Full text: Hessenland (7.1893)

15 
nanzen in Kurhessen die Verfassungswirren aus 
brachen, nahm er als verfassungstreuer Richter seinen 
Abschied. Später wieder in den Staatsdienst ein- 
getreten, war er von 1852 bis 1857 Unter-Staats 
prokurator in Marburg. Hier machte er sich zuerst wissen 
schaftlich bekannt durch das mit Paul Roth gemeinsam be 
arbeitete „Kurhessische Privatrecht-, dessen erster Band in 
Lieferungen von 1856 bis 1858 erschien. Dieses 
Werk trug ihm .1858 die Berufung in die Professor 
für deutsches Recht in Rostock ein. Von da kam 
Viktor von Meibom 1866 nach Tübingen, von wo 
er 1873 unter gleichzeitiger Ernennung zum Geh. 
Justizrath als Ordinarius nach Bonn berufen wurde. 
Aber bereits 1875 schied Meibom aus seiner aka 
demischen Stellung aus, um als Rath beim Reichs- 
Oberhandelsgericht einzutreten. Von diesem ging er 
1879 an das Reichsgericht Uber. Von den Schriften 
von Meibom ist an erster Stelle sein „Deutsches 
Pfandrecht- (1867) zu nennen, in welchem er eine 
gründliche geschichtliche Darstellung der pfandrecht 
lichen Verhältnisse vor der Aufnahme des römischen 
Rechts giebt. Zu erwähnen sind ferner: „Mecklen 
burgisches Hypothekenrccht- (1871 erschienen, 1889 
ergänzt von v. Kühlewein), „Entstehung des Pfand 
rechts durch Arrest- (1877 in R. Roemer und 
Meiboms Festschrift zur vierten Säkularfeier der 
Universität Tübingen), „Der Jmmobiliararrest im 
Geltungsbereiche der deutschen Zivilprozeßordnung- 
(1888). „Bemerkungen zum Entwürfe eines Ge 
setzes betreffend die Abänderung des Patentgesetzes- 
(1890). Die letzten Jahre verlebte Meibom, nach 
dem er sein Amt niedergelegt hatte, in Kassel, bis 
zuletzt an der wissenschaftlichen Facharbeit regen An 
theil nehmend. 
Hessische Kücherschau. 
Von unserer reich begabten hessischen Dichterin Anna 
Weiden müller ist soeben im Verlage von 
Georg Wigand in Leipzig eine neue prachtvolle lyrisch 
epische Dichtung „Fides- erschienen. — Auch wollen 
wir nicht verfehlen, unsere Leser auf die neue Samm 
lung von Gedichten und Sprüchen „Im Abend 
hauch- von unserem hessischen Dichter V a l en t in 
Traudt (Kassel, Druck und Verlag von Friedr. 
Scheel, 1892) aufmerksam zu machen. 
Weiter sind bei der Redaktion folgende neue 
Schriften zur Besprechung eingegangen: 
Hoff meist er's Schatzkä st lein für Knaben 
und Mädchen. Eine neue Sammlung von 
Märchen, Sagen und Erzählungen aus dem Hei- 
mathlande der Brüder Grimm. Zusammengestellt 
von Philipp Hoffmeister, weiland Pfarrer 
zu Nordshausen in Hessen. Mit einem Vorwort 
von Dr. Hugo Brunner. Kassel 1893. Ver 
lag von Th. G. Fisher u. Comp. 
66 hessische Sagen. Zur Unterstützung und 
Belebung des heimathlichen Unterrichts ausgewählt 
und bearbeitet von Emil Schneider, Lehrer 
an der Knabenbürgerschule zu Marburg. N. G. 
Elwert'sche Verlagsbuchhandlung, 1892. 
Diätetik und Lebensweise für geistig 
Beschäftigte. Ein Rathgeber für Gelehrte, 
Künstler, Geistliche, Lehrer, Beamte, Geschäftsleute 
und alle Kopfarbeiter bei sitzender Lebensweise. 
Von Dr. I. K. Pecher. Leipzig 1892. Verlag 
von Karl Fr. Pfau. 
Ehestandsbüchlein oder Allerlei Altes 
und Neues über die Ehe. Ein kurzer, 
aber sicherer Wegweiser zu häuslichem Glück und 
Frieden. Herausgegeben von Wilhelm Siebert, 
Pfarrer in Wolfershausen. Kassel 1892. Verlag 
von Gustav Klaunig, Hofbuchhandlung. 
Anzeigen. 
„ ,4, „ ,4, " ,4, „ ,4, „ ,4, „ s , ) A ) , | . Vf 
| Einbanddecken ( 
< für de« Jahrgang 1892 
< der Zeitschrift „Hessenland" > 
< liefert die Buchbinderei von Mkh. Itttter, Kassel, > 
„ Königsthor 5, in gleicher Ausstattung wie die früheren 
1 Jahrgänge in olivengrüner und rehbrauner Lein- f 
wand mit Gold- und Schwarzprägung zu dem > 
i Preise von 1 Mark das Stück (nach Auswärts franko 
r gegen Einsendung von 1 Mark 20 Pf. in Brief- * 
r marken). Vollständiger Einband in Decke mit > 
rothem Schnitt ü 1 Mark (nach Auswärts mit Porto- 
T aufschlag). Bestellungen mit Angabe, ob grün oder * 
i braun (auch für frühere Jahrgänge), wolle man ► 
balvmöglichst direkt an den Genannten oder an die 
* Expedition und Verlag, Buchdruckerei von Friedr. > 
Scheel, hier, gelangen lassen. ^ 
fr' V V " V " V " V " V " V " "V " V " V " V " %* “ 
Hierdurch erlauben wir uns, an unsere der' 
ehrlichen Abonnenten die ergebene Bitte zu richten, 
uns gütigst durch Uebermittelung von Adressen, 
an welche Wrovermmmern unserer Zeitschrift 
zu senden wären, unterstützen zu wollen. Wir 
sind gern bereit, hieraus erwachsende Auslagen 
zu erstatten, sowie auch zum Zweck der Ver 
breitung als Probenummern eine Anzahl von 
Exemplaren zur Verfügung zu stellen. 
Wedaktion und Wertag 
des „Kessentand".
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.