Full text: Hessenland (7.1893)

Das Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, erscheint zweimal monatlich 
zu Anfang und in der Mitte jeden Monats, in dem Umfange von IV2—2 Bogen Quartformat. Der Abonnementspreis 
beträgt vierteljährlich 1 Mark 60 Pfg. Einzelne Nummern kosten je 3 0 Pfg. Auswärts kann unsere Zeitschrift 
durch direkte Bestellung bei der Post, oder durch den Buchhandel, auf Wunsch auch unter Streifband, 
bezogen werden; hier in Kassel nimmt die Buchdruckerei von Friedr. Scheel. Schloßplatz 4 (Fernsprecher Nr. 372), 
Bestellungen an. Zn der Post-Zeitungsliste für das Jahr 1893 findet sich das .Hessenland" eingetr. unter Nr. 2969. 
Anzeigen werden mit 20 Pfg. für die gespaltene Petitzeile berechnet und nur durch die Annoncen-Expedition 
Kaasenssein & Mogker A.-H. in Hasset oder deren übrigen Filialen angenommen. 
Km Kommerlag. +==§«*- 
litzend durchgingt die Sonne weilschallender 
Buchen Belaubung 
Huscht an öen Stämmen hinab, taucht 
in bas reifende Gras, 
Dafz aufleuchtet der Rispen Gewog gleich 
flüssigem Golde, 
Wenn rin säuselnder Hauch leise die Halme 
bewegt. 
Hoch die gewaltigen Bäume erheben die Wipfel 
gen Himmel, 
Stehen umfluthek von Licht, wölben ein 
schimmerndes Dach. 
Um mich ist Leben und Weben, Natur! Dich 
belausch' ich mit Freuden I 
Höre der Vöglein Gesang in dem ver 
hüllenden Dusch, 
Sehe den Falter sich wiegen, wie trunken vor 
Lust und vor Wonne, 
Lausche der Grillen Gezirp, schillernder 
Fliegen Gesumm. 
Schaue die Pracht und den Glanz hellstrahlenden, 
sonnigen Tages, 
Fühle mich jung und es Klingt, — War es 
die kosende Lust, — 
War es die eigene Stimme? — wie Laute aus 
himmlischen Höhen: 
„Freuen und Lieben, allein, Leben ist seelige 
Lust!" 
Stärkeres Rauschen erweckt mich unter den 
ragenden Buchen 
Lehn' ich im wogenden Gras, leise entschwebt 
mir der Traum. 
Alles ist noch wie einst, nur ich bin anders 
geworden, 
Din gealtert und ach! Leben betrog mich 
und Glück. 
Und ich blicke hinein in den Glanz bis die 
Augen mich schmerzen. 
„Leiden und Leben" so mahnt jetzt mich der 
säuselnde Wind. 
Hrrritie Scheck.
	        

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