte 
unsers Fürstenthumbs gebrauchen und ein jeder 
Kaufmann mit seiner Waar daselbst hinzuziehen 
und freyen Kauf haben mag; doch soll man in 
allewege unserer ausgegangenen Ordnung uf 
solchen Jahr-Märkten halten und handhaben, 
auch keine Spiel oder derogleichen anrichten, fur- 
behaltlich auch Uns und Unsern Erben diese zwey 
Jahr Märkte zu endern, zu verrücken oder ganz 
abzuschaffen, nach Unser und Unserer Erben 
Gefallen und der Landschaft Gelegenheit ohne 
Gefehrde." 
Das Wegegeld war an Hanß Maußhund 
für 16 Albus verpachtet. 
Au Pfanngeld kamen 11 Thl. 13 Alb. 
ein; jeder der Brauberechtigten zahlte für ein 
maliges Brauen 13 Alb. in die Stadtkaffe. 
Eine vom Landgrafen Philipp a. 1535 erlassene 
Polizei-Ordnung hatte die Stadt Felsberg 
in Gnaden privilegiert, „daß hiesige Stadt zu 
ihrer bessern Nahrunge und andern ertragenden 
Beschwerden alleine Bier zue brauen, zue ver 
schenken, und außerhalb zue verschroben befugt 
und berechtigt sey; hingegen aber den Ampts 
Unterthanen, wie die auch Namen haben mögen 
(es were dann Jemand sonderbahrs dartzue 
privilegierei), einiges Bier brauen, oder auch 
die Biere aus frembden Orten und Ämptern 
abzulaugen und auszuschroden, im geringsten 
nicht zugelassen noch gestattet sein soll; sondern 
es sollen die Wirte und andere jederzeit die 
Biere bey der Stadt Felsbergk ausschroden und 
ablangen, mit dem Anhange, daß einer oder der 
ander dargegen gehen, einige Kessel Bier brauen, 
oder auch wider das Herkommen außerhalb frembde 
Biere ablaugen würde, daß alsdann die Stadt 
bemächtiget sein soll, solche Biere Ihrer Fürst!. 
Gn. und der Stadt zum besten, doch mit Vor 
bewußt und Zuziehung Ihrer Fürst!. Gn. 
Beampten, zu konfiscieren, abzulaugen und ufin 
Rathhause zu verschenken. Und da im Fall zur 
Zeit einiger Mangel an Bier sein und also die 
Dorfe anderweitige Biere zu holen benöthigt 
werden sollten, sollen sie jederzeit Licenz- und 
Permissions-Zettel anhero auszuwirken und des 
wegen Ihrer Fürst!. Gn. von einem Fuder solches 
Bieres einen Gulden Tranksteuer zu erlegen 
schuldig sein." 
In diesem Jahre wurden größere bauliche 
Veränderungen am Rathhause vorgenonimen. 
Die dazu nöthigen Kalksteine hatte man von 
Eubach geholt. Das Brauhaus wurde neu- oder 
wenigstens umgebaut. Die Braupfanne, die 
Meister Hanß Thorwirt zu Homberg geliefert 
hatte, kostete 73 Thl. 22 Alb. — Auch das vor 
dem Niederthore gelegene Hirtenhaus wurde 
einer durchgängigen Reparatur unterzogen. Für 
eine neue Stubenthür zahlte mau damals dem 
Tischler — es war der Bürgermeister Henrich
	        

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