Full text: Hessenland (6.1892)

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Zeitschrift für hessische 
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Kassel, 
17. Februar 1892. 
Das „Hestenland", Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, erscheint zweimal monatlich 
zu Anfang und in der Mitte jeden Monats, in dem Umfange von N/2—2 Bogen Quartformat. Der Abonnementspreis 
beträgt vierteljährlich 1 Mark 50 Psg. Einzelne Nummern kosten je 3 0 Pfg. Anzeigen werden mit 20 Pfg. 
für die gespaltene Petitzeile berechnet. Auswärts kann unsere Zeitschrift durch direkte Bestellung bei der Post, oder 
durch den Buch Handel, aus Wunsch auch unter Streifband bezogen werden; hier in Kassel nimmt die Buchdruckerei 
von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4, Bestellungen, ebenso Anzeigen an. Zn der Post-Zeitungsliste für das Zahr 1892 
findet sich das „Hessenland" eingetragen unter Nr.2934. 
Inhalt der Nummer 4 des „Hessenland": „Schwarzamsel im Februar", Gedicht von M. Herbert; „Kirche 
und Schule in Hessen, während und nach dem dreißigjährigen Kriege", von I)r. Hugo Brunner (Fortsetzung); „Friedrich 
Scheel", Nekrolog von F. Zwenger (Fortsetzung); „Der Glaubensbote", eine Erzählung aus dem achten Jahrhundert, 
von Franz Treller (Fortsetzung); „Negroponte , Gedicht von C. Prefir; „Eine Sage vom Niedenstein", Gedicht von 
Ernst Wolfgang Heß von Wichdorff; Aus Heimath und Fremde; Hessische Bücherschau; An meine hessischen Lands 
leute, Erklärung von Aoam Trabert; Briefkasten; Anzeige. 
Uwarzamsel im Mbruar. 
ie locken den Frühling mit sanfter Gewalt—, 
^Die Amseln da draußen in Dusch unö in 
4 WM. 
Die flöten unö singen bis tief in die Nacht 
And frühe, eh'Ieuchienö der Morgen erwacht. 
Die singen im wechselnden Februarlichk, 
Wenn leise öie Sonne öie Wolken erst bricht. 
Wenn hoch aus dem Derge noch lagert der Schnee 
In Furchen unö Schluchten, ein winterlich' Weh, 
Sie ahnen im Daume öen steigenden Säst, 
Sie spüren des Frühlings erwachende Kraft, 
Sie haben öie schneeweißen Glocken gesehn, 
Die still an der Böschung im Wintergras stehn. 
süß und beschwicht'gend, so fromm ist ihr 
Lied 
Hoffnung auf Sel'ges im stillen Gemüth 
Sie flöten und singen, wenn alles rings schweigt, 
Dis leise öie Sehnsucht im Herzen uns steigt, 
Dis sinnend zum Daume im Garten wir gehn, 
Du schaun, ob schon schwellend öie Knospen 
erstehn —, 
Dis schattend öie Augen mit bebender Hand 
Die grünenden Saaten wir suchen im Land, 
Dis tief aus der Drust sich der Athem uns ringt: 
D Frühlingsgewißheit, öie Schwsrzsmsel singt ! 
M. Kervert.
	        

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