Full text: Hessenland (6.1892)

M 5. 
Kassel. 
3. Märx 1892. 
Das „Hestenland", Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, erscheint zweimal monatlich 
zu Anfang und in der Mitte jeden Monats, in dem Umfange von 1*/2—2 Bogen Quartformat. Der Abonnementspreis 
beträgt vierteljährlich 1 Mark 50 Psg. Einzelne Nummern kosten je 3 0 Pfg. Anzeigen werden mit 20 Pfg. 
für die gespaltene Petitzeile berechnet. Auswärts kann unsere Zeitschrift durch direkte Bestellung bei der Post, oder 
durch den Buchhandel, auf Wunsch auch unter Streifband bezogen werden; hier in Kassel nimmt die Buchdruckerei 
von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4, Bestellungen, ebenso Anzeigen an. In der Post-Zeitungsliste für das Zahr 1892 
findet sich das „Hessenland" eingetragen unter Nr 2934. 
Inhalt der Nummer 5 des „Hessenland": „Helms Eobanus Hessus", Gedicht von Carl Preser; „Kirche und 
Schule in Hessen, während und nach dem dreißigjährigen Kriege", von l)r. Hugo Brunner (Fortsetzung); „Elise von 
Hohenhausen", von Elisabeth Mentzel; „Friedrich Scheel", Nekrolog von F. Zwenger (Schluß); „Der Glaubensbote", 
eine Erzählung aus dem achten Jahrhundert, von Franz Treller (Fortsetzung); „Der Vöglein Lied", Gedicht von Elard 
Biskawp; „Dahnzlied", Gedicht in Schwälmer Mundart von Kurt Nuhn; Aus Hermath und Fremde; Hessische 
Bücherschau; Briefkasten; Anzüge. 
)elius Kobanus Hessus, 
rex poetarum. 
L J(u Marburg in fröhlicher Schenke sitzt 
JL Der Liebling der Musen, öem Weine so hold, 
Oj Herr Eobanus Hefsiis, ihm blitzt 
Entgegen im Glase öes Rheinweins Gold. 
And rings umher an bem Schenkentisch, 
Da zechen die Jünger öer Wissenschaft, 
Da sprühen so launig und geistessrisch 
Die Worte zum perlenden Rebensaft. 
„Du König öer Dichter im deutschen Deich, 
Du Meister des Sangs und Du Kenner des 
Weins, 
Sei König uns auch als Secher zugleich. 
Aur Ehre der herrlichen Reben öes Rheins. 
Sieh dieses Humpens gewaltigen Dug, 
Wir füllen zum Rand ihn mit duftendem Wein, 
And kannst Du ihn leeren mit einem Jug, 
So sollst Du öer König am Schenktisch sein." 
„Was dünkt Euch, ihr Wichte hier allzumal," 
Ruft Hefsus erzürnt in die zechende Schaar, 
„Hinweg nur mit Euerem Dwerg von Pokal, 
Den reicht einem Säugling, doch mir nicht dar!" 
And einen der Reiterstieseln mit Sporn, 
Den reicht er klirrend zum sprudelnden Spund, 
And leert ihn in edelem Jecherzorn 
Dis auf den letzten Tropfen am Grund. 
Hei! Wie sie da schwingen den Decher mit Lust, 
Su Ehren des Meisters im Trank und im 
Hei! Wie sie da singen aus fröhlicher Drust, 
Du feiern den Meister mit Lieöerklang! 
Doch als Eobanus den Trunk gethan, 
Hebt hoch er den mächtigen Humpen im Kreis 
And spricht: „Willkommen sei jeder Kumpan, 
Der so seinen Stiesel zu trinken weiß." 
tzarl Wreser. 
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