Full text: Hessenland (6.1892)

die romantisch und historisch in gleicher Weise an 
ziehende Burg zu erwecken. Sie giebt eine genaue 
Beschreibung der Burg, eine Geschichte des Gleiberger 
Geselligkeitsvereines, seiner Bestrebungen und Erfolge. 
Besonders wertvoll aber ist die Darstellung der Ge 
schichte der Burg selbst, die uns in knapper und 
lichtvoller Weise vom Anfange des 10. Jahrhunderts, 
wo die Burg angelegt wurde, bis in die Neuzeit 
führt. Ank 9. Juni 1646, im verhängnisvollen 
Hessenkriege, ging der obere Teil der Burg, leider 
gerade der älteste und wertvollste, nach tapferster 
Verteidigung durch die Hessen-Darmstädter in Flam 
men auf. Nur die Teile aus der Zeit des 16. Jahr- 
huuderts blieben erhalten; sie sind es, die gegenwärtig 
ausgebaut werden. Besonders anziehend ist das 
Schriftchen durch die vielen trefflichen Illustrationen, 
die in den Text eingestreut sind und denselben 
näher veranschaulichen. Der Ertrag des geschmack 
voll ausgestatteten Büchleins wird zum Besten der 
Baukasse der Burg verwandt. Um des schönen 
Zweckes willen wünschen wir der Schrift, die zu dem 
überaus billigen Preise von 50 Pfg. ausgegeben 
wird, die weiteste Verbreitung. Allen Freunden der 
Geschichte aber und der Natur empfehlen wir den 
Besuch von Burg Gleiberg. 
Laub ach, November 1892. 
Dr. August Iloeschen. 
Von den bei Gelegenheit der Guttenberg-Ausstellung 
im August 1890 zu Marburg vom hessischen Ge 
schichtsverein zu Marburg veranlaßten größeren 
wissenschaftlichen Publikationen sind jetzt zwei im 
Buchhandel erschienen. Es sind: das in einem 
Pracht-Foliobande in deutscher, französischer und eng- , 
lischer Ausgabe in Leipzig bei K. W. Hiersemann 
herausgekommene Werk des Konservators Dr. Lud 
wig B i ck e l l 
Bucheinbände des 15. bis 18. Jahrhun 
derts aus hessischen Bibliotheken. Mit 
53 Lichtdrucken auf 42 Tafeln, 
und das im Verlage der N. G. Elwert'schen Uni 
versitätsbuchhandlung in Marburg erschienene Werk 
von Dr. A. von Sommer 
D i e ältesten Drucke aus Marburg in 
Hessen. 1527—1566. 
Die Besprechung beider Werke behalten wir uns 
für eine spätere Nummer unserer Zeitschrift vor. 
Der neue Band der Zeitschrift des Ver 
eins für hessische Geschichte und Landes 
kunde— der 17. der neuen Folge und 27. der ganzen 
Folge — ist kürzlich ebenfalls zur Vertheilung an die 
Mitglieder des Vereins gelangt, wie dies schon vor 
mehreren Wochen bei den vom Vereine jährlich 
herausgegebenen »Mittheilungen« (Jahrg. 1891) der 
Fall war. Wir geben nachstehend den Inhalt des 
neuen Bandes der Zeitschrift wieder mit dem Be 
merken, daß wir später darauf zurückkommen werden. 
1) Der Chronist Wigand Gerstenberger. Nebst Unter 
suchungen über ältere hessische Geschichtsquellen. Von 
Julius Pistor. 2) Die Ritterburgen der vormaligen 
Abtei Fulda. Von Dr. Justus Schneider in Fulda. 
3) Johann von Pappenheim und seine Fehden gegen 
den Bischof Johann IV. von Hildesheim. Bon 
Gustav von Pappenheim. 4) Burgfriede der Gau 
erben des Schlosses Schildeck (22. Februar 1425). 
Mitgetheilt von L. von Löwenstein. 5) Die Kasseler 
Bibliothek im ersten Jahrhundert ihres Bestehens 
(16. u. 17. Jahrhundert). Von Dr. Karl Scherer. 
6) Zur Geschichte der Schmalkalder Kirchenbibliothek. 
Eine Berichtigung von Dr. Karl Scherer. 7) Zur 
hessischen Familiengeschichte. Von August Heldmann. 
8) Beitrag zur Geschichte des Postamts Bebra. Von 
Joseph Ruhl. 9) Der Marburger Aufstand des 
Jahres 1809. Von Dr. Willi Varges. 10) Bei 
träge zur Geschichte des Landgrafen Hermann II. 
von Hessen. Von Friedrich Küch. 11) Die Por 
zellansammlung des Schlosses Wilhelmsthal bei Kassel. 
Von Dr. Chr. Scherer. — 
Wir verfehlen nicht, auf den soeben für das Jahr 
1893 erschienenen Notizkalender und Zei 
tung s k a t a l o g der ältesten deutschen Annoncen 
expedition von HaasensteinLVogler aufmerksam 
zu machen. Dieser neue Jahrgang zeichnet sich gleich 
seinen Vorgängern durch praktische Anordnung und 
Uebersichtlichkeit auf das Vortheilhafteste aus, ja er 
übertrifft sie noch durch die Reichhaltigkeit des Stoffes 
und die höchst elegante äußere Ausstattung. Für 
den Geschäftsverkehr bietet er ein ganz vortreffliches 
Hülfsmittel und kann daher auf das Beste empfohlen 
werden. 
Bei der Redaktion des Hessenlandes 
sind folgende neue Schriften eingegangen: 
Die deutsche Rechtspartei. Korrespondenz 
blatt für Gesammt-Deutschland. 1. u. 2. Probe 
nummer (August u. September). Nr. 1 (Oktober) 
und Nr. 2 (November) 1892. Redaktion, Druck 
und Verlag von W. Hopf in Melsungen. 
Der neue Kurs. Zeitschrift für öffentliche An 
gelegenheiten. Heft 7, 8, 9 und 10. Berlin. 
Verlag von Friedrich Luckhardt. 1892. 
Eingesandt. 
Am 2. Dezember 1892 waren es 100 Jahre, 
daß die Hessen die alte Reichsstadt Frankfurt im 
Sturme den Franzosen entrissen. Der Tag ist in 
Frankfurt festlich begangen worden, und auch in 
Kassel hat man die Helden gefeiert. Im hessischen 
Geschichtsverem hat Herr Dr. Schwarzkopf die Er 
stürmung Frankfurts anschaulich dargestellt und die
	        

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