Full text: Hessenland (7.1893)

252 
Das Haus Nr. 17 der Mittelgassc ist das Ge 
burtshaus des Dichters Mosenthal, wie die 
Inschrift bezeugt: 
In Diesem Hause 
wurde der Dichter 
Salomon Hermann Mosenthal 
am 14= Januar 1821 
geboren. 
Zum Schlüsse möchte ich noch die Inschriften 
zur Erinnerung an große Ueberschwemmungen 
aufzählen. An der Unterneustädter Mühle sind 
die hauptsächlichsten Wasserfluthen zusammen 
gestellt, nämlich die aus den Jahren 1552, 1613, 
1682 und 1841, außerdem noch eine vom 
22. Februar eines mir unbekannten Jahres: 
1) 1643 
Wasser fl vt 
2) Wassers!vth Anno 1682 
Den 16 Ianvari 
3) Hic Aqva 1552 
4) Wass:St 
D. 18. Ian, 1841 
5) 
Den 22 Feh 
W . . . . 
An die Ueberschwemmung von 1643, als an 
die schlimmste von allen, erinnern noch In 
schriften am Zeughaus, an dem Hause Kloster 
straße 11, das zu den interessantesten Holz 
bauten Kassels gehört, und in der Alten Leip 
ziger Straße, dicht am Fuldaufer. Auch in 
einem Zimmer des Renthofes, in der sogenannten 
Prügestube, standen nach Schmincke früher über 
der Thüre die Worte: 
Im tausend sechs hundert und dreh 
und vierzigsten Jahr 
So hoch die Wasserfluth war. 
Am Zeughause und in der Alten Leipziger 
Straße befindet sich die gleiche Inschrift: 
Wasserfluht 
Anno 1643 
Den 5. v. 6. Ian 
In der Klosterstraße lesen wir: 
1643 Flut 
Gewandt Den 5. Ian. 
Zum Gedächtnisse der Ueberschwemmungen von 
1841 und 1882 ist in der Alten Leipziger Land 
straße Nr. 1 und an der alten Siechenhofs- 
kapelle je eine Tafel angebracht, an dem Hause 
Nr. 1 mit der Aufschrift: 
Wasserfluth 
Am 18= Ianuar 
1841 
Am Siechenhofe mit den Worten: 
Den I S tn " IANR 
W H 
1841 
25 
u 
1882 
Ich glaube, alle einigermaßen bedeutenden 
Inschriften an Bauwerken Kassels aufgezählt zu 
haben, wäre jedoch Jedem zu Danke verpstichtet, 
der mir andere, die ich etwa übersehen habe, 
nachweisen würde. 
Viele Inschriften sind verloren gegangen; 
manche sind vielleicht noch unter dem häßlichen 
Bretterverschläge verborgen und könnten noch 
an's Licht gezogen werden. Jedenfalls sollte 
man die Inschriften, die uns geblieben sind, zu 
erhalten suchen. Sie enthalten manches Körn 
lein Lebensweisheit und sind zum Theil sogar 
als Urkunden für die Geschichte der Stadt und 
ihrer Entwickelung wichtig. 
jgfjm und Knkel. 
Erzählung von <£. von Dincklsge-Eampe. 
(Fortsetzung.) 
sän konnte die Ähnlichkeit zwischen den 
Brüdern Münikerode nicht verkennen, doch 
rief die Ungleichheit ihrer Charaktere eine 
große Verschiedenheit hervor, die dadurch ge 
steigert wurde, daß Tankmar seit er von dem 
Unglücksfall betroffen ward, einem Hange zu 
wissenschaftlichen Studien nachgab, der seinem 
Wesen eine Frühreife über seine Jahre hinaus 
verlieh. 
Von mittlerer Größe und ebenmäßigem Körper 
bau, gab das Bemühen, die leichte Verkürzung 
des linken Beines zu verbergen, seinen Be 
wegungen etwas Steifes und Gezwungenes, fast 
könnte man sagen Alterthümliches.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.