Full text: Hessenland (6.1892)

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der Klosterkirche zu Höchst keine bemerkenswerten Denk 
mäler in jener Gegend hinterlassen hat, finden wir 
allda viele Sakralbauten in gotischem Stile, wovon 
besonders die Stadtkirche zu Michelstadt zu erwähnen 
ist. interessant auch sind die vielen Burgen, Schlösser 
und Ruinen des Kreises, besonders der Schnellerts, 
das Beerfurter Schlößchen, der Breuberg, Fürstenau, 
Freienstein. Vor allem aber zieht uns das Schloß zu Er 
bach an, dessen hervorragende Sammlungen und Kunst 
schätze in trefflicher Auswahl vor Augen geführt werden. 
Zum Schlüsse des lehrreichen Werkes wird ein Bericht 
über die benutzte Litteratur gegeben. Höchst auffallend 
muß erscheinen, daß Verf. verschiedene Publikationen 
des historischen Vereines nicht berücksichtigt hat, so 
vor allem nicht das bedeutende Werk von Adamy 
über die Einhard-Basilika zu Steinbach, ebensowenig 
die gediegene Arbeit von Anthes über den Schnellerts 
(Qnartbl. d. hist. Vereins v. 1887), die Forschungen 
über das Beerfurter Schlößchen u. s. w. Leider wird 
der Wert des Werkes durch diesen Mangel nicht 
unbeträchtlich geschmälert. — 
Laudach. 
Dr. August Aoeschen. 
An meine hessischen Landsleute. 
Ein Mann, der so entschieden in den politischen, sozial 
politischen und religiösen Kämpfen steht wie ich hier in 
Oesterreich, mag sich allerdings kaum sehr überrascht 
fühlen, wenn die Parteigenossen die siebenzigste Wieder 
kehr seines Geburtstages nicht ganz unbeachtet vorüber 
gehen lassen. Kommt noch hinzu, daß man sich einige 
Freundschaft ersungen hat, so mag die Feier eines solchen 
Wiegenfestes auch schon ein wenig warm werden. Ich 
gestehe auch gern, daß alles das ganz ungemein wohl 
thut, und daß der Hauch der Liebe und Freundschaft für 
tausend Schmerzen, — und wer hätte diese nicht zu em 
pfinden? —, reichlichst entschädigt. Aber auch diese Ent 
schädigung und die beseligende Freude, die in ihr liegt, 
sind nicht ohne einen Tropfen Mermuths. Zch habe den 
Tropfen, den ich zu kosten hatte, in den Ueberschwänglich- 
keiten des Lobes gefunden, die den Jubilar leicht so hoch 
emporheben, daß ihm schwindeln möchte. Gott Lob, mir 
hat trotzdem nicht geschwindelt; denn ich hatte den Muth, 
bescheiden unter mich zu blicken, um mir des Abstandes 
bewußt zu werden, den ich an meinem Wiener Ehrentage 
zwischen Wirklichkeit und Dichtung, zwischen Verdienst und 
Überschätzung bestehen sah. Der Innigkeit aber, mit der 
ich denen danke, die mir diesen Ehrentag bereitet haben, 
soll auch diese Erkenntniß keinen Eintrag thun. Eines 
aber hat mich hoch überrascht. Ich habe fest geglaubt, in 
der alten Heimath vergessen zu sein; ich habe kaum zu 
hoffen gewagt, daß sich noch ein paar Grauköpse im lieben 
Hessenlande des Brausekopfs erinnern möchten, der auch 
dort einst im Feuer der Geisterschlachten gestanden hat. 
Und wie ist es nun doch so ganz anders gewesen! Auch 
dort, wo die Fulda rauscht, schlagen mir, das weiß ich 
jetzt, noch recht viele Herzen entgegen, und es drängt 
mich, auch ihnen allen ein Wort des Dankes zu sagen. 
Diese Freundschaftszeichen aus der alten Heimath, aus 
dem schönen Hessenlande, das ich leider nicht mehr mein 
nennen darf, thun doppelt wohl. Ich finde in diesem 
Gefühle den reichen Lohn dafür, daß alle Herrlichkeiten 
Oesterreichs, und obwohl ich mich mit meiner neuen Hei 
math untrennbar und dankesvoll verbunden weiß, nicht 
im Stande waren und nie im Stande sein werden, mir 
die hessischen Berge und meine Landsleute von ehedem 
vergessen zu machen. 
Ganz besonders gebührt auch denjenigen hessischen 
Zeitungen mein Dank, die am 27. Januar 1892 oder 
aus Anlaß dieses Tages freundlich meiner gedacht haben. 
A. Lrabert in Wien (Oberdöbling). 
Srieskasten. 
K. N. Kassel. Mit der Veröffentlichung Ihres uns 
gütigst zugesandten Aufsatzes wird in der nächsten Num 
mer begonnen werden. 
Dr. H. 8. Kassel. Ihr freundliches Anerbieten 
nehmen wir dankbar an und sehen baldgeiälliger Zu 
sendung des Manuskripts entgegen. Auch' die in Aus 
sicht gestellten »Lebenserinnerungen" sind uns sehr 
erwünscht. 
Th. M. Kassel. Wir hoffen in den nächsten Tagen 
in der Lage zu sein, Ihnen brieflich Auskunft über die 
fragliche Angelegenheit geben zu können. 
J. S. Frankfurt a. M. Wird benutzt. Freund- 
lichsteu Gruß. 
Dr. P. W. Leipzig. Besten Dank. Wird in der 
nächsten Nummer gebracht. 
Prof. Dr. K. K. Zerbst. Verbindlichsten Dank für 
die gefällige Zusendung. Die Besprechung behalten wir 
uns für die nächste Nummer vor. 
Th. K. Regensburg. Wie sie sehen, gleich benutzt. 
War uns sehr willkommen. Die gewünschten Exemplare 
erhalten Sie gleichzeitig mit dieser Nummer. 
v. 8p. München. Wir werden Ihrem Wunsche ent 
sprechen und statten Ihnen für Ihre freundliche Mit 
theilung unseren verbindlichsten Dank ab. 
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Hierbei eine Beilage der Verlagshandlung von 
HwitAoth in Gießen. 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Z w e n g e r in Fulda, Druck und Verlag von F r i e d r. S ch e e l in Kassel.
	        

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