Full text: Hessenland (7.1893)

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er 
rieöen von Kasel unö seine Uolgen sür I 
Waffel. 
(Fortsetzung.) 
s ie Separatartikel zu dem Friedensvertrag 
vom 28. August 1795 haben folgenden 
Inhalt: 
Artikel I. 
Da der Subsidienvertrag, welcher zwischen 
Hessen und England abgeschlossen ist, dem vor 
liegenden Friedensschlüsse vorherging, so wird 
bestimmt, daß der Artikel 3 dieses Vertrages 
kein Präjudiz sein soll für den bewußten 
Subsidienvertrag, indessen nur unter der Be 
dingung, daß der Landgraf keine neuen Ver 
pflichtungen mit dem Londoner Hof eingehen 
kann während des gegenwärtigen Krieges zwischen 
der französischen Republik und England. 
Artikel II. 
Wenn durch den allgemeinen Frieden zwischen 
Frankreich und dem Deutschen Kaiserreiche der Theil 
der Staaten des Landgrafen von Hessen-Kassel, 
welcher auf dem linken Rheinufer gelegen ist, 
endgiltig bei Frankreich bleibt, so wird sich der 
Landgraf entschädigen können durch Land, sei 
es geistliches oder anderes, auf dem rechten Ufer 
dieses Flusses, in welchem Falle die Republik 
ihre Einwilligung hierzu ausspricht und ihm 
den Besitz der Lande verbürgt. 
Artikel III. 
Im Falle, daß die französische Republik nicht 
das ganze linke Rheinufer erwerben würde, so 
verspricht die französische Republik in Erwägung, 
daß der Landgraf von Hessen-Kassel der erste 
deutsche Reichsfürst gewesen ist, welcher dem 
Friedensvertrag zu Basel zwischen Frankreich 
und Preußen beigetreten ist, ferner in Erwägung 
der Opfer, welche der Landgraf bringt, indem 
er auf den Subsidienvertrag mit England ver 
zichtet, mit ihrer ganzen Macht beizutragen, 
daß dem Landgrafen beim allgemeinen Reichs 
frieden die beiden Aemter Amöneburg und 
Fritzlar, welche vom Kurfürstenthum Mainz 
abhängen und von den Hessen - Kassel'schen 
Landen eingeschlossen sind, erbeigenthümlich 
zufallen. 
Vorstehende geheime Separatartikel werden 
dieselbe Kraft haben, als ob sie Wort für 
Wort im Hauptvertrage enthalten, beschlossen 
und am selben Tage unterzeichnet wären; auch 
werden sie durch die vertragschließenden Parteien 
in derselben Weise ratifizirt werden. — 
Die schwebenden Friedensverhandlungen waren 
für die im englischen Solde stehenden hessischen 
Truppen selbstverständlich sehr bedeutungsvoll. 
Es zeigte sich dies zuerst dabei, daß man schon im 
Frühjahr 1795 alle Ausgaben für das Heer 
auf's äußerste einschränkte. Als jedoch von Seiten 
der englischen Regierung über diese Vernach 
lässigung der Truppen diplomatische Verhand 
lungen angeknüpft worden waren, und man gedroht 
hatte, die Subsidienzahlungen einzustellen, wenn 
das hessische Korps nicht traktatmäßig in völlig 
felddiensttauglichem Zustande erhalten würde, so 
wurden dann im Monate Juli nothwendige 
Ausrüstungsgegenstände, namentlich Zelte, gesandt, 
jedoch alles in ungenügender Zahl und schlechter 
Beschaffenheit. Diese, sowie eine Menge anderer 
Verwickelungen und Streitigkeiten mit dem 
Hauptquartiere hatten daselbst eine höchst miß 
günstige Stimmung gegen alles, was das 
hessische Korps betraf, erzeugt, welche sich auch 
thatsächlich dadurch kund gab. daß man dem 
selben fast sämmtliche vorfallende lästigen 
Kommandos aufbürdete, ihm die schlechtesten 
Quartiere anwies und dasselbe aller Orten 
gegen die übrigen Truppenkontingente der 
Armee benachtheiligte und zurücksetzte. Unter 
diesen Umständen wurde die Stellung des 
hessischen Generals von Dalwigk noch schwieriger, 
als in den ersten Tagen des September die 
Veröffentlichung des am 28. August zu Basel 
zwischen Frankreich und Hessen abgeschlossenen 
Separatfriedens erfolgte, indem darin (im 
Art. II) nur bestimmt war, daß der mit 
England abgeschlossene Subsidienvertrag nicht 
erneuert und verlängert werden sollte , derselbe
	        

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