Full text: Hessenland (6.1892)

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zuschreibt —, nach Hanau mit dem Hinzufügen, 
man möge es um so weniger außer Acht lassen, 
weil sonst der Grafschaft leicht großes Unheil 
zuwachsen könne. Er bittet, daß für künftige 
Abstellung nachdrücklich gesorgt werde und ihm 
ohne Verzug aus Hanau ein Entschuldigungs 
schreiben zugehe, um es gehörigen Orts abgeben 
zu können. Von seinen Bediensteten traue er 
keinem solche Korrespondenzen zu und er würde 
dem deßhalb geschöpften Verdacht entgegentreten. 
Die Hanauer Regierung drückt in der Ant 
wort ihr größtes Mißfallen über die Haltung 
der Europäischen Zeitung aus. Der Zeitungs 
schreiber sei noch gestern ernstlich verwarnt, allen 
hohen christlichen Potentaten mit gleicher vor 
züglicher Achtung zu begegnen oder gewärtig zu 
sein, daß man ihm das Handwerk außer ge 
bührender Abstrafung gänzlich lege. Komme 
wieder dergleichen vor, so würde man die Zeitung 
nicht länger in der Stadt dulden. Die Buchs 
weiler Regierung möge diese Versicherung ge 
hörigen Orts abgeben. Ob und wie Böff in 
diesem Fall zur Rechenschaft gezogen worden ist, 
lassen die Akten nicht erkennen. Es ergeht aber 
noch unter dem gleichen Datum wie obiges ein 
ferneres Schreiben an den Rath Herder zu 
Babenhausen zur Mittheilung nach Buchsweiler, 
daß Böff hoch und theuer versichert habe, keine 
einzige seiner Korrespondenzen stamme aus 
Straßburg oder dem Elsaß überhaupt, er habe 
sie vielmehr aus der Leipziger Zeitung ent 
nommen und diese auch zum Beweis seiner Aus 
sage vorgelegt. 
(Fortsetzung folgt.) 
)U Auflösung des Keneöikttnerklofters zu Aulöa. 
Von 3s. Swenger. 
(Fortsetzung.) 
( 7| m 29. Dezember 1802 erließ der letzte Fürst- 
T\ bischof und Abt von Fulda, Adalbert III. 
® V von Harstall, eine die Auflösung des Benedik- 
tinerklosters zu Fulda betreffende, an den Dom- 
dechanten Benedikt von Ostheim gerichtete Ver 
fügung , in welcher es u. a. heißt: „Wir (der 
Fürstbischof) haben endlich den Zeitpunkt erlebt, 
wo der Reichsdeputationsschluß in Erfüllung 
gebracht und unser adeliges Konvent entlassen 
werden soll. Wir setzen auf Ew. Wohlehrwürden 
das Zutrauen, daß Sie unserem Prior, Subprior 
uüd den sämmtlichen Konventualen des gedachten 
Konvents unseren tiefen Schmerz über dieses 
Ereigniß eröffnen werden, Sie werden ihnen zu 
erkennen geben, daß wir nichts gegen die uner- 
forschlichen Rathschlüsse Gottes vermögen und 
daß wir, so gerne wir auch wünschen, daß die 
in Pension gesetzten Konventualen gemeinschaftlich 
nach den Regeln unseres hl. Vaters Benedikt 
beisammen leben könnten, nur dem Drange der 
Umstände nachgeben und in solcher Hinsicht nicht 
vorüber können, in ihre Entlassung einzuwilligen." 
Außerdem enthielt dieses fürstbischöfliche Schreiben 
Rathschläge, nach welchen die Benediktiner nach 
Aufhebung des Konvents ihr Leben regeln sollten. 
Da heute noch — nach neunzig Jahren — 
Erinnerungen an den einen oder den an 
deren Benediktiner aufzutauchen pflegen, so 
dürfte es. nicht ohne Interesse sein, die 
Namen derjenigen Geistlichen zu erfahren, 
welche bei der Aufhebung des Klosters dem Orden 
des hl. Benedikt angehörten. Im Ganzen waren 
es einschließlich des Abtes und der adeligen 
Pröpste und Kapitularen 69. Es liegt uns 
über dieselben ein vollständiges Vcrzeigniß vor, 
das wir nachstehend zum Abdruck bringen. Abt: 
Adalbert III. von Harstall, Bischof von Fulda, 
des hl. Römischen Reiches Fürst und der Römischen 
Kaiserin Erzkanzler, durch Germanien und Gallien 
Primas rc., in der Reihe der fuldaischen Aebte 
der.84., der Bischöfe aber der 4.; Domdechant, 
Pröpste und Kapitulare: Benedikt von Ostheim, 
Tomdechant und Propst auf dem Andreasberg 
bei Fulda; Joseph von Hettersdvrf, Propst zu 
Blankenau, Senior des Domkapitels; Heinrich 
von Warnsdorf, Propst am Michelsberg in Fulda, 
Gencralvikar; Ludwig von Schönau, Propst auf 
dem Johannesberg; Sigismund von Bibra, 
Propst auf dem Petersberg; Konstantin von 
Guttenberg, Propst zu Sennerz; Alexander von 
Zobel, Propst zu Zell; Heinrich von Reisach, 
Propst zu Holzkirchen, Aegil von Reichlin-Meldegg 
Propst zu Thulba; Philipp von Hettersdvrf, 
Kapitular, Superior des Konvents und Präsident 
der Landes-Obereinnahme; Adalbert von Bod- 
mann, Kapitular und Forstpräsident; Leonard von 
Hettersdvrf, Kapitular und Hospitalspräsident; 
Ferdinand von Weiden,Kapitular; Rupert von 
Bodeck, Kapitular und Stadtpräsident; Bonifazius 
von Kempff zn Angreth, Kapitular; Domicellar: 
Frater Karl von Heddesdorf; Konventualen, die 
Patres: Zacharias Zahn, Prior, Leopold Oesius,
	        

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