Full text: Hessenland (7.1893)

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am 29. März 1746 zum Vizekanzler der 
Regierung ernannt. Bald darauf gelang es 
ihm, die Abtretung der Kurpfälzischen 
Antheile an Burg und Stadt Gelnhausen 
an Hessen-Hanau zu erwirken. Ein früher 
Tod raffte ihn am 5. April 1748 hinweg. 
Seine zahlreichen Schriften sind in Strieder's 
Grundlage zu einer hessischen Gelehrten- und 
Schriftstellergeschichte Bd. VII, S. 263 ff. aus 
gezählt; als die hauptsächlichsten mögen hier 
nur genannt werden: 
Auserlesene Proben des teutschen Lehnrechts. 
2 Bände. 1. Bd. 1739 (2. Aufl. 1757), 
2. Bd. 1746, sowie 
Historia juris, quo hodie in Germania 
utimur, 1741, 1748 und 1768, das letzte- 
mal durch Estor neu aufgelegt und ver 
mehrt. 
Er verheirathete sich 1725 mit Helene 
Maria Vigelius (Weigel), der im April 
1700 geborenen Tochter des isenburgischen 
Regierungsraths Johann Ludwig Vigelius, 
die nach langem Leiden am 20. Februar 1773 
zu Kassel starb. 
Dieser Ehe entsprossen 8 Kinder, von denen 
die Knaben Johann Ludwig (1) und Friedrich 
Wilhelm (7), sowie die Tochter Sabine Charlotte (3) 
jung starben. Die am 17. Januar 1732 ge 
borene Tochter Helene Sabine (4) starb 
1764 zu Kassel als die Gattin des dortigen 
Garnison-Predigers Justus Christoph Krafft, 
Marie Charlotte (6), geboren am 20. April 
1736, verheirathete sich an den Hofbaumeister 
und Professor Simon Ludwig du Rh zu 
Kassel und starb am 8. Dezember 1773; Johann 
Wilhelm Kopp (5), geboren am 16. Mai 
1734, wurde 1761 zum Regierungsrath in 
Marburg ernannt und starb im April 1767 
auf einer Reise zu Kassel ledigen Standes. 
Johann Ludwig Kopp (8) wurde am 
28. Juni 1743 geboren, trat am 29. Februar 
1760 als Fähnrich bei der zweiten Garde zu 
Kassel ein, wurde am 16. Mai 1762 in das 
von der Malsburgische, nachher in das von 
Ditfurthische Regiment versetzt und am 26. Mai 
1769 zum Lieutenant ernannt. 1773 trat er 
mit dem Charakter als Hauptmann aus dem 
Kriegsdienst aus und wurde am 9. März 
desselben Jahres zum Wege- und Brücken- 
Jngenieur zu Kassel ernannt; er war mit 
Johanna Dorothea Weidner, Tochter des 
Oberbaumeisters Weidner, verheirathet. Dieser 
Ehe entsprang eine Tochter, welche sich an einen 
Pfarrer zu Schwarzhausen im Gothaischen ver 
heirathete. 
Fortgesetzt wurde der Stamm nur durch 
Karl Philipp Kopp (2), der würdig in die 
Fußstapfen seines Vaters trat. Geboren am 
16. April 1728 zu Birst ein, erhielt er, da 
er seinen Vater so früh verloren hatte, zu 
seinen Studien Unterstützungen vom Landgraf 
Wilhelm VIII. Nachdem er sich am 31. August 
1750 zu Marburg die juristische Doktorwürde 
erworben hatte, begab er sich zu seiner ferneren 
Ausbildung an das Reichskammergericht zu 
Wetzlar und an den Sitz des Reichstags zu 
Regens bürg, wo ihn der hessen-kasselsche 
Reichstagsgesandte von Wülkenitz kennen und 
schätzen lernte. Durch dessen Vermittelung wurde 
er zwar 1751 zum Assessor bei der Regierung 
zu Kassel ernannt, hielt sich aber zunächst 
noch in Wien auf, wo er vom Reichshofrath 
von Senckenberg, einem Freund seines 
verstorbenen Vaters, freundlich aufgenommen 
wurde. Am 23. April 1754 trat er sein Amt 
bei der Regierung zu Kassel an und wurde 
am 28. Oktober 1756 zum Regieruugsrath 
ernannt. Bei Beginn des siebeujärigen Krieges 
begleitete er den Premier-Minister General 
lieutenant von Donop auf dessen Gesandt 
schaftsreise nach Braunschweig, Berlin, Magde 
burg u. s. w. Am 12. Dezember 1761 wurde 
er zum Oberappcllationsgerichtsrath ernannt, 
daneben wurde ihm am 28. Februar 1772 die 
Stelle eines Direktors des Steuerkollegiums 
und eines Referendarius im geheimen Ministerium 
übertragen, am 14. Mai 1774 wurde er zum 
Geheimenrath und Oberappellationsgerichtsdirektor 
ernannt. Von 1772 an war er nebenbei 
Direktor der Handlungskompagnie zu Karlshafen, 
und 1777 wurde er der Direktion der' von 
Landgraf Friedrich II. gegründeten Kolonien 
zugetheilt. Auch seinem Leben machte ein früher 
Tod am 6. Oktober 1777 nach nur zweitägigem 
Kranksein ein Ende. 
Von seinen Schriften mögen vorzugsweise 
genannt werden: die ausführliche Nachricht von 
der älteren und neueren Verfassung der geist 
lichen und Civil-Gerichte in den Fürstlich Hessen- 
Casselischen Landen, 2 Theile, Kassel 1769 
und 1770. 
Er ließ sich zuerst das am Friedrichsplatz 
neben der Kommandantur stehende Haus und 
dann das Haus Nr. 5 am jetzigen Wilhelms 
höher Platz, -gerade der Königstraße gegenüber, 
beide durch seinen Schwager S. L. du Ry 
bauen. 
Am 28. April 1758 verheirathete er sich mit 
Christine Amalie Stiern von Stiern- 
b e r g, Tochter des Geheimen Kammerraths 
Wolrad Stiern von Stiernberg zu 
Kassel, welche ihn mit sechs Kindern beschenkte 
und am 17. April 1813 im Alter von 79 Jahren 
starb. Von seinen Kindern starben Wolrad (1)
	        

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