Full text: Hessenland (6.1892)

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des Freiherrn Alfred Otto Rabe von Pappenheim, 
aufgenommen nach einer im Jahre 1832 entworfenen 
Bleistiftzeichnung des rühmlichst bekannten Malers 
Preller aus Weimar geziert ist, wird allen denjenigen, 
welche sich für den von dem Berfasser behandelten 
Gegenstand interessiert, gewiß eine angenehme Lektüre 
gewähren. 
Erinnerungen an de n he i lig en Bo n ifatius 
in Fulda. Von Hermann Breitung, 
Gymnasial-Oberlehrer. Fulda 1892. 
Das vorliegende Büchlein verdankt seine Ent 
stehung der Wallfahrt deutscher Katholiken zum Grabe 
des hl. Bonifatius am 7. Juni d. I. Es enthält 
in den Abschnitten 1 und 2 Schilderungen 
des Klosters des hl. Bonifatius und der Grabkirche 
des Apostels der Deutschen, im 3. Abschnitte be 
schäftigt sich der Verfasser mit dem im Dome und 
in der Landesbibliothek zu Fulda vorhandenen Reliquien 
des hl. Bonifatius, der 4. und 5. Abschnitt handelt 
von der Michaelskirche und dem Frauenberge. Der 
Verfasser, der über gediegene Sachkenntniß verfügt, 
hat es sich angelegen sein lassen, das ihm zu Gebote 
stehende Quellenmaterial nicht nur sorgfältig zu 
sichten, sondern auch neue Forschungen, namentlich 
über die Reliquien, anzustellen; es ist ihm denn auch 
gelungen, manche bisher noch bestandenen unsicheren 
und zweifelhaften Angaben richtig zu stellen. Die 
kleine, mit elf photographischen Bildern versehene 
Schrift wird den Besuchern der Grabstätte des Apostels 
der Deutschen, deren künstlerische Restauration jetzt 
bald vollendet sein dürfte, eine recht willkommene 
Gabe sein. 
Die Milseburg, die Perle der Rhön. Ein 
Wegweiser und Gedenkblatt für Touristen und 
Naturfreunde. Von Dr. Justu s Schneider. 
Fulda. Verlag von Aloys Manr. 1892. 
Nicht mit Unrecht wird die Milseburg die „Perle 
der Rhön" genannt. Ihre imposante Gestaltung, 
ihre landschaftliche Schönheit, der reizende Fernblick, 
den man auf der Höhe derselben genießt, machen sie 
zu dem interessantesten der Rhönberge. Schon der 
älteste Rhön-Schriftsteller, der gelehrte Benediktiner- 
Pater, Professor der Physik Aegid Heller (f 26.Oktober 
1810 zu Fulda) ist in seinen Aussätzen über die 
Rhön in dem „Fränkischen Merkur" (Nürnberg 1796) 
des Lobes der Milseburg voll. Einer gleichen An 
schauung huldigt der Zweitälteste Rhön-Schriftsteller, 
Pfarrer Jäger von Simmershausen an der Rhön, 
in seinen „Briefen über die hohe Rhön" (Arnstadt 
1803). Und soll ich hier noch des Geheimen 
Medizinalrathes Dr. Joseph Schneider, des „Rhön 
papas", gedenken ? Es ist ja bekannt, daß einer seiner 
liebsten Ausflüge von jener Zeit an, in welcher er 
zu Ende des vorigen Jahrhunderts als Lieblings 
schüler den oben genannten Professor Aegid Heller 
auf dessen naturwissenschaftlichen Exkursionen nach 
der Rhön begleitete, bis zu seinen letzten Tagen die 
Milseburg und sein Lieblingsaufenthalt das am 
Fuße des Berges malerisch gelegene Kleinsassen 
waren. Auch angesungen ist die Rhön unzühligemal 
worden. Keiner dieser Sänger hat aber der Milse 
burg wärmere Sympathien entgegengebracht als 
Pfarrer Leopold Höhl in Ebern, der Rhön-Troubadour, 
mit dessen trefflichen Gedichte „die Perle der Rhön" 
Dr. Justus Schneider seine Schrift über die Milse 
burg einleitet. Soll ich mich über dieses neueste 
Merkchen des Präsidenten des Rhönklubs des Weiteren 
auslasten? Es wird genügen, wenn ich sage, daß 
ich sofort, nachdem ich dasselbe in einem Zuge, wie 
man sich auszudrücken pflegt, durchlesen hatte, eine 
unwiderstehliche Neigung verspürte, auf die Milseburg 
zu wandern, und dieses Vorhaben auch ausführte. 
Und wie mir, so ist es noch vielen meiner Bekannten 
ergangen. Bemerke ich noch, daß die Dr. Justus 
Schneider'sche Schrift eine prächtige Ansicht der 
Milseburg und eine sehr sorgfältig ausgearbeitete 
genaue Wegekarte enthält, ferner, daß sie auch äußer 
lich sehr geschmackvoll ausgestattet ist, wie dies ja 
einmal zu den höchst anerkennenswerthen Eigenschaften 
des Aloys Maier'schen Verlags gehört, so glaube ich 
meiner Besprechung nichts mehr htnzufügen zu brauchen. 
Da wir hier einmal bei der Rhön-Literatur an 
gekommen sind, so wollen wir es nicht verabsäumen, 
den Freunden der Rhön die so eben im Verlage von 
Leo Wörl in WUrzburg erschienene 2. Auflage des 
vortrefflichen Buches 
R h ö n s p i e g e l. Kulturgeschichtliche Bilder aus der 
Rhön. Arbeit, Sitten und Gebräuche der Rhöner. 
Von Leopold Höhl, 
sowie desselben Verfassers 
Rhön-Troubadour. Eriunerungs- und Trost 
büchlein für Rhönbesucher. Würzburg, Verlag 
der Rhönklub-Sektion 1892 
angelegentlichst zu empfehlen. — 
I Auf beide Schriften werden wir bei anderer 
Gelegenheit zurückkommen. 
Hierdurch erlauben wir uns, an unsere ver- 
ehrlichen Abonnenten die ergebene Bitte zu richten, 
uns gütigst durch Uebermiltelung von Adressen, 
an welche WroVenurnmern unserer Zeitschrift 
zu senden wären, unterstützen zu wollen. Wir 
sind gern bereit, hieraus erwachsende Auslagen 
zu erstatten. 
Hledaklion und Wertag 
des „Kessentand". 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Zw enger in Fulda, Druck und Verlag vonFriedr. Scheel in Kassel.
	        

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