Full text: Hessenland (7.1893)

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ieschichte der Mmilie Aopp und von 
von Otto Gerlsnö. 
(Schluß.) 
II. Johann CH r i st o p hKo pp stand anfangs 
als Rath und Amtmann in Jsenburgischen Diensten, 
ging 1745 als Rath und Prokurator Fisci nach 
Kassel und wurde später als Regierungsrath nach 
Hanau versetzt, wo er gestorben ist. Er war 
verheirathet mit M a r i e Christine, geborenen 
B rösten, und hinterließ zwei Söhne 1. Christoph 
Kopp und 2. Johann Heinrich Kopp. 
1. Christoph Kopp war Kammer-Assessor 
zu Hanau und hatte drei Kinder: a. Magdalene 
Kopp, welche in erster Ehe mit N. N. Ger- 
vinus zu Darmstadt und dann mit Baurath 
Hoffm ann zu Gießen verheirathet war; b. Fritz 
Kopp, auf den wir noch zurückkommen werden, 
und c. Johanna Kopp, welche an Geometer 
Budden zu Langenselbold verheirathet war. 
Fritz Kopp (b), Obergerichtsanwalt in Hanau, 
war mit M. van der Saud verheirathet 
und hatte vier Kinder: «. Gertruds Kopp, 
verheirathet an Kammerrath Harcke zu Birstein, 
ß. Moritz Kopp, geboren am 24. November 
1827, verheirathet mit Marie Henkel und 
Vater von drei Kindern:Louise Kopp, geboren 
20. April 1859, verheirathet an David Ducat, 
Heinrich Kopp, geboren am 5. August 
1861 und Jean Kopp, geboren am 3. Oktober 
1862; y. Fritz Kopp, und S. Johanna 
Kopp, verheirathet an Pfarrer Weipert 
zu Kassel. 
2. Johann Heinrich Kopp war Regierungs 
rath zu Hanau und verheirathete sich mit Sophie 
Christ, Tochter des Stabsamtmanns Johann 
GeorgChristzu Heilbronn, die eine Schwester 
des berühmten Pomologen Christ, ehemaligen 
Pfarrers zu Kronberg, war. Dieser Ehe entsprossen 
drei Söhne: Johann Heinrich Kopp (4, siehe 
unten), Christoph Kopp, (6) welcher am 16. Fe 
bruar 1780 geboren war, Kaufmann wurde und am 
6. Dezember 1839 unverheiratet starb, sowie Je an 
Kopp (8), geboren am 16.Juli 1785, gestorben 
am 7. Januar 1827, Landgerichtssekretär zu 
Hanau, und fünf Töchter: Christiane Kopp(l), 
geboren am 13. Oktober 1772, gestorben am 12. 
Oktober 1816, Philippine K o p p (2), geboren 
am 5. Mai 1774, eine talentvolle Malerin, ge 
storben am 14. Januar 1821, Jeannette Kopp 
(3) geboren am 15. Februar 1775, verheirathet an 
Johann Isaak Merz, gestorben etwa 1850, 
Karoline Kopp (5), geboren am 19. Oktober 
1779, und endlich SophieKopp (7), geboren am 
1. Mai 1782, gestorben am 16. Dezember 1862, 
verheirathet an den Pfarrer Ern st Karl Merz zu 
Bruchköbel, welcher am 20. November 1813 starb. 
Johann Heinrich Kopp wurde am 17. Sep 
tember 1777 zu Hanau geboren, besuchte die 
lateinische Schule seiner Vaterstadt, studierte seit 
1797 zu Rinteln, Marburg und Jena Medizin 
und erwarb sich an letzterem Orte am 23. Oktober 
1800 die Doktorwürde. Dann ließ er sich in 
Rödelheim als Arzt nieder, verlegte jedoch schon 
1801 seinen Wohnsitz nach Hanau, wo er sich 
gleichzeitig mit seinem Freund, dem damaligen 
Steuerassessor Leonhard chemischen Arbeiten 
widmete. 1802 wurde er zum adjungirten, 1808 
zum wirklichen Landphysikus des Amts Schwarzen 
fels, 1816 auch zum Garnison-Physikus ernannt. 
1807 zum Professor der Chemie, Physik und 
Naturwissenschaften am Lyceum (Athenäum) zu 
Hanau bestellt, wirkte er 1808 wesentlich mit 
zur Stiftung der wetterauischen Gesellschaft für 
die gesammte Naturkunde, zu deren ständigem 
Direktor er später (1826) ernannt wurde. Im 
Jahre 1812 wurde ihm der Titel eines Medizinal 
raths verliehen, 1814 wurde er zum Mitglied 
der medizinischen Deputation zu Hanau und zum 
Rath am dortigen altstädter Hospital ernannt, 
bei der neuen Verwaltungsorganisation des 
Kurfürstenthums Hessen 1821 aber, nachdem ihm 
1815 der Titel eines Hofraths, 1819 der eines 
Oberhofraths verliehen worden war, zu dem 
Medizinalreferenten bei der Regierung zu Hanau 
bestellt, in welcher Eigenschaft ihm später der 
Titel eines Geheimen Ober-Medizinalraths bei 
gelegt wurde. 1824 wurde er zum Mitglied der 
Direktion des Hanauer Landkrankenhauses er 
nannt. Die Berufung an drei verschiedene 
Universitäten zur Uebernahme der Professur der 
Klinik und der gerichtlichen Medizin lehnte er 
ab. Er war Mitglied zahlreicher gelehrter Ge 
sellschaften, z. B. der kaiserlichen mineralogischen 
Gesellschaft zu Petersburg. Auch war er seit 
Januar 1837 Inhaber des Kaiserlich Russischen 
Wladimirorden 4. Klasse. Er starb am 12. 
November 1858. 
Er hat viele medizinische und chemische Schriften 
veröffentlicht; sein Hauptwerk war eine Zeitschrift: 
„Denkwürdigkeiten der ärztlichen Praxis." 
I. H. Kopp war seit 1810 mit Maria 
Anna Dittmann, der zweiten Tochter des 
Amtmanns Dittmann zu Seligenstadt ver 
heirathet, die 1788 zu Worms geboren war; ihr 
Vater war kurmainzischer Amtmann und kam 
später nach Abtretung des linken Rheinufers an
	        

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