Full text: Hessenland (7.1893)

19- 
griffe der ersten Gefahr ausgesetzt ist. Ihren 
Waffen kann ich kein Glück wünschen, aber Gott 
erhalte Ihre Person —. Mein Freund, General 
Washington, ist heute bis Moristown vorgerückt 
— Adieu, Adieu", — worauf er Ewald die 
Hand drückte und verschwand. Ewald war auf 
das Höchste überrascht, er eilte aber die Nach 
richt weiter zu melden. So gelangte sie bis zum 
General en chef, wurde aber von diesem mit 
einem „that cannot be u *) beantwortet. Indessen 
wurde die Wachsamkeit beim Jägerkorps ver 
doppelt , und als Washington wirklich am 
4. Oktober mit Tagesanbruch bei einem.starken 
Nebel den Ueberfall auf Germantown unter 
nahm, standen die Jäger auf ihrem Posten und 
thaten wie immer ihre Schuldigkeit. Ihnen ist 
es zu verdanken, daß dieser Kampf nicht mit 
einer Niederlage endete, die bei der Sorglosig 
keit des britischen Oberbefehlshabers leicht hätte 
herbeigeführt werden können, und mit Recht 
heißt es in der „Geschichte des hessischen Jäger 
bataillons" : „die Wachsamkeit der Hessen, ins 
besondere der Jäger, rettete das Heer und 
wendete die Niederlage dem Feinde zu. Die 
Jäger waren die ganze Nacht unter den Waffen 
geblieben; eine ihrer Streifwachen stieß bei 
Tagesanbruch auf 300 Feinde. Sie behaupteten 
in fester Ordnung ihren Posten und verfolgten 
die fliehenden Amerikaner über eine Stunde weit." 
Die Engländer blieben bis Mitte Juni in 
Philadelphia. Während seines Aufenthaltes in 
der Nähe dieser schönen Stadt genoß Ewald die 
Freuden des geselligen Lebens, hatte ihm doch 
die erwähnte humane Behandlung der Einwohner 
manche interessante Bekanntschaft verschafft. 
Schweres Leid bereitete ihm der verunglückte 
Angriff vom 22. Oktober 1877 auf das Fort 
Redbank, an dem er persönlich Antheil genom 
men hatte. Nie gedachte er ohne Wehmuth 
dieses Tages, der dem tapferen heldenmüthigen 
Obersten von Donop, seinem väterlichen Freunde, 
und so vielen seiner vertrautesten Bekannten das 
Leben kostete. Dagegen mußten ihm die schmeichel 
haften Beweise der Anerkennung seiner Ver 
dienste , die er in diesem Zeitraume seitens 
britischer Generale erhielt, zur größten Genug 
thuung gereichen. Als Lord Cornwallis den 16. De 
zember die Armee verließ, um sich auf kurze 
Zeit nach England zu begeben, richtete er an 
Ewald folgendes Schreiben: 
„Philadelphia, Dec. 15. 1777. 
Sir. 
I cannot leave this country without desiring 
you to accept my best thank for your 
good Services during the twö campaigns 
*) Das kann nicht sein. 
in which i have had the honour to com- 
mand the Hessian Chasseurs. If the war 
should continue i hope we shall again 
serve together. If we should be separated 
i shall ever remember the distinguished 
merit and ability’s of Cap. Ewald. 
I am Sir 
with great esteem and regard 
your most obed. and most 
humble servant. 
Corn vallis.“*) 
Und als der bisherige General en chef Sir 
William Howe, nachdem er durch Sir Henry 
Clinton im Oberbefehle des britischen Heeres 
abgelöst worden war, am 19. Mai 1778 von 
Philadelphia abreiste, hinterließ er nachfolgendes 
eigenhändige Schreiben an Ewald und dessen 
Waffenbruder von Wreden : 
„de Philadelphia, ce 19. Mai 1778. 
Messieurs. 
Ÿous voudrez bien me permettre le 
plaisir de vous témoigner avant mon dé 
part l’extrême satisfaction que j’ai toujours 
eu de Votre conduite distinguée dans les 
deux campagnes que j’ai eu l’honneur de 
vous commander. La conduite des deux 
premières compagnies des Chasseurs 
Hessois incitées par le zèle et brave exemple 
de leurs chefs — vous Messieurs — a été 
remarquée de toute l’armée et a faite par 
jamais une telle impression sur moi, que 
j’aurai toujours l’honneur d’être avec 
l’estime la plus parfaite 
Messieurs 
Votre très humble et très 
obéissant serviteur 
W. H o w e." **) 
*) Mein Herr! 
Ich kann diese Gegend nicht verlassen, ohne zu wünschen, 
daß Sie meinen besten Dank annehmen möchten sür Ihre 
guten Dienste während der zwei Feldzüge, in denen ich 
die Ehre hatte, die Hessischen Jäger zu kommandiren. 
Wenn der Krieg fortgesetzt wird, hoffe ich wieder mit 
Ihnen zusammen zu dienen. Sollten wir aber getrennt 
werden, so werde ich mich immer der ausgezeichneten Ver 
dienste und Fähigkeiten des Hauptmanns Ewald erinnern. 
Ich bin mit der größten Hochachtung 
Ihr gehorsamster und ergebenster Diener 
Cornwallis. 
**) Meine Herren! 
Gestatten Sie mir das Vergnügen, Ihnen vor meiner 
Abreise meine außerordentliche Befriedigung zu bezeugen, 
welche mir stets Ihre ausgezeichnete Führung während 
der zwei Feldzüge, in denen ich die Ehre hatte Sie zu 
kommandiren, bereitet hat. Das Verhalten der zwei Kom 
pagnien Hessischer Jäger, angeregt durch den Eifer und 
das tapfere Vorbild ihrer Führer — Sie, meine Herren —, 
ist von der ganzen Armee anerkannt worden und hat einen 
solchen Eindruck auf mich gemacht, daß ich für immer die 
Ehre haben werde mit der vorzüglichsten Hochachtung zu sein 
Ihr ergebenster und gehorsamster Diener 
W. Howe.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.