Full text: Hessenland (6.1892)

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de leurs armes, et developperent aux yeux 
de l’Europe cette vlgueur et ce caractere qui 
signalent dans l’histoire romaine la reristance 
que les Gattes, leurs ancetres, opposerent 
aux vainqueurs de l’univers.“ 
Und als der Kaiser Napoleon nach der Schlacht 
von Hanau am 31. Oktober 1813 auf dem 
Rückzüge der französischen Armee nach Frankfurt 
gelangte und daselbst in der vor dem Friedberger 
Thore unweit des Hessen-Denkmals gelegenen 
Wohnung des Bankiers Bethmann sein Quartier 
genommen hatte, brachte auch er der hessischen 
Tapferkeit seine Huldigung dar. Beim Anblicke 
des „Hessen-Denkmals" brach er in die Worte 
aus: 
„Sieh' da! Ein Denkmal soldatischer Tapfer 
keit! Ruhm den Gefallenen. Ruhm auch den 
Besiegten. Ein schönes, ein tröstendes Bild für 
den auch im Unglück muthig Kämpfenden. Die 
Garde soll hier ihr Bivouak aufschlagen. Der 
Franzose liebt den Ruhm, sie mögen sich gegen 
seitig schützen". — 
Wir glauben, unseren Artikel nicht besser 
beschließen zu können, als durch die Wiedergabe 
des Gedichtes, welches unser alter hochverehrter 
hessischer Patriot G. Th. Dithmar in Mar 
burg zum „hundertjährigen Gedächtnißtage einer 
hessischen Großthat" verfaßt hat. Es lautet: 
Die Hessen vor und in Frankfurt am 2. Dezbr. 1792. 
Ein wildes Ungeheuer brach aus dem Zwinger los, 
Da wie im Rausche tobte blutlechzend der Franzos. 
Lust war's ihm zu zerstören, in der Barbaren Wuth, 
Und fielen edle Häupter, das kühlte seinen Muth. 
Um eine Göttin tanzte die Horde wild erregt, 
Die sie die Freiheit nannte, von Liedes Klang bewegt. 
Sie gab das Recht, zu morden die Unschuld bis zum Kind, 
Da galt kein Gott, kein König, das Volk war taub und 
blind. 
Sogar aus ihrem Babel zu Nachbarvölkern aus 
Zog der gemeine Haufe, um da zu üben Graus. 
Frech kamen Sansculotten nach Mainz am deutschen Rhein, 
Von da im Uebermuthe nach Frankfurt selbst hinein. 
Denn vorwärts sollte schreiten die Revolution, 
Und in dem deutschen Lande kein Fürst auf seinem Thron, 
Kein Adel sicher bleiben, stürzen Altar und Recht, 
Frei und anarchisch walten das lebende Geschlecht. 
Du Stadt der Kaiserkrönung, vom wüsten Taumelsinn, 
Vom wilden Tanze wurdest du nicht gerissen hin. 
Es trollten sich die Jungen aus Frankfurt doch bald fort 
Es ist der Fürst von Hessen, sprachst du, ein sichrer Hort, 
Das Ungethüm zu bannen, zu halten ein im Lauf, 
Rafft Preußen sich und Hessen, rafft Fürst und Volk sich auf. 
Wilhelm, Landgraf von Hessen, du Mann von altem Schrot, 
Du fandest uns zum Kampfe dein stattlich Aufgebot. 
Im Jubelrufe zogen alsbald vor Frankfurts Thor 
Mit Ruhm bedeckte Helden, das schnelle Hessenkorps: 
Sei auch das Thor geschlossen, die Mauer fest und hoch, 
Uns hemmt kein Kugelregen, wir nehmen Frankfurt doch. 
So sprachen diese Hessen, erprobt in heißem Strauß, 
Die kühn und ruhmvoll zogen nach Ost undWest hinaus. 
Fluch Custine und der Horde, die drin in Frankfurt liegt, 
Wir leben oder sterben, der Feind wird bald besiegt. 
Und Schurri! klingts wie Sturmwind aus jedem 
Hessenmund, 
Es geht an diese Jungen und ständen sie im Bund 
Selbst mit dem bösen Teufel! Was Hessenmuth vermag, 
Soll Freund und Feind erleben an unserm Siegestag. 
Sie haben nicht geschlafen, die Thore sind gesperrt, 
Die Sanscülotten drinnen, sie haben sich gewehrt, 
Doch drängten sich die Hessen im Feuer bis ans Thor, 
Der Prinz vom Philippsthale war allen andern vor. 
Des Nebels graue Schleier verhüllten Stadt und Thurm, 
Ein hehres Glockenläuten ertönte laut im Sturm. 
Doch plötzlich schien die Sonne und Heller ward der Blick, 
In Gottes gnädigen Händen lag dieses Tags Geschick. 
Du fielst, o Prinz, getroffen aus einem Feuerschlund, 
Und mancher brave Hesse ward in dem Sturme wund. 
Doch leuchtete die Sonne den Stürmenden zum Sieg, 
Denn in der Stadt entbrannte auch ehrenvoller Krieg. 
Im Bunde mit den Hessen stand Frankfurts Jugend auf, 
Mit Aexten und mit Hämmern anstürmten sie im Lauf. 
So ward das Thor erbrochen durch Beiles kräftigen Schlag, 
Zum Uebergang die Brücke fest aus dem Graben lag. 
Wie Hasen vor den Hunden ergriffen das Panier, 
Die wie in sicherm Neste gebettet lagen hier. 
Der Landgraf, der soll leben! erschallt es durch die Stadt, 
Dem Prahler, dem Custinus ein dreifach Pereat! 
Doch viele Wackre fielen vor Frankfurts festem Thor, 
Die ach! das Mutterherze in tiefem Gram verlor. 
Der König sah's von Preußen, der ritt her mit Respekt, 
Vorbei den Hessensöhnen, das Haupt schier unbedeckt. 
Denkt, sprach er zu den Seinen, und nehmt ein Beispiel 
dran, 
Was Hessen hier zu Frankfurt Ruhmwürd'ges hat gethan. 
Und daß in späten Zeiten die Hessenthat man kennt, 
Steh hier vor diesem Thore das Hessenmonument! 
So kämpften unsre Väter, der Löwe war ihr Bild, 
So thaten auch die Söhne mit fleckenlosem Schild. 
Werbt um die gleiche Ehre, geliebte Enkel ihr, 
Wahrt Tapferkeit und Treue, das hessische 
Panier!
	        

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