Full text: Hessenland (7.1893)

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y. 
Hochehrwürdige, Hochgelahrte 
Sonderst Hochgeehrteste Herrn Amtsbrüder! 
Welcher gestalten und da auch heute die 
gnädigste Erlaubnis ertheilet worden, das nomine 
ministerii verfertigte Glückwünschungs Gedicht 
höchstes Orts allerunterthäuigst zu überreichen, 
so haben wir keinen Augenblick wollen ver 
streichen lassen, Ew. Hochehrw. rc. davon die 
schleunige Nachricht weniger nicht zu geben als 
zugleich so viele Exemplarien mitfolgen zu lassen, 
daß jeder unserer Hochgeehrtesten Herrn Amts 
brüder zwei davon nehmen können. Uebrigens 
sind wir in die unangenehme Notwendigkeit ge 
setzt Ihnen zu melden, daß um der Ehre des 
ministerii bei einer solennen Sache nichts zu 
vergeben, der Aufwand die Summe des Bei 
trags ä 2 fl. übersteiget, dannenhero ein Nach 
schuß erfordert werden wird, welchen wir zwaren 
dermahlen weder bestimmen können noch wollen, 
vielmehr vorhero und zugleich die autorisierte 
Specifikation dem ganzen Ehrwürdigen ministerio 
vorlegen, damit ein Jeder unserer Hochgeehrtesten 
Herrn Brüder überzeuget werde, wie uneigen 
nützig wir hierin zu Werk gegangen, und höhere 
Genehmigung in allem zur Vorschrift gehabt, 
die wir mit aller Hochachtung beharren 
Windecken am 8. 8= 1764 
Ew. Hochehrw. 
Ergebenste Diener 
I. M. Kochendörfer. 
I. H. Apricola. 
Vorstehendes Zirkularschreiben verfehlt nicht, 
unter den Herrn Brüdern große Verstimmung 
zu erzeugen. 
VI. 
Hochwürdige, Hochgelahrte, 
Sonderst Hochgeehrteste Herrn Amtsbrüder! 
In gefolg unsers letzteren sind wir nunmehr» 
im stand, die das Ew. Hochehrwürden bereits com- 
municierte Glückwünschungsgedicht betr. Nach 
richten, und nachdem dasselbe würklich an ge 
meldetem Tage sowol Sr. Hochfürstl. Durch!. 
Unserm gnädigsten Fürsten und Herrn als darauf 
auch Höchstdcroselben Frauen Gemahlin Kgl. 
Hoheit allerunterthänigst überreichet worden, 
hierdurch mitzutheilen. Vor allen Dingen und 
zu unserer allerseitiger consolation zu melden, 
daß die gratulation, die Sr. Hochwürden unser 
Hochzuverehrender Hr. Superintendent Schiede 
mündlich und vonwegcn des ganzen ministerii 
devotest abgestattet, also und insonderheit auch 
dieses dahiuzielendc Gedicht mit denen untrttg- 
lichsten Äußerungen des gnädigsten Wohlgefallens 
auf- und angenommen worden. Diese beyde 
Exemplaria sind carmoisin Genueser Sammet 
mit weißem atlas gefüttert eingebunden, auf 
einem von gleichem Estofe mit 4 goldnen 
quasten und goldnem agrément besetzten Küssen 
präsentieret worden. Das Exemplar vor Ihre 
Kgl. Hohheit unsere bisherige glorwürdigste 
Regentin bleurneranä, die vor die beiden Durchl. 
Prinzen Carl und Friedrich in Poncean, und 
das vor die verwittibte Fürstin in dunkelblauem 
Mohr eingebunden, sämmtlich mit weißem Atlas 
gefüttert, welche allesambt folgenden Tags den 
1. hujus von unserm Hochwürdigeu Hr. 
Superintendenten sind übergeben und nicht 
weniger gnädigst angesehen worden. 
Gleichwie nun diese so gut als möglich ver 
anstaltete Sach den erwünschten 8neeess gehabt, 
als würden mir der Einsicht und patriotischen 
Gesinnung Ew. Hochehrw. viel zu nahe treten, 
wenn wir nur gedenken wollten, daß Ein Einziger 
der Herrn Interessenten über die 8nmme, die 
darauf verwendet worden, sich beschweren oder 
uns den mindesten Vorwurf statt einer zu er 
wartenden Verbindlichkeit deßfalls machen würde. 
Allermaßen und ohne die höhere Vorschrift und 
Genehmigung zu berühren, es unschicklich und 
unverantwortlich würde gewesen sein, in dem was 
zur Zierde eigentlich zu Bezeigung unseres 
Respekts durchaus erforderlich gewesen eine ohn- 
zeitig sparsamkeit anzubringen, dahingegen dièses 
gewis das erste Beispiel sein wird, daß die 
direetores und respective ckeputati weder diaeten 
noch sonst das mindeste wegen gehabten ungemein 
vielen bemühungen und baaren auslagen ange 
rechnet, vielmehr selbsten wie die beilag aus 
weiset das Ihrige beitragen. 
Wodurch dann diejenige notamina, die einige 
deren Hrn. Amtsbrüder in dem ersten unserer 
ausschreiben beizusetzen sich nicht erröthet, hin 
länglich und zu unserer satisfaction widerleget 
sind, weshalben wir uns damit aufzuhalten keine 
mühe geben, wohl aber nachdrücklich ersticken 
wollen bessere Gedanken hinführo von uns zu 
hegen und mit solchen nachtheiligen remarqnen 
zu Haus zu bleiben. Das dem Hrn. 8ecretario 
Scheel gegebene praemium scheint zwar, wie es 
in der That auch ist, viel, wir müssen aber ohn- 
verhalten, daß solches von sämmtlichen Herrn 
Directoribus und resp. Deputatis in Betracht, 
daß derselbe sein Meisterstück bewiesen, viele 
außerordentliche Aenderungen vornehmen und 
alle übrige bei dieser gelegenheit verfertigte ge- 
dichte noch weit höher bezahlt bekommen, ein- 
müthiglich beschlossen worden. 
Gleichwie nun dem ganzen nunisterio zu keiner 
Ehre gereichen würde, wenn die Conto zu Frank-
	        

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