Full text: Hessenland (7.1893)

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der Theologie. Im Staatsdienste wurde ihm zunächst 
das Rektorat über die Schulen zu Eschwege, sowie 
die Stelle eines zweiten Geistlichen daselbst übertragen. 
Später wurde er zum Metropolitan und Oberschul 
inspektor zu Frankenberg ernannt. Im Jahre 1873 
wurde er nach Kassel als Pfarrer der Unterneustädter 
Gemeinde versetzt und ihm das Amt eines Schul- 
inspicientcn über die dortigen Volksschulen und eines 
Referenten bei der Stadtschuldeputation übertragen, 
in welcher Stellung er elf Jahre lang eine erfolgreiche 
Wirksamkeit entfaltete. Vor neun Jahren wurde er 
zum ersten Pfarrer der Altstädter Gemeinde zu Eschwege 
ernannt und ihm das Metropolitanas der Klasse 
Eschwege übertragen; nach Einführung der neuen 
Kirchenverfassung in Hessen wurde er zum Super 
intendenten der Diözese Eschwege bestellt. Neben seinen 
pfarramtlichen Berufsgeschäften ist Dr. Hochhuth auch 
schriftstellerisch thätig gewesen. Von seinen Schriften 
verdient besonders angeführt zu werden die Neubearbeitung 
der Statistik der evangelischen Kirche in Hessen, die 
1872 erschienen ist. — Am 22. Juni verschied zu 
Ems nach kurzem Krankenlager im 68. Lebensjahre 
der Amtsgerichtsrath Karl Bezzenberger von 
Hanau; der Dahingeschiedene war ein tüchtiger 
hessischer Jurist, der überall, wo er als Richter ge 
wirkt, ein sehr gutes Andenken hinterlassen hat. Vor 
seiner Versetzung nach Hanau war er Justizbeamter 
bezw. Amtsrichter in Oberaula und Eschwege. — 
Am 22. Juni starb im Alter von 71 Jahren zu 
Frankfurt a. M. der Buchdruckereibesitzer Albert 
Baier von Kassel. Nach Frankfurt hatte er sich 
begeben, um dort der Beerdigung seines Kompagnons 
und Leiter des dortigen Filialgeschäftes beizuwohnen. 
Dort ereilte ihn der Tod. Albert Baier hatte z. Z. 
im Vereine mit seinem ihm im Tode vorangegangenen 
Freunde, dem als Dichter rühmlich bekannten Christian 
Lewalter die Fischer'sche Buchdruckerei zu Kassel an 
gekauft und führte dieselbe unter der Firma „Baier 
und Lewalter". Lange Jahre erschien in deren Ver 
lage die s. Z. vielgelesene und sehr beliebte „Kasseler 
Tagespost", die im Jahre 1884 nach fast fünfund 
zwanzigjährigem Bestehen eingegangen ist. Der Ver 
blichene war eine durch Intelligenz und Arbeitsamkeit 
ausgezeichnete Persönlichkeit und es gelang ihm in 
Gemeinschaft mit Lewalter das Geschäft auf einen 
hervorragenden Stand zu bringen. Er erfreute sich 
wegen seiner vortrefflichen Eigenschaften des Vertrauens 
und der Werthschätzung seiner Mitbürger in hohem 
Grade, und wiederholt wurde er zum Mitgliede der 
städtischen Körperschaften gewählt. — Am 23. Juni 
verschied zu Kassel nach kurzem Krankenlager im 
Alter von 63 Jahren der Buchdruckereibesitzer Eduard 
Weidemeyer, Mitbegründer der „Kasseler All 
gemeinen Zeitung" und Mitinhaber der Firma „Weber 
und Weidemeyer". Eduard Weidemeyer war ein 
Mann von Biedersinn und Treue und unermüdlich 
in seinem Berufe thätig. Auch er erfreute sich der 
allgemeinen Werthschätzung, und das frühe Hinscheiden 
dieses körperlich so rüstigen Mannes hat aufrichtige 
Theilnahme gefunden. — Am 23. Juni starb zu 
St.^ Wen del im Alter von 62 Jahren in Folge 
eines Schlagflusses der Forstmeister Theodor Heller, 
ein verdienter Forstmann, geboren zu Melsungen; 
in hessischen Zeiten Forstaccesift bei der Forstinspeklion 
Schlüchtern. — Am 7. Juli verschied zu Kassel 
im 79. Lebensjahre der Major a. D. Hans Otto 
von Stock hausen, früher Offizier in dem kur 
hessischen Leibgarde.Regimenté, von 1859 ab Platz- 
major von Kassel. In dieser Stellung verblieb er 
auch nach der Einverleibung Kurhessens in Preußen 
bis 1872, in welchem Jahre er in den Ruhestand 
trat. Die Familie von Stockhausen gehört zur alt 
hessischen Ritterschaft, deren Stammsitz das Rittergut 
Wülmersen an der Diemel ist. Der Verstorbene war 
ein sehr angesehener und beliebter Offizier biederen 
ritterlichen Charakters; sein Andenken wird in Ehren 
bleiben. 
Briefkasten. 
t R. v. B. Fritzlar. Für die gütigen Mittheilungen ver 
bindlichsten Dank. Sie werden in der gewünschten Weise 
benutzt werden. 
W. R. Marburg. Besten Dank für die Zusendung. Sie 
erhalten in den nächsten Tagen brieflich Antwort. 
E. B. Marburg. Wie Sie sehen, zum Theil bereits be 
nutzt. Die in Aussicht gestellte Erzählung ist uns sehr will 
kommen. 
K. 8. Kesselstadt. Mußte leider noch einmal zurückgestellt 
werden. Freundlichsten Gruß. 
Er. v. H. Berlin. Sie haben uns durch Ihre gefällige 
Zusendung recht erfreut. Der Abdruck der Gedichte wird 
in den nächsten Nummern unserer Zeitschrift erfolgen. 
Er. K. Berlin. Erhalten. Wird in einer der nächsten 
Nummern besprochen werden. 
8. M. Straßburg. Sie erhalten in den nächsten Tagen 
Antwort auf Zhr geschätztes Schreiben. 
Inhalt der Nummer 14 des „Hessenlandes": 
„Ein Sommertag", Gedicht von Emilie Scheel; „Der 
Frieden von Basel und seine Folgen für Hessen-Kassel" 
(Schluß); „Geschichte der Familie Kopp und von Kopp", 
von Otto Gerland (Fortsetzung); „Der alte Herr Pro 
fessor", vonH. Keller-Jordan (Fortsetzung); „Zwei Sterne", 
Gedicht von Carl Weber; „Die Sklavin", Gedicht von 
E. Braun; „Aus Heimath und Fremde"; Briefkasten. 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Zwöngerin Fulda, Druck und Verlag von Fried r. Scheel in Kassel.
	        

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