Full text: Hessenland (6.1892)

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Subprior, Georg Hasenstab, Senior des Konvents 
und Pater Jubilarius; Prokopins Vogler, 
Karlmann Heucken, Joachim Rauck, Jldephons 
Reuß, Florian Fischlein, Aemilian Bletscher, 
Urban Thomas, Kilian Focmel, Bardo Herbert, 
Edmund Thomas, -Odo Staab, Petrus Boehm, 
Paulus Gegcnbauer, Raphael Löffler, Roman 
Staub, Kolumban Becker, Nikolaus Pförtner, 
Ouinibert Mihm. Wunibald Dietrich, Thaddäus 
Ritter, Magnus Bott, Joseph Gegcnbauer, Eugen 
Eckert, Antonius Waider, Maurus Rupfer, 
Aegid Heller, Benedikt Baumann, Chrhsostomus 
Winkopp, Karl Arnd, Sturmius Hodes, Friedrich 
Baumann, Ermenold Schnell, Placidus Dickert, 
Isidor Schleichert, Gallus Hornung, Gregor 
Bischof, Damian Arnd, Wilhelm Zimmermann, 
Adolf Spang, Lambert Oswald, Kornelius 
Wilhelm, Rudolf Sennefelder, Rhaban Schmitt, 
Konrad Moritz, Valentin Schäfer, Burkard Schell, 
Coelestiu Morschhaeuser und Augustin Engel. 
Laienbruder war Frater Stephan Reiß. 
Es ist wahr, was Heinrich Koenig in seiner 
Schrift „Auch eine Jugend" sagt: „Die be 
deutendsten Köpfe, die Fulda gegen Ende des 
vorigen Jahrhunderts hatte, lebten in dem 
Konvente hinter dem Dome. Dorthin zogen 
sich die frischen Talente bürgerlicher Abkunft, 
wo sie mit den Abkömmlingen altadeliger Familien 
gemeinsam des Tisches und Unterrichts genossen, 
bis sich beide in die Prälaturen und in die 
Professorate theilten. Während die Prälaten 
den taumelnden Genüssen der Welt nicht aus 
dem Wege gingen, scheuten sich die Gelehrten 
des Ordens nicht vor den schwindelnden Gedanken 
der Zeit. Kant und die neue Bewegung der 
spekulativen Wissenschaft war sehr früh in den 
Konvent eingedrungen." Ein Hanptvertreter 
dieser Richtung war einer der jüngsten Benediktiner: 
Pater Burkard Schell (geboren zu Fulda am 6. 
Dezember 1778, gestorben am 4. November 
1834 alsDirektor des Lyceums und Gymnasiums)." 
Neben ihm verdienen noch aus der Reihe der 
obenangeführten Benediktiner als hervorragende 
Gelehrte genannt zu werden: Aegid Heller, 
Professor der Physik, Isidor Schleichert, Dom 
pfarrer, Placidus Dickert, Professor der Mathe 
matik, Dr. theol. Maurus Rupfer, Professor 
der Dogmatik, Benedikt Baumann, Professor 
der Logik, Dr theol. Antonius Waider, Professor 
der orientalischen Sprache, Dr. theol. Ouinibert 
Mihm, Professor der Moral, Kolumban Becker, 
Professor der Philosophie, Dr. theol. Petrus 
Boehm, Bibliothekar und Professor der Kirchen 
geschichte, Dr. theol. Bardo Herbert, Professor 
des kanonischen Rechts. Von den adeligen 
Benediktinern zeichneten sich durch geistige Be 
gabung und Gelehrsamkeit aus: die Pröpste Sigis 
mund von Bibra und Heinrich von Warnsdorf. 
Nach der Aufhebung des Benediktinerklosters 
widmete sich ein großer Theil der Konventualen 
der Seelsorge, andere, namentlich die älteren, 
verbrachten zu Fulda und auswärts ihr otium 
cum dignitate , die Patres Maurus Rupfer, 
Aegid Heller, Placidus Dickert und Burkard 
Schell setzten ihre Thätigkeit als Professoren an 
de» höheren Lehranstalten zu Fulda fort. Der 
Propst vom Petersberg, Sigismund von Bibra, 
der Herausgeber des „Journal von und für 
Deutschland" von 1785 bis 1792, der, nebenbei 
bemerkt, in nahen Beziehungen zu den Koryphäen 
der deutschen Literatur stand, trat als Geheimer 
Konferenzrath in fürstlich oranischen Staatsdienst, 
starb aber schon am 5. März 1803 im Alter 
von 53 Jahren, nachdem er wenige Wochen 
zuvor von Rom die Dispensation vom Mönchs- 
stande erhalten hatte. Auch der Domicellar, 
Frater Karl von Hcddesdorf, der jüngste der 
Fuldaer Benediktiner — er war am 10 Juni 
1783 geboren und hatte am 8 November 1801 
Profess gethan — erhielt von Rom die Dispen 
sation und trat zum Militärstande über. Er 
wurde als Primatischer Offizier in Spanien 
verwendet und starb dort im Jahre 1810. 
Die meisten Exbenediktiner erreichten ein hohes 
Alter. Die beiden letzten waren Pater Rhaban 
Schmitt, Domkaplan zu Fulda und Kapitular 
Philipp von Hettersdorf. Der zuerst Genannte 
starb, 80 Jahre alt, am 13 Mai 1855 zu Fulda. 
Philipp von Hettersdorf erreichte ein Alter von 
80 Jahren; derselbe starb am 1. März 1856 
zu Bamberg, wohin er im Jahre 1825 verzogen 
war. Seiner alten Heimath hatte er eine treue 
Anhänglichkeit bewahrt. Bis in sein hohes Alter 
kam er fast jeden Sommer nach Fulda und 
hielt sich einige Wochen daselbst auf. 
Die auf die Säkularisation folgenden Jahre 
waren, mit Ausnahme der kurzen Zeit der 
oranischen Regierung nicht dazu angethan, die 
Tage der patriachalisch - milden und für das 
Wohl der Unterthanen in ihrer Weise besorgten 
geistlichen Herrschaft vergessen zu machen und 
oft mag es da wohl geheißen haben: 
„Unter dem Krummstab war gut wohnen".
	        

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