Full text: Hessenland (7.1893)

124 
Dr. Friedrich Klincksieck ist als Oberlehrer 
an das Gymnasium zu Halle versetzt worden. 
Ebenso verläßt der seitherige Lektor der englischen 
Sprache, Walter Harlock diese Anstalt. An 
Stelle des Dr. K l i n ck s i e ck tritt E. Petit von 
Rouveroy, und an Stelle Harlock's William 
Tilley aus Sidney. — Unser hessischer Landsmann 
Regierungsrath Dr. Karl Schotten, Privadozent 
an der Berliner philosophischen Fakultät, ist zum 
Titular-Professor ernannt worden. Derselbe liest an 
der Berliner Universität über gerichtliche Chemie und 
ist Mitglied des Reichspatentamtes. 
Theodor Engelhardt f.) Einer der ältesten 
ehemals hessischen Offiziere, der Hauptmann a. D. 
Theodor Engelhardt ist am 21. April in 
Kassel i'm Alter von 86 Jahren gestorben. Er war 
ein Sohn des verstorbenen Zeughauptmannes Johannes 
Engelhardt, der s. Zt. mit den hessischen Truppen 
im amerikanischen Krieg und 1792 bei der Er 
stürmung Frankfurts durch die Hessen mit Aus 
zeichnung als Offizier in der Artillerie gefochten 
hatte. Im Jahre 1861 trat Theodor Engelhardt in den 
Ruhestand. Die Bürgerschaft Kassels ehrte seine 
Bürgerlugenden durch die Wahl desselben in die 
städtischen Körperschaften. In seiner langjährigen 
Eigenschaft als Stadtrath machte Engelhardt sich viel 
fach, namentlich durch die Verbesserung des Feuer 
löschwesens, verdient. 
Hessische Kücherschau. 
Karl Wittich, Dietrich von Falkenberg, 
Oberst und Hofmarschall Gustav 
Adolfs. Ein Beitrag zur Geschichte des 
dreißigjährigen Krieges. Magdeburg 1892, 
Verlag der Schäfer'schen Buchhandlung (M. 
Liebscher). 
Unter den zahlreichen hervorragenden Männern 
die unser engeres Vaterland hervorgebracht hat, 
nimmt Dietrich von Falkenberg nicht die letzte 
Stelle ein. Aus seinem Leben waren bisher nur 
einige Episoden bekannt: wir danken es der fleißigen 
Arbeit Wittich's daß wir jetzt eingehender über diesen 
Helden des dreißigjährigen Krieges unterrichtet 
werden. Gegen das Ende des 16. Jahrhunderts 
in Herstelle geboren, trat er schon früh in Be 
ziehungen zum Landgrafen Moritz, der ihn im Jahre 
1615 mit wichtigen Aufträgen zu Gustav Adolf 
schickte. Falkenberg ging dann in schwedische Dienste 
über und wurde Oberst und Hofmarschall des ge 
nannten Königs. Er war es, der als Abgesandter 
seines Herrn die Bürger von Stralsund zum hart 
näckigsten Widerstand gegen Wallenstein ermutigte. 
Die lebhafteste und rühmlichste Thätigkeit entfaltete 
er aber in der mannhaften Vertheidigung v^n 
Magdeburg gegen Tilly's und Pappenheim's Schaaren. 
Mit großer Umsicht und Energie wußte er trotz der 
sechsfachen Uebermacht der Feinde und obgleich Hunger 
und Krankheit die wackeren Vertheidiger hart be 
drängten, lange Zeit hindurch das Aeußerste von der 
Stadt abzuwehren, bis schließlich auch noch die 
Munition ausging. Nun verlor der Rath den 
Muth und begann an Kapitulation zu denken, 
während Falkenberg unter Hinweis auf den nahen 
Entsatz durch Gustav Adolf zur Fortsetzung des 
Kampfes mahnte. Noch während dieser Berathungen 
kam die Schreckenskunde, daß Pappenheim bereits 
in der Stadt stehe. Schnell warf sich Falkenberg 
an der Spitze seiner Leute den eindringenden Feinden 
entgegen, aber vergebens war sein verzweifeltes 
Ringen: nach zweistündigem erbittertem Kampfe 
wurde er zurückgeworfen und, da er keinen Pardon 
annehmen wollte, nieder gemacht. Mit dem Falle 
des heldenmüthigen Anführers war auch das Schicksal 
der Stadt entschieden. — Bemerkt mag noch werden, 
daß Wittich's Ausführungen den sicheren Beweis 
liefern, daß die Einäscherung Magdeburgs nicht, wie 
man häufig angenommen, auf die Rechnung der 
Kaiserlichen zu setzen ist: der Brand entstand ohne 
Zweifel dadurch, daß Falkenberg im Einverständniß 
mit der Bürgerschaft einige Gebäude anzünden ließ, 
um das weitere Vordringen der Feinde zu ver 
hindern. I». 
Krieskasten. 
J. P. Kassel. Wie Sie sehen, gleich benutzt. Verbind 
lichsten Dank. 
8. v. E. Kassel. Erhalten. Das gerügte Versehen ist 
nicht der Redaktion zuzuschreiben. Wir danken Ihnen 
übrigens dafür, daß Sie uns auf dasselbe aufmerksam ge 
macht haben. 
E. 8. Marburg. Haben Sie Dank für Ihre Zusendung. 
E. 8. Haina. Die uns freundlichst zugesandten Ge 
dichte werven in aller Kürze zum Abdruck gelangen. Ent 
schuldigen Sie gütigst, daß dies noch nicht geschehen ist, 
und empfangen Sie unsern besten Dank. 
G. V. T. Rauschenberg. Wird in einer der nächsten 
Nummern veröffentlicht werden. Freundlichsten Gruß. 
GL J. Steinau. Wir sind Ihnen für Ihre gütige Zu 
sendung, die wir gleich benutzt haben, zu aufrichtigem Danke 
verbunden. 
W. F. Göttingen. Sehr erwünscht. 
Inhalt des Aprilheftes (Nr. 10) der „Touristischen 
Mittheilungen aus Hessen-Nassau und Waldeck": Geschichte 
der Stadt Schwarzenborn. — Durch den Ringgau. — 
Berichte. — Zeugnisse und Bemerkungen zum Bergnamen 
Wissner oder Meissner. — Anzeigen. 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F.Zwengerin Fulda, Druck und Verlag von Fried r. Scheel in Kassel.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.