Full text: Hessenland (7.1893)

Das Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, erscheint zweimal monat 
lich, zu Anfang und in der Mitte jeden Monats, in dem Umfange von Vh—2 Bogen Quartformat. Der Abonne 
mentspreis beträgt vierteljährlich 1 Mark 50 Pfg. Einzelne Nummern kosten je 30 Pfg. Auswärts kann unsere 
Zeitschrift durch direkte Bestellung bei der Post oder durch den Buchhandel, auf Wunsch auch unter Streif 
band bezogen werden; hier in Kassel nimmt die Buchdruckerei von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4 (Fernsprecher 
Nr. 372) Bestellungen an. In der Postzeitungsliste für das Jahr 1893 findet sich das „Hessenland" eingetragen 
unter Nr. 2969. Anzeigen werden mit 20 Pfg. für die gespaltene Petitzeile berechnet und nur durch die 
Annoncen-Expedition Kaasenstein & Wogker A.-H. in Kassel oder deren übrige Filialen angenommen. 
, Inhalt der Nummer 21 des „Hessenlandes": „Sextus Pompejus", PshchodrWMwon Carl Preser; „Die 
'Entwickelung der geistlichen und weltlichen Gerichtsbarkeit in den fürstlich Hessen-Kassellschen Landen", von H. Metz 
(Schluß); „Oberbürgermeister Franz Rang +" (Schluß); „Jakob Hoffmeister f", von O. G.; „Ohm und Onkel", 
Erzählung von C. von Dincklage-Campe (Fortsetzung); Aus Heimath und Fremde; Briefkasten; Anzeige. 
sextus Pompejus 
Psychodrama *) 
jJÄfyr Götter, wenn Pompejus Euch noch loben 
Und preisen soll vor allem Römervolke, 
Qp Dem Spielball eklen Kampfes der Parteien, 
So laßt Euch rühren von des Elends Schwere, 
Die dieses Volk verfolgt und niederbeugt, 
Und wehrt den Ränken jener bserrschfuchtstrunknen, 
Die kalt des Bürgerkrieges Fackel schwingen, 
Nur lechzend nach Gewalt, wie in der wüste 
Das Raubthier gierig lechzt nach blut'ger Beute. 
Ihr saht ihn buhlen, den Antonius, 
Um meine Freundschaft, — saht ihn bitten, — betteln, 
von (Earl prefer. 
Motto: Navigare necesse est, vivere 
non necesse. 
plutarch. 
Um meine Waffen gegen Oktavian, 
Den großen Henker wohlgesinnter Bürger, 
Und saht, wie hinter meinem Rücken er, 
Der Feigling, dennoch heimlich'Frieden schloß 
Mit diesem blut'gen Oktavian. Noch mehr: 
Ihr saht, o Götter, beide Volksbedrücker 
vereinigt dann sich gegen mich verschwören, 
weil ich es wage noch, zum Heile Roms 
Dem Ehrgeiz Beider mich zu widersetzen; 
Und doch, — Ihr Götter, habt Ihr kein Erbarmen 
Mit diesem Rom, an dessen Kraft sie zehren, 
wie goldenes Geschmeiß an süßen Reben. 
*) Zur Erklärung für unsere Leser: Das Psychodrama ist eine völlig neue einheitliche Dichtungsform, aus dramatischen, epischen und lyrischen 
Grundelementen, ein Drama einfachster, idealster Gestaltung, nicht für die äußeren Sinne bestimmt, sondern es beansprucht die innigste Mit 
arbeiterschaft der erregten Psyche. Der psychodramatiker stellt den Psychodramenheld in die Mitte der geordneten Handlung, und in dessen Worten 
spielt sich die ganze Handlung ab. Der Schöpfer dieser neuen Kunstform ist der sächsische Dichter Oberst Richard von Meerheimb. 
Das hier vorangesetzte Motto ist den Lesern bekannt aus des Kaisers jüngstem Toaste in Bremen, und dürfte wahrscheinlich diese Dichtung 
veranlaßt haben. Redaktion.
	        

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