Full text: Hessenland (6.1892)

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1732 hatte er das 46. Lebensjahr noch nicht 
vollendet. Auf der Wahlstatt aber vor dem 
Fort, wo ihn auf sein Verlangen der amerika 
nische Kvmandant desselben, Hasselworth, mit 
allen kriegerischen Ehrenbezeigungen beisetzen 
ließ, hat man ein Denkmal errichtet mit der 
Horazischen Inschrift: 
M u 11 i s f 1 e b i 1 i s o c c i d i t.*) 
*) Grundlage zur Militiiraeschichte des Landqrüflich 
heisischen Corps, Cassel 1798, S. 383. 
Thor in Wesenheit«. 
Es hatten die Riesen gestohlen 
Den Malmer, Hammer des Thor, 
Der Gott, um ihn wieder zu holen, 
Gar selt'ne Listen erkor. 
Mit Freia's bräutlichem Linnen 
Umhüllt den gewaltigen Leib, 
Nach Riesenheim fährt er von hinnen, 
Ein köstlicher Zeitvertreib. 
Der Riesenbeherrscher wollte 
Für Malmer Freia als Pfand, 
Nun kam sie mit Breisacher Golde 
Im wallenden Hochzeitsgewand. 
Wie staunten die Riesenheimer, 
Es trank die liebliche Braut 
Des Methes allein drei Eimer 
Und hat noch nach mehr geschaut. 
Acht Lachse die Jungfrau verzehrte, 
Dazu einen Ochsen frisch, 
Wohl bessere Bissen begehrte 
Noch nie eine Braut bei Tisch. 
Es naht ihr der Riese, zu hebeu 
Den Schleier, — wie stog er zurück! 
Wie faßt' ihn ein Zittern und Beben 
Vor Freia's brennendem Blick. 
Es holte den himmlischen Hammer 
Und legt' ihn der Braut in den Schooß. 
„Nun öffnet die Hochzeitskammer!" 
Aufsprang da Thor mit Getos. 
Fortwarf er Linnen und Schleier, 
Den Hammer in mächtiger Faust 
Stand da der göttliche Freier, 
Und schrecklich der Donner erbraust. 
Hei, wie der Malmer wettert! 
Die Morgengabe er bringt, — 
Die Riesen liegen zerschmettert, 
Und Thor sich gen Walhall schwingt. 
Wilhelm Wennecke. 
Iong bU ahtt.') 
(Schwiilmer Mundart.) 
Bie meng Ällcrhäd Braijäm wor 2 ), 
Wor meng Aller 3 ) ee Bräut, 
Wor ee gor gedeihlich Johr, 
Gobs Kadäufeln 4 ) ö Krüut. 
Rosmareng, ha. ee ganze Lost 5 ), 
Drühk meng Ällcrhäd v dr Brost. 
Gongs noch Alsfüld vffs Keschemohd 
Wor hä secher drbei; 
Ö meng Aller, die möcht in Stovt 
Domols immer fer drei. 
I Nauwkerche bei Bier ö Wing I 
Säße beere b) jo mol bis niug 
Trees ö Zeihühnj ö Frankehähnj, 
Wodd Vergüsse do nie, 
Müßt besücht wern met demm Wühnj 
Ö weils immer so schie 
Führn see heem da escht i dr Röcht, 
Weils dr Ürhäd 13 ) schv sv gemocht. 
Vvter ö Motter hons ööch gedvh 
Bie see Bräijäm ö Bräut, 
Wonn see glecklich ö seelefroh, 
Immer lostig ö laut. 
Weil sees harre, so dahre sees 
Met Schlammbambersogor i Trees''). 
Ö nü well mich die Annkotreng ,8 ), 
Well mich dos Güld i dr Trüh. 
Häd, da fall ich wüll drührig seng? 
Nee, ich machs so bie dü, 
Machs bie die Häde vv insem Stamm. 
Rüus die Gäil, ö hürrah die Flamm! 2 °) 
Kurt Uuljn. 
*) Jung wie alt. 2 ) Wie mein Großvater Bräutigam 
war. 3) Großmutter. 4 ) Kartoffeln. 5 ) Rosmarin, ha, 
eine ganze Lust — ein Strauß. 6 ) Ging es nach Alsfeld 
auf den Kirschenmarkt. 7 ) Zn Neukirchen bei Bier und 
Wein 8 ) beide. 9 ) neun Uhr Abends. Treysa, Ziegen 
hain und Frankenhain wurde vergessen da nie, mußte be 
sucht werden mit dem Wagen. u ) schön. 12 ) Fuhren sie 
heim. Urgroßvater. ' 4 ) haben es auch gethan. 15 ) Weil 
sie es hatten, so thaten sie es. 16 ) Scherzhafte Bezeich 
nung für Champagner. ' 7 ) Treysa. ,8 ) Und nun will 
mich die Anna Katharina. u ) Ich mache es wie die 
Häupter von unserem Stamme. 2o ) Heraus die Pferde, 
und hurrah der Schatz, die Braut!
	        

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