Full text: Hessenland (7.1893)

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ihre Oberhöfe hatten, so waren sie von der Juris 
diktion der Landgerichte meistens befreit, bis 
weilen aber hatten sie sowohl Oberhof als Land 
gericht nebeneinander. Diese Befreiung von der 
Jurisdiktion der Oberhöfe geschah durch aus 
drückliches Privilegium des Landesherrn. 
(Fortsetzung folgt.) 
•i-a* 
nschrifien an Wasseler Gebäulichkeiten 
Von Rsrl Rnelsch. 
(Schluß.) 
m Jahre 1784 wurde dem Landgrafen 
Friedrich II. auf Beschluß der Landstände ein 
Denkmal gesetzt. Es stellt den Fürsten nach 
dem Zeitgeschmack in römischer Tracht und mit 
dem Lorbeer gekrönt dar. Am Sockel des 
Denkmals prangen in Goldbuchstaben die inhalts 
reichen Worte 
Friderico II. 
MDCCLXXXIII. l5 ) 
Eine andere Inschrift an demselben Denkmale 
meldet uns von der pietätvollen Wiederaufstellung 
des unter Jerome entfernten Standbildes durch 
Friedrichs Sohn Wilhelm I. 
Guilielrnus I. 
Elector 
Statuam Patris 
E Sua Sede 
Ab Hostibus Avulsam 
Reponi Fecit 
MDCCCXVIIL 16 ) 
Bon Wilhelm I., der bis 1803 als Land 
graf den Namen Wilhelm IX. führte, haben 
wir noch zwei Inschriften, die sich beide auf den 
Neubau der steinernen Fuldabrücke in den 
Jahren 1788 bis 1794 beziehen. Die deutsche 
lautet 
Unter der Regierung 
Wilhelm des IX. Landgrafen zu Hessen 
War der Bau dieser neuen Bruecke wegen 
Schadhaftigkeit der alten 
Zum Nutzen und Zierde dieser. Stadt im 
Jahr 1788 angefangen 
und 1794 gluecklich vollendet. 
Denselben Inhalt hat die lateinische: 
Wilhelmus IX 
Hassiae Landgravius 
Pontis huius novi structura 
Civium commodis et urbis ornamento prospexit 
Anno salutis MDCCXCIV. 
15) Friedrich dem Zweiten das Vaterland! 1783. 
re) Kurfürst Wilhelm I. ließ das Standbild seines 
Vaters, das von den Feinden herabgerissen war, wieder 
ausstellen 1818. 
Dem Andenken der Männer, die im Jahre 
1809 für ihr Vaterland den Opfertod starben, 
ist der Stein auf dem Forste und das Löwen 
denkmal in der Aue gewidmet. Bis zum vorigen 
Jahre waren auf einer einfachen Steinplatte auf 
dem Forste die Worte zu lesen: 
Zum 
Gedaechtniss 
der Hessischen Männer 
welche wegen der 
Treue 
Fuer ihr Vaterland 
Unter der Franzoesischen 
Fremdherrschaft 
an dieser Stelle 
Das Leben verloren. 
Jetzt ist der Denkstein in würdiger Weise er 
neuert und mit den Namen der Helden ge 
schmückt, die auf dem Forste muthig dem Tode 
in's Auge sahen: 
Hier fielen hessische 
Maenner als Opfer der fran 
zoesischen Fremdherrschaft 
1809 
Lieuten. F. W. von Hasserodt 
aus Wahlhausen. 13. Mai. 
Oberst Andr. Emmerich 
aus Kilianstaedten. 18. Juli. 
Professor J. H. Sternberg 
aus Marburg. 19. Juli. 
Ackersmann W. Guenther 
aus Sterzhausen. 19. Juli. 
Ackersmann D. Muth 
aus Ockershausen. 19. Juli. 
Wachtmstr. Ch. Hohnemann^ 
aus Wahlhausen. 11. Aug. 
Das Denkmal in der Aue trägt auf einer 
schwarzen Marmorplatte die Inschrift in ver 
goldeten Buchstaben: 
. Zum Andenken der als Opfer 
der französischen Fremdherrschaft 
gefallenen hessischen Patrioten
	        

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