Full text: Hessenland (6.1892)

„Auch ihm wird einst das Licht strahlen, 
das allein zum ewigen Heile führt —, der Herr 
ist mächtig/' 
„O, wäre es", sagte sie leise und innig. 
Erschreckt fuhr sie zusannuen, und auch Wilbod 
horchte auf, — eiliger Hufschlag uud zoruige 
—! 
Des Pögleins Kied. 
Es gingen zwei an einem Frühlingstag 
Zusammen spazieren im grünen Hag. 
Sie hatten sich lange von Herzen lieb 
Und dachten, daß es immer so blieb'! 
Von Liebe gesprochen hat er zwar nicht, 
Doch Liebesglück lag auf beider Gesicht. 
Aber heute war es bei ihm bestimmt: 
Der Funken, der unter der Asche glimmt, 
Soll schlagen zur hellen Flamme empor. 
Wenn die Werbung erreicht des Liebchens Ohr. 
Er hatte sich alles wohl überlegt, 
Und von seinem Wort ward er selbst bewegt. 
Nun waren sie beide so ganz allein, 
Es konnte ihm gar nichts erwünschter sein. 
Doch verweht war das einstudirte Wort, 
Die schöne Rede —, un Nu ist sie fort. 
In des Liebchens Auge er Liebe las, 
Und seiner Werbung gar bald er vergaß. 
Da singt ein Vöglein in Liebe und Lust 
Dem horchenden Weibchen aus voller Brust. 
Und wie das Vöglein in den Zweigen singt, 
Dem Jüngling das Wort aus der Kehle dringt. 
Jetzt klingt es natürlich, nicht einstudirt, 
Das Wort hatte er zuvor nicht probirt. 
Und die Jungfrau sinkt in verschämter Lust 
Dem geliebten Jüngling still an die Brust. 
Ach, wenn das Vöglein im Garten nicht war, 
Sie blieben sich fern wohl noch manches Jahr. 
tz-tard Kiskamp. 
Dahnstted. 
(Schwälmer Mundart.) 
(Nach der Melodie: Wo e kleins Hüttle steht.) 
Bo mer in Baß nur het 
Es ööch in Speelmann; 
O bo in Speelmann stet, 
Do es es schie. 
Dahnze wonn 
Gret ö Kon, 
Annekin 
Ö de Hin. *) 
Dos es net botzig, 
Nee, dos es schie. 
Stimmen, welche die Rosse zu rasender Eile an 
trieben, klangen an ihr Ohr. 
Hilda glitt vom Rosse, unfähig, sich auf seinem 
Rücken zu halten. Schwach rief sie: „Eile 
fort —, sie kommen." 
Doch ruhig blieb der Jüngling stehen. 
(Fortsetzung folgt.) 
Läß mer die jong Leiht 
Dahnze ö Senge, 
Da es kemmt bahl die Zeiht, 
Die do net schie. 
Dahnze see, 
Lache see, 
Frew h es Dich 
So bie mich, 
Dos es net botzig, 
Nee, dos es schie. 
Sah nür die Vehlche v, 
Seng see net lostig, 
Frieh ö spät seelefroh? 
Es dos net schie? 
Mäul mer net, 
Nee, mach met, 
Hahl de Schrett. — 
Gück, es get! 
Dos es net botzig, 
Nee, dos es schie. Kurt Wuyn. 
*) höret. 2 ) Tanzen wollen Grete und Konrad, Anna 
Kunigunde und der Heinrich. *) freu'. 
Aus Heimach und Fremde. 
In der M o u a t $ ü e r f a nt nt l u n g des Vereins 
für hessische Geschichte und Landeskunde 
am 29. Februar, theilte der Vorsitzende, Major von 
Stamford, mit, daß die diesjährige Hauptversammlung 
des Vereins am 28., 29. und 30. Juli in Esch Wege 
stattfinden werde. Hiernach hielt der Rittmeister a.D. 
Gustav Freiherr von P a p p e n h e i m von 
Marburg den angekündigten Vortrag Uber den ^Frei 
herrn Alfred Otto Rabe von Pappenheim, seine 
Dienstzeit in der kurhessischen Garde du Corps, seine 
Erlebnisse im russischen Dienste und seine Erinnerungen 
aus der Goethezeit in Weimar". Nach Schluß des 
Vortrags stattete der Vorsitzende dem Redener den 
Dank des Vereins ab. 
Der ständischen Landes bibliothek zu 
Kassel wurden in der Zeit vom 26. Februar 1891 
bis Ende desselben Jahres nicht weniger als 3661 
Bände zum Geschenke überwiesen, unter denen sich 
recht viele äußerst werthvolle Werke befinden. Es 
ist dies ein neuer Beweis für die Beliebtheit, deren sich
	        

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