Full text: Hessenland (6.1892)

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Das wollen wir! . . Drum auf mit frischem Wagen 
Und helfet uns, soviel ihr helfen könnt! 
A us Kkeinemkann gar leichthin Großes werden, 
Und Eintracht ist die stärkste Macht auf Erden! 
Ludwig Mohr. 
Das Ergebniß des sehr genußreichen Abends waren 
170 Mark, ein schöner Anfang Mögen die Er 
träge der weiter geplanten Abende nicht dahinter zu 
rück sieben. Immerhin aber wird das Comite einen 
schweren Stand haben, wenn das Denkmal, dem 
Zweck entsprechend, würdig dastehen soll. 
Sollten sich unter den verehrten Lesern des 
„Hessenland- in Nah und Fern nicht welche 
finden, die zur Ausführung des echt hessischen Gedankens 
ein Scherflein übrig hätten? Die Schriftleitung des 
„Hessenland- würde gewiß gern die Uebermittlung 
an das Comite übernehmen. 
L. W. 
(Wir schließen uns vorstehender Bitte unseres ver 
ehrten Herrn Mitarbeiters mit Vergnügen an und 
erklären uns gern bereit, Gaben zu dem angegebenen 
Zwecke in Empfang zu nehmen und dem Comite zu 
übermitteln. Red. d. Hessen land.) 
Zur Geschichte des Deutschen Zeitungs 
wesens. Von hochgeschätzter befreundeter Seite 
sind wir auf ein kürzlich im Verlage von W Brau 
müller in Wien und Leipzig erschienenes Werk von 
E. V. Zenker „Geschichte der Wiener Journalistik 
von den Anfängen bis zum Jahre 1848- auf 
merksam gemacht worden, das einen sehr interessanten 
Beitrag zur Deutschen Kulturgeschichte liefert, und 
selbst von dem französischen Kritiker, G. Valbert, in 
der Revue des deux mondes, t. 110, p. 693—704, 
einer ebenso eingehenden wie günstigen Kritik unter 
zogen wird. Nach Zenkers Angaben sind es sieben 
Städte, die sich um die Ehre streiten, die erste Zeitung 
herausgegeben zu haben: Antwerpen, Straßburg, 
Frankfurt a. M., Fulda, Hildesheim, Erfurt und 
Stettin. Er hat auf Grund gewissenhafter Quellen 
studien den Beweis erbracht, daß die Priorität auf 
diesem Gebiete der Stadt Wien gebührt, welche ihr 
erstes regelmäßiges Journal bereits seit dem Jahre 
1615 besessen habe; aus demselben Jahre rühre auch 
das „wöchentliche Neuigkeitsblatt kraft Rathsprivilegs - 
des Buchhändlers Egenolph Emmel in Frankfurt a. M. 
her. Fulda und Hildesheim folgten erst 1619, 
Erfurt 1620, Leipzig 1660, England bekam seine 
erste Zeitung 1622 — wenn nicht später —, Holland 
1626, Frankreich 1631. Der französische Kritiker 
G. Valbert bestätigt die Richtigkeit dieser Reihenfolge 
auf Grund seiner Studien und fügt stolz hinzu: 
„Nais Nonsieur Denker s'empresse d’ajouter, en 
historiogr aphe consciencieux, que les premiers 
journaux publies a Vienne etaient loin de valoir 
la fameuse gazette hebdomataire, que Theophraste 
Renaudot a publiee ä Paris des le 30 mai 1631." 
— Was die in Fulda angeblich von 1619—1630 
herausgegebene Zeitung den „Fuldaische Postreuter^ 
anbelangt, deren auch Joachim von Schwarzkopf in 
seiner 1795 erschienenen Schrift „über Zeitungen-, 
Seite 14 gedenkt, so hat sich zwar bis jetzt ein 
Exemplar derselbeu noch nicht vorgefunden, doch werden, 
wie wir berichten können, die Nachforschungen nach 
einem solchen, namentlich in Fulda selbst, in neuester 
Zeit eifrig fortgesetzt, und dürfte wohl auch die Aus 
sicht vorhanden sein, daß sie zu einem günstigen 
Resultate führen. 
Wie die „Oberhessische Zeitung- meldet ist am 
3. November zu Paris der Jnstitutsvorsteher 
Pr. Ernst Wilhelm Kor ne mann gestorben 
Der Verblichene war 1829 zu Volkmarsen geboren, 
wo sein später als Aktuar nach Fronhausen versetzter 
Vater damals Advokat war. Ernst Wilhelm Korne- 
mann besuchte die Gymnasien zu Kassel und Fulda 
und studierte vom Herbst 1849 ab an der Landes- 
Universttät Marburg Philologie, insbesondere widmete 
er sich germanistischen Studien. Nachdem er sein 
Fakultätsexamen bestanden hatte und zum Poctor 
philosophiae promovirt worden war, ging er nach 
Paris und gründete dort ein Pensionat, das sich 
eines sehr bedeutenden Rufes erfreute. Mit irdischen 
Gütern reich gesegnet, stiftete er für das Kasseler 
Gymnasium ein Stipendium zur Unterstützung be 
fähigter Schüler. Ein ähnliches Institut wie das 
Pariser hatte er auch in Rudolstadt errichtet. Seine 
hessischen Landsleute fanden bei ihm in Paris nicht 
nur die freundlichste Aufnahme, er unterstützte sie 
auch in liberalster Weise mit Rath und That. Sein 
Andenken wird bei allen, die ihn kannten, in Ehren 
bleiben. 
Universitätsnachrichten. DerPrivatdozent 
Pr. jur. Alexander Leist zu Marburg hat 
einen Ruf als außerordentlicher Professor der juristischen 
Fakultät iu Göttingen erhalten und angenommen. — 
Der an Stelle des nach Leipzig berufenen Professors 
Konsistorialraths Pr. Georg Heinrici zum ordent 
lichen Professor der Theologie in Marburg ernannte 
bischerige außerordentliche Professor Pr. Ernst 
Kuehl von Breslau tritt sein neues Amt erst zu 
Ostern nächsten Jahres an. 
Zu Marburg haben sich als Privatdozenten 
habilitirt: in der theologischen Fakultät: der Lic. theol. 
Adolf Deichmann, bisher erster Repetent an 
der dortigen Stipendiatenanstalt; in der juristischen: 
der seitherige Amtsrichter Pr. Crome aus Frank 
furt a. M.; in der medizinischen: der seitherige
	        

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