Full text: Hessenland (6.1892)

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Wilhelm Heinrich August wurde das 
selbe Regiment (das spätere kurhessische 2., jetzt 
82. Infanterie-Regiment), das nach eingangs 
erwähntem August Moritz bereits einmal, von 
1733 bis 1748, die Bezeichnung „von Donopisches" 
führte, abermals von 1764 bis 1784 „Regiment 
von Donop" benannt. Wilhelm Heinrich 
August von Donop war 1784 General 
lieutenant und zugleich Kommandant von Mar 
burg, ward dann Gouverneur von Ziegenhain 
und durch einen Tausch Chef des bis dahin 
Knyphausen'schen Regiments, das von da ab bis 
zum Jahre 1789 die Bezeichnung „Füsilier- 
Regiment von Donop" führte, dann 2. Bataillon 
von Kospoth wurde und so ebenfalls zu der 
Stammtruppe obengeuannten kurhessischen 2. 
Regiments gehört; denn das Regiment von 
Donop, von 1784 bis 1789 Regiment von Knyp- 
hausen genannt, war zu gleicher Zeit 1. Bataillon 
von Kospoth geworden. Im Ganzen durch 
vierzig Jahre hindurch nahmen in der hessischen 
Kriegsgeschichte die Regimenter von Donop 
die ehrenvollsten Plätze ein. Sie und ihre aus 
gezeichneten Chefs waren einander würdig, und 
wo auch immer in ihrer Mitte die Fahnen mit 
dem hessischen Löwen vor dem Feinde entrollt 
wurden, ob in Brabant, in Baiern, am Rhein 
und in Schottland oder jenseits des atlantischen 
Meeres im fernen Amerika, überall vermehrten 
sie den unverlöschlichen Ruhm der hessischen 
Tapferkeit, Manneszucht und Treue. 
Der rechte Bruder von Wilhelm Heinrich 
August ist Karl Aemilius Ulrich 
gewesen. 1766 Oberst von der Garde, 1776 
Kommandeur des Feldjügercorps, war dieser 
zugleich Kammerherr und Flügeladjntant bei 
Landgraf Friedrich II. „Er vermählte sich", wie 
Hofmann in seinem schon erwähnten Werke 
wörtlich vermeldet, „1763 in Frankfurt mit 
einer schon bejahrten Geheimen Raths Wittwe: 
Firnhaber von Eberstein, gebornen Falk, genannt, 
und dabei auch 100,000 Thaler." Mit dem 
Geschicke dieses Mannes dürfen wir uns wohl 
wieder etwas eingehender beschäftigen. 
Am 16. November 1776 stürmte General 
von Knyphausen mit seinen löwenmuthigen 
Hessen das Fort Washington, dessen Name ihm 
und seiner glänzenden Waffenthat zu Ehren in 
„Fort Knyphausen" umgeändert wurde. Der als 
tapfer, zuverlässig und einsichtsvoll geltende 
amerikanische Oberst Magaw hatte bezüglich der 
Einnahme des Forts zu dem vom hessischen 
Obersten Rall abgeschickten Parlamentär, Kapitän 
von Hohenstein, die bezeichnende Aeußerung 
gethan: „Die Herren Hessen machen 
Unmöglichkeiten möglich." 
Am 22. Oktober 1777 galt es, das von einem 
französischen Offizier in den besten Vertheidi 
gungsstand gesetzte und von vier ausgesuchten 
Bataillonen unter Oberst Green, einem der tüch 
tigsten amerikanischen Offiziere, vertheidigte Fort 
Redbank am linken Ufer des Delaware zu stürmen, 
und dazu wurde, wie Oberstlieutenant Sunkel 
in seiner „Geschichte des 2. hessischen Infanterie- 
Regiments Nr. 82" (Berlin 1876, Seite 84) 
berichtet, ein nicht minder tüchtiger Offizier 
Oberst von Donop bestimmt. Mit vieler 
Zuversicht folgten ihm seine Truppen, und ins 
besondere waren es die Grenadiere, die dem 
geliebten Führer nach einer kräftigen Anrede 
und Aufforderung seinerseits zur Tapferkeit zu 
riefen: „Heute wollen wir Fort Redbank zu 
Fort Donop machen!" Oberst von Donop 
hielt zur Ueberwältigung des Forts eine größere 
Anzahl von Geschützen für nothwendig. Er 
sandte daher einen englischen Offizier mit ent 
sprechend begründeter Bitte an General Howe, 
dieser ließ ihm jedoch sagen, wenn er das Fort 
nicht angreifen wollte, so sollten englische Truppen 
das Unternehmen ausführen. „Gehen Sie zu 
Ihrem General", sagte Donop zu dem Offizier, 
der ihm diese Antwort brachte, „und sagen Sie 
ihm, er solle gleich sehen, daß Deutsche tapfer 
zu sterben wüßten." 
Der todesmuthig unternommene Sturm, bei 
dem zwei feindliche, auf dem Delaware liegende 
Schiffe von der Flanke der Hessen aus in de» 
Kampf eingriffen und durch ihr Feuer ganze 
Glieder mit Kettenkugeln niederrissen, mißglückte 
denn auch leider. Wenn auch die Tapferen 
nach Wegrüumung der Verhaue, Ueberwindung 
tiefer Wolfsgruben bereits den Graben stellen 
weise mit Faschinen gefüllt hatten und den Haupt- 
wall zu erklettern suchten, das Feuer der gedeckt 
stehenden Amerikaner war in so unmittelbarer 
Nähe zu mörderisch, und zum Unglück erlagen 
ihm die Mehrzahl der Offiziere, vor Allem der 
brave Oberst von Donop. Es half nichts, daß 
das Bataillon von Minnegerode bereits die 
einzeln vorliegende Redoute genommen hatte —, 
die schon auf der Brustwehr Stehenden wurden 
mit Lanzen und Bajonetten zurückgestoßen, sie 
sahen sich zum Rückzug genöthigt. Bei ein 
brechender Nacht sammelten sich die Truppen 
unter dem Schutze des in einem Wald nahebei 
stehenden Bataillons von Lengerke, hatten jedoch 
ihren geliebten Führer, der, unter die Faschinen 
gefallen, nicht gleich zu finden war, in den Händen 
des Feindes lassen müssen. 22 Grenadieroffiziere 
allein waren getödtet oder verwundet. Oberst 
von Donop besiegelte sein Heldenthum 
mit dem Tode; geboren am 1. Januar
	        

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