Full text: Hessenland (7.1893)

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Prokurator Wolf, welcher als Anstifter angeklagt war, 
erfolgte wegen Aufruhr zweiten Grades, wurde aber, 
wie leicht erklärlich, vom G> neralauditorate aufgehoben. 
Wolf wurde als Justizbeamter nach Friedewald straf 
versetzt, später aber nach Herstellung der Verfassung 
von 1831 im Jahre 1862 wieder als Staats- 
prokurator bei dem Obergerichte zu Hanau reaktivirt 
und 1866 zum Obergerichtsrathe daselbst ernannt. 
Nach der Einverleibung Kurhessens in Preußen trat 
Wolf zum neugebildeten Kreisgericht in Hanau Uber 
und blieb in dieser Stellung bis zur Gerichts- 
organisation von 1879. Er trat nun in den Ruhe 
stand, verlegte seinen Wohnsitz nach Frankfurt a. M., 
wo ihm ein glückliches Greisenaltcr im Kreise seiner 
Kinder und Enkel beschieden war. — Die Erhebung 
Deutschlands zum Kaiserthum hatte der alte Burschen 
schafter aus dem Anfange der 30er Jahre lebhaft 
begrüßt, doch blieb er seinem alten Heimathlande 
Hessen treu und bewahrte demselben bis zu seinem 
Lebensende die größte Anhänglichkeit. Er war 
schlicht in seinem Wesen, von spartanischer Einfachheit, 
milde in seinem Urtheile und wollwollend gegen 
Jedermann. Friede seiner Asche! 
Hessische Kücherscha«. 
XXXVIII. Bericht des Vereins für Natur- 
künde zu Kassel über das Vereins 
jahr 1891— 92.Kassel 1892. Druck von L. D ö ll 
Der uns vorliegende Band enthält Bericht über 
Stand und Gang des Vereinslebens im Geschäfts 
jahre 1891—92. Wir entnehmen demselben daß 
der Verein gegenwärtig 12 Ehrenmitglieder, 76 
wirkliche und 50 korrespondirende Mitglieder zählt. 
Durch den Tod hat der Verein in dem angegebenen 
Zeiträume 13 Mitglieder verloren, cs sind: Ober- 
leherer Simon (Elberfeld), Sanitätsrath Dr phil. 
und med. Eisenach (Rotenburg), Professor Dr. Gies 
(Fulda), Dr. med. Stricker (Frankfurt a. M.), 
Oberstabsarzt I. Kl. Dr. Kutter (Kassel), Wirkt. 
Geheimrath Excellenz Dr. phil., med., und jur. Wil 
helm Weber (Göttingen), Ad. Cornelius (Kassel), 
Geheimer Hofrath Prof. Dr. Kopp (Heidelberg), 
Oberamimann Thon (Kassel), praktischer Arzt Dr. 
W. Harnier, Amtsgerichtsrath L. Knatz (Kassel), 
Dr. med. Kupfer (Kassel) und Geheimer Medizinalrath 
Dr. von Wild (Kassel). Es folgen dann die Nekrologe 
der Dahingeschiedenen. Ihnen reiht sich das Ver 
zeichniß der Mitglieder an. Unter den 12 Ehren 
mitgliedern finden wir den Berichtsstatter Direktor 
der Oberrealschule Dr. Karl Ackermann, welcher bei 
der aus Gesundheitsrücksichten wie durch Ueberhäufung 
mit Amtsgeschäften veranlaßten Niederlegung der 
14 Jahre lang innegehabten und in verdienst 
vollster Weise geführten Stelle des Geschäftsführers 
am 8. Juni 1891 zum Ehrenmitgliede ernannt 
worden ist. Bericht III beschäftigt sich mit dem 
umfangreichen literarischen Verkehr des Vereins. 
Bericht IV ertheilt eine Uebersicht der in den 
Monatsversammlungen gehaltenen Vorträge und 
Demonstrationen. Den Schluß bilden fünf wissen 
schaftliche Abhandlungen: über die sog Triangu- 
linarform der Meloelarven von L. Weber, über den 
intermittirenden Karlsbrunnen in Eichenberg, Kreis 
Witzenhausen von E. Löwer, Waffen und Geräthe 
der Steinzeit in Hessen in genealogischer Beziehung 
von demselben, über das Wesen des Stoffes von Fr. 
Hornstein und hessische landeskundliche Literatur 
4. Nachtrag, von Karl Ackermann. I. 
Druckfehler - Berichtigung. 
In der vorigen Nummer unserer Zeitschrift muß es 
auf der ersten Spalte der ersten Seite, Verszeile 2 der 
zweiten Strophe des Gedichtes „Waldesandacht" statt lang 
geschmückten — „lenzgeschmückten" heißen. Seite 143, 
Spalte 2, Zeile 23 von oben ist der Name von Jungheim 
in „von Jun gken" umzuändern. Die Berichtigung weiterer 
kleiner Druckfehler unterlassen wir.' 
Briefkasten. 
L. P. Kassel. Besten Dank für Zuwendung. Be 
sprechung folgt in einer der nächsten Nummern. 
I. L. Kassel. Durch die rasche Besorgung der Ange 
legenheit haben Sie uns einen großen Gefallen gethan. 
Dank dafür und freundlichen Gruß. Die beiden Bände 
erhalten Sie in der nächsten Woche zurück. 
8. F. — F. Kassel. Die Veröffentlichung konnte in der 
heutigen Nummer noch nicht erfolgen. 
V. T. Rauschenberg. Mit Dank angenommen. 
4. W. B. Berlin. Durch Ihre Zuwendung haben Sie 
uns sehr angenehm überrascht. 
8. K. — J. München. Wir halten uns Ihnen zu auf 
richtigstem Dank für den neuen Beweis Ihres Wohlwollens 
verpflichtet. Mit der Veröffentlichung wird in der nächsten 
Nummer begonnen werden. 
Inhalt der Nummer 12 des „Hessenlandes": „Was 
Gefühl ist?", Gedicht von Gustavs Adolfs Becquer; „Der 
Frieden von Basel und seine Folgen für Hessen-Kassel"; 
„Aus dem Leben Franz Dingelstedt's, II. Franz Dingel 
stedt in Fulda", von F. Zwenger; „Johann Ewald in 
hessischen Diensten", von F. Zwenger (Fortsetzung); 
„Märchen", Gedicht von M. Herbert; „Der Mutter Lauten 
spiel," Gedicht von Ernst Wolsgang Heß von Wichdorff; 
„Aus Heimath und Fremde"; „Hessische Bücherschau"; 
Berichtigungen; Briefkasten; Abonnements-Einladung. 
PT Irrm Abonnement auf das 3. Huartat 1893 der 
Zeitschrift „Kessentand" laden ergebenst ein 
Redaktion und Uerlag. 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Zwenger in Fulda, Druck und Verlag von Fried r. Scheel in Kassel.
	        

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